„Gefällt mir nicht“

Ministerin Bauer ist sauer - zu viele Uni-Mitarbeiter noch ungeimpft

Theresia Bauer
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Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg.

Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg, ist von der Impfquote unter Professoren und Mitarbeitern der Hochschulen im Land nicht angetan. Offenbar liegt die Quote hier deutlich unter der Impfquote bei den Studierenden.

Stuttgart (dpa/lsw) - Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ist unzufrieden mit der Impfbereitschaft von Professoren und anderen Mitarbeitern an den baden-württembergischen Hochschulen. «Wir können ja erst seit kurzem erste Rückmeldungen dazu einsammeln. Und die ersten Rückmeldungen, die wir zu den Impfquoten bei den Beschäftigten erhalten, gefallen mir nicht», sagte die Grünen-Ministerin. Sie lägen allenfalls im Bevölkerungsdurchschnitt und deutlich unter der Impfquote der Studierenden, die nach Angaben des Ministeriums landesweit bis zu 90 Prozent betragen soll. Bauer kündigte an, erneut an die Mitarbeiter zu appellieren, sich impfen zu lassen.

Mit der neuen «Alarmstufe II» Ende November ist an den baden-württembergischen Hochschulen die 2G-Regel eingeführt worden. Das bedeutet, dass nur noch geimpfte oder genesene Studierende Zutritt zu den Präsenzveranstaltungen haben. Ausnahmen gelten für Praxisveranstaltungen, wie beispielsweise Laborpraktika, Prüfungen und das Besuchen von Bibliotheken, ebenso in Mensen und Cafeterien. Hochschulen sind dazu verpflichtet, die Nachweise zu kontrollieren.

Die Gruppe der Mitarbeiter umfasse neben den Professoren auch das Verwaltungspersonal, Handwerker und Stallpfleger oder Reinigungskräfte, sagte Bauer der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben die gesamte Palette an Qualifikationen und an Zusammensetzung der Bevölkerung auch an den Hochschulen», sagte die Ministerin. «Ich würde mir dennoch wünschen, dass die Hochschulen auch insgesamt Vorbilder in Sachen Impfen sind.»

Es sei allerdings schwierig, gezielt auf ungeimpfte Menschen an den Hochschulen zuzugehen. «Wir wissen empirisch und datengesichert zu wenig», kritisierte Bauer die datenschutzrechtlichen Vorgaben. «Wir sind beim Versuch einer sozialökonomischen Erklärung in dieser Frage ein Stück weit im Blindflug unterwegs.» Wegen des Datenschutzes dürften viele Informationen nicht erhoben und verarbeitet werden. Sollten die Impfkampagnen gezielter ausgerichtet werden, müsse man auch wissen, «an wen wir näher ran müssen, auf welche Zielgruppen und Milieus es jetzt besonders ankommt», sagte Bauer.

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