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Mercedes-Benz: Kombis fallen wohl E-Autos zum Opfer - „schwerwiegender Fehler“

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Von: Julian Baumann

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Ein weißer Mercedes-Benz CLA Shooting Brake fährt auf einer Straße.
Ende der Kombi-Versionen? Laut einem Bericht will Mercedes-Benz bereits ab 2025 den CLA Shooting Brake ersatzlos streichen. © Daimler AG - Global Communications

Im Zuge der Transformation der Mercedes-Benz AG fällt eine ganze Baureihe den E-Autos zum Opfer. Der Konzern will ab 2030 keine Kombis mehr bauen.

Stuttgart - Die Mercedes-Benz AG will ab 2030 nur noch E-Autos bauen und bereits ab 2025 sollen alle Automodelle mit dem Stern bereits in einer vollelektrischen Version verfügbar sein. Der Autokonzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart leitete im vergangenen Jahr mit der Luxuslimousine EQS eine neue Ära ein. In diesem Jahr soll mit der elektrischen Businesslimousine EQE ein weiteres hochpreisiges Modell folgen. Die Schwaben wollen zukünftig nicht nur auf das E-Auto setzen, sondern den Konzern auch wieder deutlicher auf Luxus ausrichten, wie Mercedes-Chef Ola Källenius angekündigt hatte.

Im Zuge der Luxus-Strategie werden in Zukunft wohl vor allem elektrische Premiumfahrzeuge von Mercedes-Benz auf den Markt kommen. Die Tuning-Marke AMG veröffentlichte mit dem Mercedes-AMG EQS bereits ein noch kraftvolleres E-Auto und auch ein Maybach-Derivat des elektrischen Flaggschiffs ist angekündigt. Laut einem Bericht der Automobilwoche soll eine beliebte Fahrzeugklasse bei den Stuttgartern bis zum Ende des Jahrzehnts allerdings weitgehend verschwinden. Demnach plant die Mercedes-Benz AG, ab 2030 keine Kombis wie die T-Modelle mehr zu bauen.

Mercedes-Benz: Absatz der Kombi-Modelle bröckelt - Autobauer sortiert aus

Die Daimler AG, der Konzern, den es in dieser Form nicht mehr gibt, gehörte ohne Zweifel zu den wichtigsten Autobauern der Welt. Dasselbe gilt auch für die nun wirtschaftlich eigenständige Autosparte Mercedes-Benz AG. Der Autobauer verkauft nicht nur in Europa viele Modelle, sondern beispielsweise auch in den USA und vor allem auf dem chinesischen Markt. Eben auf diesen beiden wichtigen Absatzmärkten scheinen sich die T-Modelle von Mercedes immer schlechter zu verkaufen, erfuhr die Automobilwoche nach eigenen Angaben aus Konzernkreisen. Deshalb werden die Fahrzeugtypen laut Bericht wohl zumindest auf diesen Märkten verschwinden.

Die T-Modelle, der Namenszusatz steht für „Touristik und Transport“, von Mercedes-Benz gibt es derzeit zwar noch nicht als E-Autos, dafür aber als Plug-in-Hybride. Eine vollständige Elektrifizierung der Modelle wird es in Zukunft aber wohl nicht geben. Laut dem Bericht soll ab dem Jahr 2025 bereits der CLA Shooting Brake, ein Coupé mit Steilheck, das mit seiner Heckklappe eher einem Kombi als einer Limousine ähnelt, ersatzlos gestrichen werden. Die im vergangenen Jahr vorgestellte aktuelle Mercedes C-Klasse baut noch auf das traditionelle T-Modell. Bei der neuen C-Klasse verbannte Mercedes aber den Stern von der Motorhaube.

Mercedes-Benz und die Kombi-Modelle - „das Feld anderen Herstellern überlassen“

Das mögliche Ende der T-Modelle bei Mercedes-Benz spiegelt möglicherweise auch die Strategie wider, zukünftig weniger Autos, dafür aber teurere verkaufen zu wollen. Dass die Modelle zumindest auf dem US-amerikanischen und chinesischen Markt in Zukunft eher als Limousine statt als familienfreundlicher Kombi verkauft werden sollen, stößt im Netz auf wenig Verständnis. „BMW und Mercedes begehen einen schwerwiegenden Fehler“, schreibt ein Nutzer unter einem Facebook-Post der Automobilwoche. Die Kombi-Bauweise sei gerade in den USA so beliebt gewesen, weil sie deutsches Design und Qualität widerspiegle. „Nun richten sich diese Hersteller immer mehr dem vermeintlich Geschmack der Asiaten aus und verlieren dabei Ihre Markenidentität.“

Mit hochpreisigen Modellen wie dem EQS, den Maybach- und AMG-Derivaten und der Design-Studie EQXX spricht die Mercedes-Benz AG eine exklusive Zielgruppe im Premiumbereich an. Eine Aufgabe der Kombi-Baureihe sehen Facebook-Nutzer auch als Aufgabe der „familienfreundlichen“ Modelle mit Stern. „Kein Wunder, das Familienauto-Thema hat Mercedes ohnehin bereits seit einiger Zeit abgeschrieben und hat das Feld anderen Herstellern überlassen“, schreibt ein Nutzer. Modelle wie der elektrische SUV EQC oder die Business-Limousine EQE seien keine Familienautos.

Da sich die Kombi-Versionen der Modelle von Mercedes-Benz aktuell vor allem in den USA und China schlechter verkaufen, werden die Versionen laut der Automobilwoche wohl dort verschwinden. Allerdings lässt der Bericht vermuten, dass die Modellversionen auch auf dem heimischen Markt bald der Vergangenheit angehören. In Deutschland will die Mercedes-Benz AG den Kunden aber eine Alternative zu den Kombis bieten. Beispielsweise, indem Limousinen höher gebaut werden, sodass die Batterien im Fahrzeugboden mehr Platz finden.

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