Bis mindestens 2024 ausverkauft

Bestellverbot: Kunden dürfen extrem begehrtes Mercedes-Benz-Modell nicht mehr ordern

Mercedes G-Klasse, fahrend
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Kunden, die eine G-Klasse von Mercedes-Benz bestellen wollen, müssen sich gedulden. Aktuell gibt es einen Bestellstopp.
  • Julian Baumann
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Bestellstopp für die G-Klasse: Das Modell der Mercedes-Benz AG ist derart beliebt, dass Kunden frühestens 2024 wieder bestellen können.

Stuttgart - Die Mercedes-Benz AG setzt stark auf E-Autos wie das Flaggschiff EQS und auf Luxus-Limousinen wie die S-Klasse. Ganz besonders beliebt ist jedoch ein Modell, dass weder E-Auto noch Limousine ist, sondern ein großer Geländewagen. Die Nachfrage nach der Mercedes G-Klasse ist weltweit so groß, dass der Traditionskonzern aus der Landeshauptstadt Stuttgart einen Bestellstopp für das Fahrzeug verhängte, wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr.

Obwohl Geländewagen logischerweise für die Fahrt im Gelände konzipiert sind, werden die großen schweren Fahrzeuge vor allem in den Städten immer beliebter. Die Mercedes-Benz AG wird derart mit Bestellanfragen für die G-Klasse, die bereits seit 1979 vom Autobauer mit dem Stern produziert wird, überhäuft, dass sie sich zu einem radikalen Schritt gezwungen sieht. Demnach können Kunden das Geländeauto seit Mitte Januar nicht mehr bestellen. Die bereits eingegangenen Bestellungen abzuarbeiten werde noch bis mindestens 2024 dauern, hieß es vom dem Autobauer.

Mercedes-Benz AG: Gigantische Nachfrage nach G-Klasse - „können keine weiteren Bestellungen annehmen“

Dass ausgerechnet die G-Klasse bei den Kunden von Mercedes-Benz so beliebt ist, steht im Gegensatz zu der erklärten E-Auto-Strategie des Konzerns. Die Mercedes-Benz AG will nämlich ab 2030 nur noch batteriebetriebene Fahrzeuge bauen und reagiert somit auch auf den steigenden Druck der Politik nach einer emissionsfreien Produktion. Die G-Klasse verfügt zwar über einen hocheffizienten Dieselmotor, dieser verbraucht aber dennoch rund elf Liter auf hundert Kilometer, berichtet das Handelsblatt. Während der Geländewagen Umweltschützern ein Dorn im Auge ist, ist das Modell bei den Kunden offenbar besonders beliebt.

Gegenüber dem Handelsblatt bestätigte die Mercedes-Benz AG die gigantische Nachfrage nach der G-Klasse und auch den verhängten Bestellstopp für die Kunden. „Wir freuen uns sehr über die weiterhin starke Nachfrage nach der G-Klasse“, heißt es aus dem Konzern. „Die weltweit stetig steigenden Bestellzahlen führen dazu, dass unser aktuelles Produktionsvolumen ausgeschöpft ist und wir vorerst leider keine weiteren Kundenbestellungen in Deutschland annehmen können.“ Doch auch Kunden, deren Bestellungen noch angenommen wurden, müssen lange auf die Auslieferung der G-Klasse warten. Die Lieferzeiten betragen aktuell bis zu zwei Jahre.

Mercedes G-Klasse: Vom Nischenauto zum Luxus-Symbol - Elektrische Version angekündigt

Bei der Einführung des Geländewagens von Mercedes-Benz, der seit jeher im österreichischen Graz gebaut wird, war das Modell noch ein regelrechtes Nischenauto. Inzwischen ist das rund 2,5 Tonnen schwere und über 100.000 Euro teure Fahrzeug aber ein Luxus-Symbol für die Großstadt. Damit entspricht die G-Klasse zumindest der erklärten Strategie von Mercedes, künftig noch stärker auf Luxus setzen zu wollen. Zudem ist laut dem Handelsblatt auch eine vollelektrische Version des Verkaufsschlagers angekündigt. Im Rahmen der E-Auto-Strategie wollen die Stuttgarter demnach eines der ertragreichsten Modelle ebenfalls in das Elektrozeitalter überführen.

Weil die Nachfrage nach der G-Klasse kontinuierlich stieg und im Jahr 2021 mit fast 42.000 verkauften Autos ein Allzeithoch verzeichnete, baute Mercedes-Benz die Produktionskapazität deutlich aus. Derzeit übersteige die Nachfrage nach der G-Klasse die jährliche Fertigungskapazität aber bei Weitem, heißt es aus dem Konzern. Wann eine Bestellung des Geländewagens wieder möglich sein wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Nachfrage nach dem Mercedes-Geländewagen ist aber nicht nur auf dem heimischen Markt so groß. In den USA könnten Händler das Modell stellenweise mit einem Aufpreis von 50 Prozent verkaufen.

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