Symbol von Überlegenheit

Studie: Männer mit Verhaltensproblemen fahren besonders oft Mercedes und BMW

Mercedes GLS von Daimler vor einem kleineren Auto
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Der Mercedes GLS ist ein beeindruckendes Statussymbol und wurde von der Deutschen Umwelthilfe als unsinnigster Monster-SUV des Jahres ausgezeichnet
  • Julian Baumann
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Laut einer Studie aus Finnland fahren Männer mit Verhaltensproblemen besonders oft Autos von Luxusherstellern wie Daimler-Tochter Mercedes-Benz oder BMW.

Stuttgart - In Bezug auf die Fahrer von Luxusautos halten sich hartnäckige Gerüchte. Wenn ein Fahrer eines Mercedes-Benz der Daimler AG im Verkehr drängelt, hört man oft ironisch: „Der darf das, bei Mercedes hat man eingebaute Vorfahrt.“

Nicht nur Besitzer von Fahrzeugen der Daimler-Tochter Mercedes-Benz haben den Ruf, sich im Verkehr schon mal rücksichtslos zu verhalten: Auch BMW-Fahrern wird ein mehr als gesundes Selbstbewusstsein zugesprochen. Laut einer Studie der Universität in Helsinki (Finnland) sind diese Annahmen mehr als nur Vorurteile. Der Grund: Es sind oft Menschen eines bestimmten Persönlichkeitstyps, die sich solche Autos aussuchen.

Die Marke Mercedes-Benz steht für Wohlstand, wurde kürzlich wieder im Ranking „Best Global Brands“ als wertvollste Luxus-Automarke ausgezeichnet. Auch Promis wie Elton John, Kanye West oder Rapper Cro aus Stuttgart haben ein Faible für Mercedes-Modelle. Oftmals profilieren sich die Fahrer mit ihren Autos, dadurch ist die Marke zu einer Art Statussymbol geworden.

Mercedes-Benz: Studie zeigt, Fahrer der Automarke aus Stuttgart sind rücksichtsloser

Professor Jan-Erik Lönnqvist von der Universität Helsinki hatte auf finnischen Straßen bereits privat beobachtet, dass mit Mercedes, BMW und Co oft auch ein bestimmtes Fahrverhalten einhergeht. Ihm fiel auf: „Fahrer, die am wahrscheinlichsten rote Ampeln missachten, Fußgängern keine Vorfahrt lassen und generell riskant und zu schnell fahren, haben oft deutsche Autos.“ Der Forscher wollte deshalb in einer Studie untersuchen, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Automarke und Verhalten gibt. Und ja: offenbar gibt es den.

Mercedes-Benz kündigte erst kürzlich an, sich wieder verstärkt als Luxusmarke etablieren zu wollen. So führt Daimler beispielsweise eine Kreuzung aus Limousine und SUV ein. Diese Darstellung als Luxussymbol hat laut der Studie aus Finnland auch einen Einfluss auf das Fahrverhalten. „Fahrer, deren Persönlichkeit als unangenehm angesehen werden kann, werden von wertvollen Autos angezogen“, sagte Lönnqvist im Interview mit Eureka-Alert.

Dass sich die Fahrer von Autos der Marke Mercedes-Benz überlegen fühlen, will der finnische Forscher anhand seiner im „International Journal of Psychology“ erschienenen Studie ebenfalls nachgewiesen haben. Sie hätten außerdem den Drang, ihre Überlegenheit gegenüber anderen zu demonstrieren, so Lönnqvist.

Er führte eine Umfrage mit 1.892 Fahrern aus Finnland durch und kam zu dem Ergebnis, dass durchaus eine Verbindung zwischen dem Fahren von Luxusautos und einem rücksichtslosen Fahrverhalten bestehe. Laut Studie gelte dieser Zusammenhang jedoch ausschließlich für männliche Fahrer. Übrigens ein in diesem Kontext spannender Fakt: Das Modell Mercedes 600 war bei Diktatoren äußerst beliebt.

Mercedes Benz und der Wohlstand: Nicht nur Problem-Fahrer kaufen die beliebte Marke

Dass alle Fahrer eines Autos der Marken Mercedes-Benz und BMW ein rücksichtsloses und unverantwortliches Verhalten an den Tag legen, bestätigt die Studie aus Helsinki jedoch nicht. Lönnqvist berichtete, dass auch gewissenhafte Männer und Frauen - die organisiert, ehrgeizig und anständig sind, von solchen Fahrzeugen angezogen werden. Als Grund nennt Lönnqvist, dass „das Fahren eines zuverlässigen Autos die Botschaft sendet, dass die Fahrer selbst ebenfalls zuverlässig sind“.

Laut der Studie aus Finnland gibt es zwei Gruppen von Fahrern von Luxusautos. Die einen verwenden Mercedes, Porsche und Co. als Statussymbol, während die anderen die Autos fahren, um als zuverlässig und vertrauenswürdig zu gelten.

Das würde auch für Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprechen, der selbst eine S-Klasse von Mercedes-Benz fährt. Das Auto des Regierungschefs erregt immer wieder die Gemüter. Fragt sich nur, zu welchen der zwei Arten von Fahrers aus der Studie Kretschmann gehört.

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