Viel Schutz für viel Geld

Neue „Kanzler-Karre“ von Mercedes-Benz: Video zeigt sicherstes Auto der Welt

Mercedes S 680 Guard
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Zum Fuhrpark des Kanzleramts wird demnächst auch der Mercedes S 680 Guard gehören. Die „Kanzler-Karre“ ist praktisch vor sämtlichen Angriffen geschützt.
  • Valentin Betz
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Das Fahrzeug des Bundeskanzlers ist ein Mercedes-Benz. Der S680 Guard gilt als sicherstes Auto der Welt - kommt äußerlich aber unscheinbar daher.

Stuttgart - Die Fahrzeuge der Mercedes-Benz AG sind weltweit für luxuriöse Ausstattung und ein entsprechendes Design bekannt. Unter der Marke Maybach bringt das Unternehmen besonders extravagante Karossen auf den Markt. Sie soll jetzt mit anderen Bereichen zu einem völlig neuen Unternehmen für Luxusautos gebündelt werden.

Die Mercedes-Benz baut aber noch weitere Fahrzeuge, die einer ganz speziellen Käuferschicht vorenthalten sind. Dazu gehört auch der neue Protz-Mercedes des nächsten Bundeskanzlers, der stolze 547.400 Euro kostet. Galileo hat sich den S680 Guard in einem Video genau angeschaut und erklärt, warum der Preis gerechtfertigt ist.

Sonderfahrzeug der Mercedes-Benz AG: Der S680 Guard ist nur für spezielle Kunden

Der Guard, übersetzt so viel wie „Beschützer“, hat diesen Namen redlich verdient - ist aber nicht ausschließlich für Bundeskanzler konzipiert. Theoretisch kann sich die „Kanzler-Karre“, wie Galileo sie nennt, jeder kaufen, dessen Geldbeutel groß genug ist. In der Realität seien das aber hauptsächlich Behörden, Regierungen, Königshäuser und VIPs, erklärt Michael Christof. Er ist leitender Produktmanager im Bereich Sonderschutzfahrzeuge der Mercedes-Benz AG.

Beim Design bleibt Mercedes zwar seiner luxuriösen Linie treu, treibt es aber nicht auf die Spitze. Das sei allerdings Teil des Sicherheitskonzepts und unterscheide den Guard beispielsweise vom amerikanischen Pendant, dessen Spitzname allein mit „The Beast“ (deutsch: die Bestie) schon deutlich auffälliger ist. Letzteres ist ein militärisches Fahrzeug, verkleidet als Limousine. Der S660 Guard der Mercedes-Benz AG wiegt zwar 4,5 Tonnen und darf deshalb nur mit Lkw-Führerschein und Fahrtraining gesteuert werden, kommt ansonsten aber unauffällig daher.

Das soll laut Michael Christof auch so sein. Äußerlich könnte der Guard „genauso gut eine ganz normale Serien-S-Klasse“ sein, damit die Insassen möglichst wenig auffallen. Wenn hingegen „The Beast“ durch amerikanische Straßen fährt, weiß das direkt die ganze Stadt.

Mercedes-Benz AG: S680 Guard gegen alle möglichen Angriffe gerüstet

Das unauffällige Aussehen allein rechtfertigt natürlich nicht den stolzen Preis für den S680 Guard. Der ergibt sich durch die aufwendige Innenausstattung. Kühlschrank, Telefon und sechs Lagen Sicherheitsglas dürften für Kunden wie den Bundeskanzler wohl eher zum Standard gehören.

Wirklich besonders macht den Guard seine selbsttragende Hochsicherheitszelle, die hinter dem Motor beginnt und bis zum Kofferraum reicht. Innerhalb dieser Schutzzelle überlebt der Insasse praktisch jeden erdenklich möglichen Angriff. Der Panzerstahlrahmen hält Kugeln und Hitze stand und steckt sogar Sprengladungen weg. Wie der Business Insider berichtet, schirmt die Zelle Passagiere selbst vor Handgranaten ab. Sollte es doch brennen, kann ein System aus Leitungen und Düsen unter dem Fahrwerk das Feuer automatisch löschen.

Selbst an Giftgas und Biowaffen hat die Abteilung Sonderschutzfahrzeuge der Mercedes-Benz AG bei der Entwicklung des S680 Guard gedacht. Die Schutzzelle lässt sich durch Überdruck im Innern abriegeln, wodurch gleichzeitig Gase einfach weggepustet werden. Ein Lufttank zwischen Rücksitz und Kofferraum versorgt die Insassen dann mit ausreichend Sauerstoff.

S680 Guard der Mercedes-Benz AG: Reifenpannen gibt es mit diesem Fahrzeug nicht

Eine einzige Tür der „Kanzler-Karre“ wiegt übrigens 180 Kilogramm, lässt sich dank Servounterstützung aber problemlos öffnen. Kunden wie der künftige deutsche Bundeskanzler sind im Guard sogar vor Hackern geschützt, da kaum Software im Fahrzeug der Mercedes-Benz AG verbaut ist.

Reifenpannen gibt es mit dem Mercedes S680 Guard übrigens auch nicht. Das Fahrzeug kann dank eines Stützrings ohne Luft im Reifen fahren - mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde und 30 Kilometer weit. Genug, um im Notfall aus der „Gefahrenzone“ zu kommen, erklärt Michael Christof.

Sollte es wider Erwarten doch zu einem Unfall oder einer Panne kommen, bietet die Mercedes-Benz AG gegen entsprechende Bezahlung sogar einen „Flying Doctor Service“. Personal wird dann überall auf der Welt ausgeflogen, um nötige Reparaturen am Guard durchzuführen.

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