Coronavirus in Baden-Württemberg

Harte Entscheidung zur Maskenpflicht an Schulen zeigt: Die Corona-Krise ist noch lange nicht vorbei

Schüler sitzen während Unterricht mit Abstand zueinander in umfunktionierter Turnhalle.
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Schüler mit Mundschutz sitzen in einer zum Schulraum umfunktionierten Turnhalle.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg sollen nach den Sommerferien bestimmte Maßnahmen an Schulen eingehalten werden. Winfried Kretschmann bestätigte am Dienstag, dass zum ersten Schultag eine Maskenpflicht an weiterführenden Schulen gilt.

  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Landesregierung beschließen eine Maskenpflicht für weiterführende Schulen nach den Sommerferien.
  • Durch die Maskenpflicht soll das Coronavirus in Baden-Württemberg in Schach gehalten werden. Geplant ist, dass nach den Sommerferien alle Schulen wieder den Regelbetrieb aufnehmen.
  • Im Zeitraum von Mitte August bis Ende September sollen Mitarbeiter von Schulen und Kitas zudem die Möglichkeit haben, kostenlose Tests auf das Coronavirus zu machen.

Stuttgart - Besonders für Schüler bedeuten die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg einen radikalen Eingriff in ihren Alltag. Durch Unterrichtsausfall und Homeschooling bestehen vor allem bei leistungsschwächeren Schülern Wissenslücken. Nach den bereits bestehenden Corona-Lockerungen vom 1. Juli planen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und die Landesregierung nach den Sommerferien, dass - je nachdem wie sich die Lage rund um Covid-19 entwickelt - ein weitestgehend regulärer Unterricht an allen Schulen stattfinden soll.

Grundschulen sind bereits am 29. Juni zu einem Regelbetrieb unter Einhaltung aller notwendigen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg übergegangen. Laut einer Studie, die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Landesregierung in Auftrag gegeben wurde, sind Kinder bis zehn Jahren keine Infektionstreiber und somit ein kleines Risiko. Dennoch müssen in Stuttgart aktuell an fünf Schulen Tests auf das Coronavirus bei Lehrern und Schülern durchgeführt werden.

Um das Coronavirus in Baden-Württemberg einzudämmen: Winfried Kretschmann bestätigt Maskenpflicht für weiterführende Schulen nach den Sommerferien

Ein Regelbetrieb für alle Schulen ist ab 14. September nur möglich, wenn alle notwendigen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg eingehalten werden. Bereits in der vergangenen Woche gab Winfried Kretschmann daher bekannt, dass die Landesregierung über eine mögliche Maskenpflicht für ältere Schüler diskutiert. Grund dafür sei das Kurssystem, wie der Ministerpräsident erklärte. Bei diesem setzen sich die jeweiligen Kursklassen von Schulfach zu Schulfach unterschiedlich zusammen. Experten empfehlen, dass die Schüler in ihren Gruppen zusammenbleiben, um das Risiko einer Übertragung von Covid-19 klein zuhalten.

Am Dienstag bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann nun die Maskenpflicht für weiterführende Schulen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Um der Gefahr durch das Coronavirus in Baden-Württemberg Herr zu werden, muss demnach sowohl auf dem Schulgelände als auch im Gebäude eine Maske getragen werden. Ausgenommen ist eine Maskenpflicht während des Unterrichts, wie die Schwäbische Zeitung zuvor berichtete.

Winfried Kretschmann und Landesregierung beschließen Maskenpflicht für weiterführende Schulen und freiwillige Corona-Tests für Mitarbeiter

Neben der Maskenpflicht an weiterführenden Schulen einigte sich die Landesregierung rund um Ministerpräsident Winfried Kretschmann außerdem auf eine Teststrategie für Beschäftigte an Schulen und Kitas, um das Coronavirus in Baden-Württemberg in Schach zu halten. Zur Sicherheit der Kollegen und Kinder können sich Lehrer und Erzieher im Zeitraum von Mitte August bis Ende September insgesamt zweimal auf freiwilliger Basis kostenlos auf Covid-19 testen lassen. Das minimiert die Gefahr, dass beispielsweise Mitarbeiter, die sich während einer Urlaubsreise mit dem Coronavirus infiziert haben, ihre Kollegen anstecken.

Als Folge der Einschränkungen durch das Coronavirus in Baden-Württemberg sind viele Schüler noch nicht auf dem aktuellen Stand im Sinne des Lehrplans. Die Wissenslücken sollen in den letzten beiden Wochen der Sommerferien mit einem Nachhilfe-Programm geschlossen werden. Das kündigte Kultusministerin Susanne Eisemann (CDU) an. Trotz Lehrkraftmangel verlieren viele Lehrer ab 30. Juli trotzdem ihren Job und müssen sich arbeitslos melden. Laut Kultusministerium sind derzeit 3.800 Lehrer in Baden-Württemberg nur befristet beschäftigt. Das stößt vielerorts auf Kritik.

Ziemlich genau eine Woche nachdem die Landesregierung die Maskenpflicht für ältere Schüler beschlossen hatte, verkündete Winfried Kretschmann, dass eine andere Art der Gesichtsbedeckung in Schulen ab sofort verboten sei. Bei dieser handelt es sich auch nicht um einen Schutz gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg, sondern um die Vollverschleierung durch Burkas oder Nikabs.

In Bussen, Bahnen und an Haltestellen gilt Maskenpflicht. Allerdings scheinen viele Menschen das Coronavirus in Baden-Württemberg seit den Maßnahmenlockerungen nicht mehr richtig ernst zu nehmen. Immer wieder fallen in Öffentlichen Verkehrsmitteln Fahrgäste auf, die keine Maske oder diese zumindest falsch tragen. Um die Passagiere für die Schutzmaßnahmen zu sensibilisieren, setzte die Stuttgarter Straßenbahnen AG eine Idee um, die jedoch auch hämisch kommentiert wurde.

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