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„Ekelerregend“: Stuttgarts neuer Marktplatz nach Weindorf laut Linken-Politiker „Fall für Komplettsanierung“

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Von: Nadja Pohr

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Der Marktplatz in Stuttgart
Zwischen September 2020 und April 2022 ließ die Stadt Stuttgart den Marktplatz für knapp 12,6 Millionen Euro sanieren. Nach dem Weindorf ist der Belag aus hellen Pflastersteinen nun schwarz verfärbt. © Fotomontage BW24/IMAGO/Arnulf Hettrich/Screenshot Twitter/Luigi Pantisano

Für 12,6 Millionen Euro wurde der Marktplatz in Stuttgart in den vergangenen zwei Jahren umgestaltet. Die jüngsten Veranstaltungen dort haben dem neuen Bodenbelag jedoch nicht gutgetan. Von Stadtrat Luigi Pantisano kommt deshalb massive Kritik.

Stuttgart - Das Erscheinungsbild des Stuttgarter Marktplatzes war der Stadtverwaltung bereits seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Vor zwei Jahren beschloss die Stadt deshalb die Umgestaltung und Sanierung der Fläche vor dem Rathaus der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Neben einem neuen Belag erhielt der Platz im Rahmen umfangreicher Bauarbeiten ab September 2020 auch ein Fontänenfeld. Seit Mitte April 2022 sprudelt Wasser aus 36 Düsen und soll an heißen Tagen für Abkühlung sorgen. Kostenpunkt der Wasserspiele: 900.000 Euro. Insgesamt investierte die Stadt satte 12,6 Millionen Euro in die Umgestaltung des Marktplatzes.

Vor wenigen Tagen, am 4. September, ging nun das Stuttgarter Weindorf zu Ende, dessen Hütten und Weinlauben unter anderem auf dem neuen Marktplatz aufgestellt waren. Als die Abbauarbeiten abgeschlossen waren, bot sich Passanten jedoch ein erschreckendes Bild: Die Veranstaltung hat ihre Spuren auf dem erst kürzlich sanierten Platz hinterlassen - und wie.

„Ekelerregend“: Linken-Stadtrat zeigt sich fassungslos über Zustand des Stuttgarter Marktplatzes

Auf dem Marktplatz in Stuttgart sind nicht nur etliche Reifenspuren von Lkw und Autos zu sehen, sondern auch eine Menge Dreck. Der Belag aus hellen Pflastersteinen ist massiv schwarz verfärbt. Darüber hinaus sind zahlreiche dunkle Flecken zu sehen und die Standflächen der Buden sind noch gut in ihren Umrissen zu erkennen. „Darf ich vorstellen: Der neue Belag auf dem Marktplatz in Stuttgart“, schreibt Linken-Stadtrat Luigi Pantisano auf Twitter zu einigen Bildern des verdreckten Platzes.

Auf dem Kurznachrichtendienst zeigt sich Pantisano fassungslos über den Zustand der Fläche und macht seinem Ärger darüber Luft. „Ekelerregend“, findet er das vor allem in Anbetracht dessen, dass die Umgestaltung des Platzes mehr als 12 Millionen Euro gekostet habe. „Zwei Veranstaltungen später und schon ein Fall für Komplettsanierung“, schreibt der Politiker aus der Fraktion Die Linke weiter. Vor diesem Zustand hätte die Partei die Verantwortlichen gewarnt, aber die „Stadt Stuttgart wusste es besser“, ärgert er sich. „Wer zahlt das jetzt?“, lautet Pantisanos abschließende Frage.

Nächste Baustelle könnte den Belag auf dem Marktplatz in Stuttgart noch mehr Schaden

Die Sorge um weitere Schäden und Kosten für den Stuttgarter Marktplatz sind nicht unberechtigt. Das nächste Millionenprojekt steht bereits kurz vor dem Startschuss. Das ehemalige Herrenmodehaus Breitling wird zum „Haus des Tourismus“ umgebaut. Erneut werden einige schwere Baufahrzeuge über den Platz rollen und ihn zusätzlich strapazieren.

Doch auch hier haben die Verantwortlichen in der Politik in Stuttgart keinerlei Bedenken. „Der Platz muss was aushalten, wenn es Schäden durch die Baustelle gibt, kennen wir den Verursacher“, meinte Jürgen Mutz, Leiter des Tiefbauamts, gegenüber der Stuttgarter Zeitung (StZ) lapidar. Die Frage, wer für mögliche Schäden durch die bevorstehende Baustelle aufkommt, scheint somit zumindest geklärt.

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