Landeshaupstadt Stuttgart

Schandmal Marienplatz: Hipster sorgen in Stuttgart für Ärger - „macht mich wütend und traurig“

Müll auf Marienplatz in Stuttgart
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Müll auf dem Marienplatz in Stuttgart an einem Samstagmorgen.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Vor allem am Wochenende versammeln sich trotz Coronavirus in Baden-Württemberg viele Menschen auf Öffentlichen Plätzen. Der beliebte Marienplatz in Stuttgart sorgt bei Passanten jedoch auch am Morgen danach für Entsetzen.

  • Durch die Lockerung der Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg dürfen sich wieder viele Menschen auf Öffentlichem Raum treffen.
  • Unter anderem auf dem Marienplatz in Stuttgart treffen sich vor allem am Wochenende bei schönem Wetter Hunderte Menschen. Abstandsregeln werden nicht immer eingehalten.
  • Die abendlichen Besucher hinterlassen auf dem Marienplatz viel Müll, worüber sich viele Menschen empören.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg musste sich die Bevölkerung in den vergangenen Monaten in ihrem Alltag stark einschränken. Seit den Corona-Lockerungen vom 1. Juli ist jedoch fast alles wieder erlaubt. Beispielsweise dürfen sich seitdem wieder bis zu 20 Personen auf öffentlichem Raum wie etwa dem Marienplatz in der Landeshauptstadt Stuttgart. Das Abstandsgebot sowie eine Maskenpflicht in Öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten bestehen allerdings weiterhin.

Anscheinend haben sich jedoch nicht nur die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg gelockert, sondern auch die Einstellung einiger Menschen zu den einzuhaltenden Regeln. Vor allem auf Öffentlichem Raum wie dem Marienplatz in Stuttgart bekommt man abends und insbesondere am Wochenende das Gefühl, das Coronavirus gehöre bereits der Vergangenheit an. Eine solche Entwicklung kritisierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann erst kürzlich und warnte: „Es ist nicht vorbei“.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Abstandsregeln werden auf Marienplatz in Stuttgart nicht immer eingehalten

Dass die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg seit einigen Wochen wieder steigt, scheint mit Hinblick auf Hunderte Menschen, die sich beispielsweise auf dem Marienplatz in Stuttgart versammeln, nicht verwunderlich. Man sitzt im Kreis auf dem Boden und es wird viel Alkohol getrunken. Abstandsregeln werden kaum eingehalten, Masken tragen die wenigsten.

Ähnlich leichtsinniges Verhalten wie auf dem Marienplatz in Stuttgart konnte man am vergangenen Wochenende auch an völlig überfüllten Badeseen beobachten. Allein am Breitenauer See bei Obersulm ging die Polizei von rund 10.000 Badegästen aus. Die Zahlen in Baden-Württemberg steigen jedoch auch wegen einiger Urlaubsrückkehrer. Seit Mitte Juni ist das Reisen in viele Länder wieder erlaubt. Besonders in einem Land ist das Risiko, sich mit Covid-19 zu infizieren hoch.

Baden-Württemberg: Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus steigt in den vergangenen Wochen

Doch nicht nur der unvorsichtige Umgang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg, sorgt mit Hinblick auf den Marienplatz in Stuttgart für Unmut. Es ist auch das trostlose Bild, das durch die Hinterlassenschaften der abendlichen Treffen entsteht: leere Flaschen, Papp- und Plastikecher, alte Tüten. „Samstag morgen 8 Uhr - unglaublich. Das macht mich traurig und wütend!“, schreibt eine entsetzte Instagram-Nutzerin unter einem Foto.

Der Marienplatz gilt in Stuttgart als urbaner Treffpunkt mit coolen und schicken Restaurants, Bars und Cafés. Insbesondere junge Leute kommen dort in den Abendstunden zusammen - unter ihnen viele Studenten. Nicht selten fallen im Zusammenhang mit dem Marienplatz die Bezeichnungen „Yuppies“ und „Hipster“.

„Es ist schon seit Jahren das gleiche Problem“, beschwert sich ein Kommentator auf Instagram. „Jeden verdammten Morgen - besonders im Sommer - sieht es auf dem Platz gleich schlimm aus. Müllkippe statt Marienplatz, sobald die Menschen ihre kehrwochengepflegten Wohnungen verlassen, lassen sie auch ihren Anstand daheim.“

Marienplatz in Stuttgart: Besucher lassen ihren Müll einfach liegen

Auch die Stadt Stuttgart ist die negative Entwicklung mit achtlos weggeworfenem Müll wie auf dem Marienplatz aufgefallen und will daher handeln. Mit der Kampagne Stuttgart macht‘s rein! will sie das „Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für Sauberkeit in der Stadt schärfen und zum Mitmachen animieren“, wie es auf ihrer Internetseite heißt.

„Der achtlos weggeworfene Müll habe Überhand genommen, wird Oberbürgermeister Fritz Kuhn auf der Website zitiert. „Eine Stadt lebt vom Gemeinsinn ihrer Bürgerinnen und Bürger, von Menschen, denen die Sauberkeit der Straßen, Plätze und Grünanlagen nicht egal ist, und die deshalb leere Flaschen, Verpackungsmüll, Zigarettenkippen und sonstigen Abfall ordentlich entsorgen.“ Bleibt zu hoffen, dass das Anliegen von Kuhn und der Stadt Stuttgart, die abendlichen Besucher vom Marienplatz auch erreicht.

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Müllstadt Stuttgart Samstagmorgen

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Nicht nur am Marienplatz, sondern auch am Oberen Schlossgarten, der jüngst durch die Ausschreitungen in Stuttgart, in die Schlagzeilen geriet, sind vor allem in den Morgenstunden am Wochenende die Hinterlassenschaft und der Müll des Vorabends deutlich sichtbar. Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg halten sich im Öffentlichen Raum besonders viele junge Menschen auf - Clubs und viele Bars haben immer noch wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen. Das zeigt sich auch am Österberg in Tübingen, wo es regelmäßig zu Alkoholexzessen bei Hunderten Jugendlichen kommt. Aufgrund der Probleme im Nachtleben verdoppelt die Universitätsstadt nun auch die Sicherheitskräfte - ein Alkoholverbot wird ebenfalls diskutiert.

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