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„Ich bin sprachlos“: Magnetfischer ziehen „unglaubliche“ Gegenstände aus dem Neckar

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Von: Julia Hawener

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Ein Gokart für Kinder, Einkaufwägen und Scooter wurden aus dem Neckar gefischt.
Ein Gokart für Kinder, Einkaufswagen, Scooter und ein Fahrrad versteckten sich am Grund des Neckars in Stuttgart. © Instagram/magnetfischereieiei

Mit einem großen Magneten fischten Magnetfischer zuletzt Metallschrott aus dem Neckar in Stuttgart. Die Angler teilten ihre Fundstücke im Netz - die User sind schockiert.

Stuttgart – Auf den ersten Blick sieht man vielen Gewässern nicht an, was in den Tiefen schlummert. In einem Stausee etwa fanden britische Forscher das Fossil eines sogenannten Seedrachens und in Baden-Württemberg wurde 400 Millionen Jahres altes Leben am Grund entdeckt. Doch manchmal verstecken sich in Flüssen und Teichen auch Dinge, die dort eigentlich nichts zu suchen haben: Metallschrott zum Beispiel. Damit dieser dort nicht für immer verrostet, haben es sich sogenannte Magnetfischer zur Aufgabe gemacht, die Gewässer davon zu befreien. Zuletzt durchkämmte eine Gruppe dieser Angler den Neckar in Stuttgart und fischte einige spannende Gegenstände aus dem Nebenfluss.

„Hallo Stuttgart, ich war mit Gleichgesinnten bei euch am Neckar zum Magnetfischen und dachte, ich lasse euch doch mal an den Funden teilhaben“, schreibt Marcus Sonnenberg auf der lokalen „Schwarzes Brett – Stuttgart“- Facebook-Gruppe. Dazu postete der etwas andere Hobby-Angler Fotos der Ausbeute. „Wir waren sehr erfolgreich, wie man sieht!“, schreibt er weiter. Neben den typischen Fundsachen wie Schrauben, Nägel und einigen Kronkorken sind auf den Fotos auch deutlich größere magnetische Gegenstände zu sehen. Darunter zwei Einkaufwägen, einige Scooter, ein Fahrrad und sogar ein Gokart für Kinder - am Material hat das Flusswasser und vor allem die Zeit genagt.

Magnetfischer ziehen in Stuttgart Metallschrott aus dem Neckar – „Kuriose Funde sind immer dabei“

Mit einem starken Neodym-Magneten, der normalerweise an einer Schnur, einem Seil oder einer Kette befestigt wird, fischte Sonnenberg mit anderen Mitstreitern den Metallschrott aus dem Neckar. Der 37-Jährige aus Zürich ist bereits seit zwei Jahren passionierter Magnetfischer, wie BärnToday berichtet. Auf seinem Instagram-Account „magnetfischereieiei“ wolle er mit Fotos von herausgefischtem Schrott seine Mitmenschen sensibilisieren. Dabei treibe ihn der Naturschutz und die Gewässerreinigung an. „Ich nenne es gerne: Das Nützliche mit dem Interessanten verbinden. Kuriose Funde sind immer dabei“, sagt Sonnenberg. Und das zeigt auch sein Einsatz in Stuttgart:

Im Netz hagelt es vor allem Danksagungen für den Magnetfischer und das restliche Team. Viele User sind zudem schockiert, was für Gegenstände am Grund des Neckars schlummern. „Unglaublich echt“, „heftig, was da alles drin ist“ und „ich bin sprachlos, was die Leute alles in den Neckar schmeißen. Sowas geht gar nicht“, schreiben einige Nutzer auf Facebook. Dabei fehlt zahlreichen Usern das Verständnis für diejenigen, die ihren „Müll“ so entsorgen. „Krass, was da so drin ist. Warum werfen die Menschen es da rein?“, fragt etwa eine Frau. Darauf hat auch Sonnenberg keine genaue Antwort, aber er vermutet: „Aus den Augen aus dem Sinn? Aber Dank der Dummheit dieser Menschen haben wir ein geniales Hobby“, kommentiert der Züricher.

Magnetfischen in Baden-Württemberg mit Ausnahme einiger Orte erlaubt

Der Metallschrott, der aus dem Neckar gefischt wurde, wird laut Marcus Sonnenberg von der Stadt Stuttgart entsorgt. Das wirft bei einigen Usern Fragen auf. „Ich dachte, Magnetfischen sei in Deutschland verboten? Habt ihr das im Auftrag gemacht oder wie?“, schreibt dazu eine Facebook-Nutzerin. Grundsätzlich ist Magnetfischen in Deutschland nicht verboten, doch die Bundesländer können es laut dem Bußgeldkatalog einschränken – etwa aus Denkmalschutzgründen, aber auch zur Sicherheit. Denn von dem Magneten können auch gefährliche Gegenstände wie Bomben angezogen werden. Mit Ausnahme einiger Orte ist das Magnetfischen in Baden-Württemberg jedoch erlaubt.

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