Etwa 120 Menschen

Luftbrücke aus Moldau: Erste ukrainische Flüchtlinge landen in Stuttgart

Aus der Ukraine sind vor allem Frauen und Kinder geflüchtet. Sie gelten als bedroht durch Gewalt.
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Über eine Luftbrücke sind die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine (Symbolbild) nach Baden-Württemberg gekommen.

Die ersten Ukraine-Flüchtlinge sind über eine Luftbrücke von Moldau aus nach Baden-Württemberg gekommen. Viele sind gesundheitlich angeschlagen.

Stuttgart (dpa/lsw) – Es ist der erste Flug der Luftbrücke für ukrainische Flüchtlinge aus Moldau nach Baden-Württemberg: Am Mittwochabend kamen etwa 120 Menschen aus der Hauptstadt Chisinau mit dem Flugzeug in Stuttgart an, teilte das baden-württembergische Migrationsministerium mit. Sie waren vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine in das benachbarte Moldau geflohen. Viele von ihnen sind gesundheitlich angeschlagen.

Mehrere Flüchtlinge wurden mit Rollstühlen gefahren, ein Mensch wurde liegend transportiert. Ministerin Marion Gentges (CDU) sagte zu der Aktion: „Damit leisten wir einen Beitrag, um Moldau, das in der aktuellen Situation besonders beansprucht ist, zumindest ein wenig zu entlasten.“ Deutschland hat der Republik Moldau, dem kleinsten und wirtschaftlich schwächsten Nachbarland der Ukraine, schon im März angeboten, bis zu 2500 Geflüchtete direkt zu übernehmen.

Dabei will man nach Angaben des Landesministeriums vor allem Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Schwerkranke, Verwundete sowie alleinreisende Mütter mit Kindern helfen. Nun kümmern sich die Regierungspräsidien in Karlsruhe und Stuttgart darum, dass die Menschen untergebracht und versorgt werden. Die Luftbrücke besteht seit Ende März, die Sondermaschinen landeten aber bisher in anderen Bundesländern.

Mehr als 84 000 Flüchtlinge aus der Ukraine wurden nach Angaben des Ministeriums bisher in Baden-Württemberg erfasst. 81.000 Flüchtlinge sind in den Kommunen untergebracht, 3.000 in den Erstaufnahmestellen des Landes. Die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine dürfte allerdings deutlich höher sein. Denn Menschen aus der Ukraine, die privat unterkommen, müssen sich 90 Tage lang nicht bei den Behörden melden, sofern sie keine Leistungen vom deutschen Staat wollen.

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