Anpassung mit Impfregister

Smudo gibt sich nicht geschlagen: Luca-App wird in Baden-Württemberg zurückkehren

Rapper Smudo
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Der Rapper Smudo entwickelte die Luca-App mit. Nach dem beschlossenen Aus der Kontaktverfolgungsanwendung in Baden-Württemberg will er sie für eine Rückkehr optimieren.
  • David Frey
    VonDavid Frey
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Rapper Smudo entwickelte die Luca-App mit. Nach deren Aus in Baden-Württemberg will er die Software zur Kontaktverfolgung für eine Rückkehr nachrüsten.

Stuttgart - Auf die Luca-App prasselte bereits vor ihrer Einführung viel Kritik ein, die sich hartnäckig hielt. Inzwischen ist klar: Baden-Württemberg loggt sich bei der Luca-App aus. Der Vertrag mit dem privaten Anbieter „culture4life“ läuft Ende März aus und wird nicht verlängert. Somit wird die Smartphone-Anwendung zur Kontaktverfolgung, die vor allem vielen Restaurantbesitzer und Veranstalter nutzen, immer mehr von der Bildfläche verschwinden.

Die Luca-App geriet aber auch ins Kreuzfeuer, weil die Polizei die Daten für die Ermittlung nutzen wollte. Wenngleich das Gesundheitsamt und die Staatsanwaltschaft in einem Fall in Freiburg diesem Vorgehen einen Riegel vorschoben, keimen immer wieder Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes auf. Der Rapper Smudo, ehemaliges Mitglied der Gruppe „Die Fantastischen Vier“ aus der Landeshauptstadt Stuttgart und einer der größten Förderer der Luca-App, stellt sich immer wieder schützend vor das Projekt. Als in der Debatte um Sicherheitslücken Politiker forderten, die Luca-App zu löschen, reagierte Smudo empört und wertete das Vorgehen als „schlichtweg verantwortungslos“. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung äußerte er sich jetzt zum beschlossenen Aus in Baden-Württemberg.

Smudo will Luca-App mit Impfregister nachrüsten und für Rückkehr in Baden-Württemberg bereitmachen

„Baden-Württemberg hat sich dazu entschlossen, die Gesundheitsämter rauszunehmen. Ich finde aber, dass man jedes Tool nutzen sollte, um die Ämter an der Pandemie teilhaben zu lassen“, sagte Smudo der Stuttgarter Zeitung. Den Vorwurf, dass die Behörden aufgrund der Nutzung der App überlastet seien, könne er nicht nachvollziehen. Unter anderem hatte eine IT-Expertin die Luca-App mit ihrer Kritik auseinander genommen und gesagt, dass sie „keine Wirkung mehr“ habe. Dies bezog die Entwicklerin mitunter darauf, dass die Ämter die Daten extra anfragen müssten, was angesichts der enormen Arbeitslast durch die hohen Corona-Infektionszahlen gar nicht zu leisten sei.

„Die Ämter sind nicht wegen Luca überlastet, sondern sind es auch ohne. Unser Ziel mit Luca ist, die Ämter zu entlasten“, ist Smudo überzeugt. Der Musiker sehe das gesamte Projekt nicht am Ende, sondern wolle jetzt überlegen, wie die Luca-App an die Gegebenheiten angepasst werden könne. Eine Idee: Die Anwendung mit einem Impfregister nachrüsten. Befragungen zufolge seien 80 Prozent der Nutzer bereit, ihren Impfstatus in der App anzugeben und sie mit dem Gesundheitsamt zu teilen.

Smudo rechnet mit Rückkehr der Luca-App im weiteren Pandemieverlauf

Smudo sagte gegenüber der Stuttgarter Zeitung, dass die Luca-App die „direkte Verbindung zwischen Gesundheitsamt und den Bürgern“ sei. Der Rapper ist sich sicher, dass die App in Baden-Württemberg dann zurückkehren könnte, wenn die Pandemie in eine Endemie übergehen sollte.

Von einer Endemie wird in der Medizin gesprochen, wenn Fälle einer Krankheit in einer Bevölkerung oder begrenzten Region fortwährend gehäuft auftreten. „Spätestens dann müssen lokale Ausbrüche wieder technologiegestützt von Gesundheitsämtern nachverfolgt werden. Das geht nur mit Luca“, so Smudo.

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