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Cannstatter Wasen: Stuttgarter Festwirt will „Layla“-Hit „aus Prinzip“ spielen

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Von: Lisa Klein

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Der Ballermann-Hit „Layla“ ist umstritten, in manchem Festzelt sogar verboten. Ein Stuttgarter Wirt will den Song auf dem Cannstatter Wasen trotzdem spielen – „aus Prinzip“.

Schon lange wurde kein Song mehr so heiß diskutiert wie der Ballermann-Hit „Layla“. Seit Wochen läuft er auf Volksfesten und in Partyzelten rauf und runter – doch das passt nicht allen. Manche Volksfeste haben „Layla“ bereits auf die rote Liste gesetzt und ein Spielverbot verhängt. Der Song von DJ Robin & Schürze um eine „Puffmama“ namens Layla ist wiederholt als sexistisch kritisiert worden – steht aber trotzdem seit Wochen an der Spitze der Single-Charts. Auch auf dem Cannstatter Wasen könnte ein „Layla“-Verbot drohen. Ein Stuttgarter Festwirt will den Ballermann-Hit trotzdem spielen, wie die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten berichten – und zwar „aus Prinzip“, wie echo24.de berichtet.

Cannstatter Wasen: „Schwabenwelt“-Festwirt will „Layla“ trotz Debatte spielen

Michael Wilhelmer, Wasenwirt der „Schwabenwelt“, ginge es in erster Linie „um die Freiheit der Kunst“, wie er gegenüber der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten verrät. Der Festwirt verweist darauf, dass seit Jahren Hits in den Zelten laufen, die durchaus als sexistisch eingestuft werden können – und die Menge feiert‘s trotzdem. Wer kennt schließlich nicht den Text von „Joanna“ oder „Skandal im Sperrbezirk“?

Von vielen Seiten hagelt es für das „Layla“-Verbot Kritik. Der Comedian Matze Knop, der vor vielen Jahren mit dem Song „Supa Richie“ ein Sende-Verbot kassiert hat, hält laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Debatte um das Skandal-Lied „Layla“ für den „größten Schwachsinn überhaupt“, das sei „ja schon hochgradig albern“.

„Layla“-Verbot geht nach hinten los: „Was verboten wird, wird nur noch interessanter“

In Würzburg war „Layla“ von einem Volksfest verbannt worden, in Münster soll der Hit beim Volksfest Send ebenfalls nicht gespielt werden. In Düsseldorf ging das „Layla“-Verbot bereits nach hinten los: Zunächst hatte der Düsseldorfer Schützenchef das Lied auf der gesamten Kirmes untersagen wollen – schließlich wurde das Verbot nur für den Bereich um das eigene Festzelt ausgesprochen. Doch so richtig geklappt hat das nicht: Wie die dpa am Samstag berichtet, sangen Hunderte im Schützen-Festzelt trotz Verbot „Layla“ lautstark mit.

Nach tagelanger Debatte, ob der als sexistisch kritisierte Hit im Bereich der St.-Sebastianus-Schützen laufen soll, hat der DJ am Freitagabend (15. Juli) als Kompromiss eine Instrumentalversion gespielt. Am Ende grölten die Gäste den Text wohl so laut mit, dass der fehlende Gesang aus dem Lautsprecher kaum auffiel. „Layla war nicht zu verhindern“, sagte der DJ später in einem Video auf Facebook.

Der Schützenverein teilte auf dpa-Anfrage mit, der Vorstand werde sich zu dem Thema nicht mehr äußern. In anderen Zelten auf dem Kirmesgelände wurde das Lied im Original mit Gesang gespielt. Ein Verbot hat hier wohl offensichtlich nichts gebracht. Hinter dem umstrittenen Song steckt übrigens der Schlagerstar Ikke Hüftgold – und der freut sich über die Diskussion. Und stellte gegenüber dem HR klar: „Was verboten wird, wird nur noch interessanter.“

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