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Stadt Stuttgart äußert sich zu möglichem „Layla“-Verbot: „Musik spielt aktuell woanders“

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Von: Nadja Pohr

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Fotomontage des Festzelts Göckelesmaier und dem Cover des Lieds „Layla“
Festwirt Karl Josef Maier vom „Göckelesmaier“ zufolge werde der Ballermann-Hit „Layla“ jeden Abend gefordert, weshalb er ihn spiele. Die Sexismus-Debatte könne er nicht nachvollziehen. © Fotomontage BW24/dpa/Sebastian Gollnow/Screenshot Facebook/DJ Robin

Die Sexismus-Debatte um den Ballermann-Song „Layla“ können viele nicht nachvollziehen. Die Stadt Stuttgart erklärte auf BW24-Anfrage ebenfalls, dass es Wichtigeres gebe.

Stuttgart - Der Ballermann-Song „Layla“ beherrscht momentan viele Schlagzeilen. Das Lied, in dem die „Puffmama Layla“ besungen wird, die „schöner, jünger, geiler“ sei, ist wegen dieser sexistischen Zeilen umstritten. Zunächst hatte die Stadt Würzburg eine Bitte ausgesprochen, das Lied nicht mehr auf dem Kiliani-Volksfest zu spielen. Auf der Düsseldorfer Kirmes ist „Layla“ sogar verboten. Und auch auf dem Oktoberfest in München wird das Lied nicht gespielt werden, wie die Bild jüngst berichtete.

Gleiches könnte auch auf dem Wasen in Stuttgart drohen. Bei der Gestaltung der Eröffnungsfeier des 175. Cannstatter Volksfests werde der Ballermann-Song „sicher nicht im musikalischen Rahmenprogramm Einzug finden“, erklärte die Veranstaltungsgesellschaft „in.Stuttgart“ gegenüber BW24. Die Grünen-Stadträtin Jitka Sklenarova bestätigte ebenfalls, dass man über bestimmte Lieder im Vorfeld sprechen werde.

Stadt Stuttgart äußert sich zu „Layla“-Verbot: „Musik spielt aktuell woanders“

Die Stadt Stuttgart will sich zu dieser Problematik momentan nicht äußern, wie BW24 auf Anfrage erfuhr. „Offen gesagt: Die Musik spielt bei der Stuttgarter Verwaltung aktuell woanders“, gab Stadtsprecher Sven Matis an. Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, die sich anbahnende Energiekrise, die Hitze und Trockenheit dieser Tage sowie die Zukunft der Gäubahn seien die derzeit wichtigeren Themen. „Daher positionieren wir uns aktuell nicht zu Gassenhauern und den Umgang anderer Kommunen damit“, erklärte Matis. Außerdem seien es noch mehr als zwei Monate hin bis zum Start des Wasens - genügend Spielraum für eine Entscheidung ist damit vorhanden.

Auch Karl Josef Maier, der Betreiber des Festzelts „Göckelesmaier“ auf dem Wasen, ist der Meinung, es gebe derzeit andere Probleme im Land, als über das Verbot eines Ballermann-Songs zu diskutieren. „Als ich das erste Mal davon gehört habe, hielt ich es für einen Witz“, teilte der Festwirt unserer Redaktion mit. Maier befinde sich gerade in Heilbronn und berichtet, dass „Layla“ immer wieder lautstark gefordert werde. „Der Song wird einmal am Abend gespielt. Die Rechtsabteilung der Stadt Heilbronn hat das Lied geprüft und es gibt keinen Rahmen für ein juristisches Verbot“, erklärte er.

Ärger um „Layla“ sorgt für Unverständnis in der Schlager-Szene

Nicht nur Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) mischte in der Debatte um das „Layla“-Verbot mit. Zahlreiche Kollegen der Songinterpreten DJ Robin und Schürze äußerten sich ebenfalls zu dem Ärger und konnten dafür wenig Verständnis aufbringen. So auch der Partysänger „Killermichel“ aus Karlsruhe, der die Sexismus-Anschuldigungen „schwachsinnig“ findet. „Das ist seit drei Wochen die Nummer eins in den deutschen Singlecharts“, sagte er gegenüber Badische Neuste Nachrichten. Killermichel ist selbst ein Star am Ballermann und kündigte dafür sogar seinen Job.

Auch Mickie Krause äußerte sich im Gespräch mit der Bild: „Ich kann da nur für mich sprechen, aber ich habe immer nur Stimmungsmusik gemacht, wir wollten weder provozieren noch polarisieren noch verletzend sein.“ Mit seinem Hit „Zehn nackte Frisösen“ im Jahr 1999 habe er ähnliches erlebt. Auch DJ Robin selbst sieht in seinem Song nichts Verbotenes. In dem Lied gehe es seiner Meinung nach immerhin nicht um eine Prostituierte, sondern um eine Puffmutter, die auf die Prostituierten aufpassen würde.

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