TV-Duell im SWR

Eisenmann schießt im TV-Duell gegen Kretschmann - und blamiert sich selbst

Winfried Kretschmann im TV-Duell mit Susanne Eisenmann.
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Mit ihren Sticheleien gegen Winfried Kretschmann (links) machte sich Susanne Eisenmann beim TV-Duell nicht nur Freunde.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Landtagswahl in Baden-Württemberg rückt näher. In einem TV-Duell schoss Herausforderin Susanne Eisenmann (CDU) gegen den amtierenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne).

Stuttgart - Am 14. März, also in nicht einmal mehr zwei Wochen, entscheidet sich, wer zukünftig den höchsten Posten der Politik in Baden-Württemberg besetzen soll. Die derzeitige Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) fordert den amtierenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) heraus. Im bisherigen Wahlkampf sorgte Eisenmanns Kampagne bereits für einen Shitstorm. Im Netz machten sich viele Nutzer über die Plakate der Ministerin lustig. Winfried Kretschmann kündigte dagegen an, sich aufgrund der Krebserkrankung seiner Frau aus Teilen des Wahlkampfs zurückzuziehen.

Der Wahlkampf für die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist noch immer im Gange. Für einen Wahlforscher ist der Ausgang jedoch bereits entschieden und die CDU-Wähler blamieren bereits jetzt ihre eigene Partei. Am Montagabend lieferten sich Winfried Kretschmann und Susanne Eisenmann ein TV-Duell zum Wahlkampf im SWR. Dabei erlaubte sich die Kultusministerin einen deutlichen Seitenhieb auf den Regierungschef, wie die Badische Zeitung berichtet.

Landtagswahl in BW: Eisenmann kritisiert Impfkampagne des Landes

Aktuell ist die Bekämpfung des Coronavirus in Baden-Württemberg für die Landesregierung und damit auch für Winfried Kretschmann das wichtigste Thema. Aktuell steigen die Infektionszahlen im Bundesland wieder an und auch die immer häufiger auftretenden Virus-Mutationen sind ein Grund zur Sorge. Obwohl es seit dem 1. März erste Lockerungen in Baden-Württemberg gibt, ist ein Ende der Pandemie nicht abzusehen. Dementsprechend war die Corona-Krise auch eines der Gesprächsthemen bei dem TV-Duell. Da die beiden politischen Kontrahenten noch immer Koalitionspartner sind und das auch nach dem 14. März bleiben könnten, blieb das Duell weitgehend blutleer und harmlos. An einer Stelle wurde es dann allerdings doch etwas ruppiger.

Bei dem TV-Duell im Rahmen der Landtagswahl in Baden-Württemberg ging es unter anderem um die schleppend vorankommende Impfkampagne des Landes. Aktuell werden nur Personengruppen über 80 Jahre und solche mit bestimmten Vorerkrankungen geimpft.

Baden-Württemberg änderte die Reihenfolge jedoch kürzlich und zog Lehrer und Erzieher vor. Die Impfung könne jedoch deutlich schneller vorankommen, sagte Eisenmann im SWR laut der Badischen Zeitung. Sie bemängelte vor allem die Struktur und Organisation. Kretschmann erwiderte jedoch, dass die Impfung jetzt richtig anlaufe und auch die Nachfrage nach dem Impfstoff von Astrazeneca weiter ansteige.

Landtagswahl in BW: In TV-Duell - Eisenmann schießt gegen Kretschmann

Der Impfstoff von Astrazeneca hat einen schlechten Ruf und wird von kritischen Stimmen als „zweitklassiger Impfstoff“ bezeichnet. Im TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg sagte Winfried Kretschmann jedoch, er halte den Impfstoff für hochwirksam und er sei zu Unrecht in Verruf geraten, wie die Badische Zeitung berichtet. Der Regierungschef kündigte an, sich auch selbst mit dem Impfstoff impfen lassen zu wollen, allerdings erst, wenn er an der Reihe sei.

Seine Herausforderin Susanne Eisenmann nutzte diese Aussage für einen deutlichen Seitenhieb auf den Regierungschef. Astrazeneca werde aufgrund von fehlenden Daten aktuell nur an Personen zwischen 18 und 65 verimpft. Kretschmann müsse sich also einen anderen Impfstoff suchen, sagte die Ministerin mit Blick auf das Alter des 72-jährigen Grünen-Politikers.

In dem ansonsten recht ruhig verlaufenden TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg konnte sich Susanne Eisenmann auch eine weitere Spitze gegen Winfried Kretschmann nicht verkneifen. Sie werde altersbedingt dabei zuschauen, wie der amtierende Ministerpräsident geimpft werde, bevor sie sich selbst impfen lasse, sagte die Ministerin laut der Badischen Zeitung. Damit machte sich die Herausforderin in den sozialen Netzwerken jedoch keine Freunde. „In Wirklichkeit gehört Susanne Eisenmann zum Alten Eisen“, schrieb ein Nutzer auf Twitter. „Es wäre ehrlicher und schlauer, wenn die CDU auf ihre sogenannte Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann verzichten würde.“

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