E-Mobilität im Südwesten

CDU will Tesla holen: „Die besten Autos von morgen sollen aus Baden-Württemberg kommen“

Elon Musk beim Besuch der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide.
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Elon Musk beim Besuch der Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide – erst kürzlich war der Tesla-Chef wieder in Deutschland.
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Beim TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg zwischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Susanne Eisenmann ging es auch um die Autobranche - und um Tesla.

Stuttgart - Die Automobilbranche in Baden-Württemberg ist so stark wie in kaum einem anderen deutschen Bundesland. Allein in der Landeshauptstadt Stuttgart haben mit der Daimler AG und der Porsche AG zwei Hersteller ihren Sitz, deren Modelle weltweit beliebt und bekannt sind. Die schwäbischen Autobauer konzentrieren sich aktuell immer mehr auf die Produktion von E-Autos. Porsche feiert mit dem ersten vollelektrischen Sportwagen bereits große Erfolge. Der Taycan ist inzwischen das meistverkaufte Porsche-Modell in Europa und knackte im vergangenen Jahr einen E-Auto-Meilenstein. Daimler dagegen legte bislang eher einen holprigen Start in die Welt der E-Autos hin. Der SUV EQC wurde sogar intern als „Rohrkrepierer“ und „Totales Desaster“ bezeichnet und auch der EQA rief gemischte Resonanzen hervor.

Durch die große Wichtigkeit der baden-württembergischen Autoindustrie war dieses Thema auch einer der Gesprächspunkte bei dem TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg am Montagabend im SWR-Fernsehen. Obwohl die Debatte insgesamt eher ruhig verlief, lieferten zwei Punkte besonderen Zündstoff.

Herausforderin Susanne Eisenmann (CDU) schoss gegen Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und blamierte sich mit Aussagen zu dem Alter des Landesvaters. Daneben brachen Kretschmann und Eisenmann auch noch ein „E-Mail-Gate“ vom Zaun. Auch in Bezug auf die Zukunft des Automobilbaus im Südwesten waren die Kontrahenten unterschiedlicher Meinung.

TV-Duell zur Landtagswahl in BW: Laut Kretschmann alles daran setzen, „damit Tesla uns nicht überholt“

Das US-Unternehmen Tesla von Elon Musk ist nicht nur mit Abstand der wertvollste Autobauer der Welt, sondern gilt auch als E-Auto-Pionier und Marktführer. Dementsprechend müssen sich auch die Daimler AG und die Porsche AG mit dem US-Konkurrenten messen lassen. Während Tesla-Chef Musk sogar eine Fusion mit Daimler in Aussicht stellte, fühlen sich die Stuttgarter Tesla noch immer überlegen. Einige Experten sind jedoch der Meinung, dass die deutschen Autobauer Tesla aktuell nur hinterherfahren.

Das wurde am Montag auch in dem TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg angesprochen. „Die Automobilindustrie ist das Rückgrat unserer Wirtschaft“, sagte Winfried Kretschmann. Im von ihm ins Leben gerufenen Strategiedialog sei debattiert worden, was notwendig sei, „damit uns Tesla nicht überholt und wir in dessen Rücklichter gucken“, so der Ministerpräsident weiter. Baden-Württemberg habe das erste Netz von Ladestationen keine weiter als 10 Kilometer von der nächsten entfernt aufgestellt. Die Herausforderin Susanne Eisenmann hatte in Bezug auf Tesla eine andere Meinung.

Kretschmann gegen Eisenmann: Herausforderin kann sich „Tesla in Baden-Württemberg“ vorstellen

„Natürlich steht die Automobilindustrie in Baden-Württemberg vor einem großen Umbruch“, sagte Eisenmann im TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. „Ich will, dass die besten Autos auch morgen und übermorgen noch aus Baden-Württemberg kommen.“

Sie halte die Aussage von Winfried Kretschmann, man müsse schauen, dass man von Tesla nicht nur die Rücklichter sieht, für falsch. „Also ich kann nur sagen, Tesla baut in Brandenburg ein großes Werk, Tesla hatte Interesse an Baden-Württemberg.“ Damit meint die amtierende Kultusministerin den Bau der Tesla-Gigafactory wenige Kilometer außerhalb der Bundeshauptstadt Berlin.

Bei dem TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg im SWR-Fernsehen sprach Susanne Eisenmann über die Absichten von Tesla, einen Standort im Südwesten zu errichten. „Winfried Herrmann, der Verkehrsminister, sagte: Nicht so wichtig, wir haben genug Automobilarbeitsplätze“, so Eisenmann. Das sei keine Ansiedlungspolitik der Zukunft. „Ich hätte mit Tesla ergänzend auch in Baden-Württemberg vorstellen können“, so Eisenmann.

Das greife ihr beim Strategiedialog ein Stück weit zu kurz. Winfried Kretschmann erwiderte dagegen, man habe im Strategiedialog bereits einige wichtige Schritte vorangetrieben. Beispielsweise die bereits genannte Ladesäulen-Struktur. „Wir haben das beste Ladenetz aller Bundesländer“, sagte der Regierungschef. „Wir haben jetzt Schnellladestationen in 15 Großstädten gemacht, ich möchte mal wissen wer das sonst macht.“

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