Ausstellung mit Hintergedanken

Kunstmuseum Stuttgart zeigt Werke von Esslinger Künstler - „Es geht mir darum, Dinge infrage zu stellen“

Ausstellung Tobias Rehberger "I do if I don’t"
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Der Künstler Tobias Rehberger steht in seiner Ausstellung „I do if I don’t“ im Kunstmuseum Stuttgart in seinem Werk „Empty Space 2“ aus dem Jahr 2022.

Das Kunstmuseum Stuttgart zeigt ab Freitag die Werke des gebürtigen Esslingers und Künstler Tobias Rehberg. Die Ausstellung befindet sich in einer Raum-Labyrinth-Struktur.

Stuttgart (dpa) - So bunt, so poppig, so auffällig ist es lange nicht mehr zugegangen im Stuttgarter Kunstmuseum. Kunst zum Anfassen scheint das zu sein, was der Künstler Tobias Rehberger, der gebürtig aus Esslingen stammt, in der bisher umfangreichsten Schau in seiner Heimatregion Baden-Württemberg zusammengestellt hat.

Unter dem Titel «I do if I don‘t» zeigt das Kunstmuseum in Stuttgart von diesem Freitag an vor allem Werke, die das Kunstverständnis des gebürtigen Esslingers verdeutlichen sollen: «Es geht mir darum, Dinge infrage zu stellen», erklärte er am Donnerstag beim Rundgang durch die Ausstellung. Es sei wichtig, etwas von der anderen Seite her zu denken.

Esslinger Künstler Tobias Rehberger kennt für seine Werke keine Grenzen

Material, Farben, die Größe oder die Interaktivität - Rehberger kennt für seine Werke keine Grenzen. Mal kommt es als Kunst daher, mal denkt man eher an Design. Dann wieder an Architektur, flackernde Neonleuchtreklamen und in leuchtenden Farben lackierte Skulpturen sind dabei, Installationen mit optischen Täuschungen, Kunst am Bau und eine ganze Sammlung von Keramiken aus dem 3D-Drucker: «Kunst kann für mich alle möglichen interessanten Formen annehmen», sagte der international agierende Frankfurter Künstler.

Nebenbei lehrt der Künstler an der Städelschule in Frankfurt am Main. Dort war er auch selbst Student von 1987 bis 1992 bei Thomas Bayrle und Martin Kippenberger.

Kunstmuseum zeigt Ausstellung in Raum-Labyrinth-Struktur

Gezeigt werden die Kunstfantasien des 55-Jährigen auf mehreren Museumsetagen, in einer Raum-Labyrinth-Struktur ebenso wie mit wechselnden Wandfarben, in Reih und Glied oder einen großen Raum still dominierend. Es ist Kunst mit Hintergedanken: «Was erscheint wie eine abstrakte, amorphe Skulptur hat immer eine zweite Ebene, auf der der Sinn hineinkommt», sagt Museumsdirektorin Ulrike Groos. Es gehe Rehberger um das vermeintlich Unfertige, Unperfekte, das von Hand Geschaffene.

Das Kunstmuseum Stuttgart wurde kürzlich als Museum des Jahres 2021 ausgezeichnet. Rund 200 Vertreter der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA wählte das Kunstmuseum Stuttgart für die Auszeichnung. Dabei hoben sie den „besonders weit gespannten Blick“ des Hauses auf die Kunstwelt hervor. 

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