Giftschlangen-Fan aus Bayern

Mann hält 40 Kreuzottern in seinem Garten - „einfach tolle Tiere“

Eine weibliche Kreuzotter liegt im Gras am Main-Donau-Kanal.
+
Kreuzottern leben unter anderem in Baden-Württemberg und Bayern.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
    schließen

Die auch in Baden-Württemberg heimische Kreuzotter ist eine von zwei Giftschlangen, die noch in Deutschland leben. Ein Mann aus Bayern hält 40 solcher Tiere in seinem Garten.

Stuttgart/Straubing - In Baden-Württemberg leben mehrere Schlangenarten, jedoch sind nur zwei davon giftig. Die Kreuzotter ist beispielsweise im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb heimisch. Wie gefährlich das Reptil ist, zeigte kürzlich ein Vorfall in Österreich. Eine 12-jährige Deutsche hatte nach einem Biss mit Atemproblemen zu kämpfen. Obwohl das Gift der Kreuzotter besonders für Kinder gefährlich ist, gibt es auch Berichte von Erwachsenen, die nach einem Biss deutliche gesundheitliche Probleme hatten. Ein Mann aus Straubing in Niederbayern scheint von dem Gift der mittelgroßen Schlange jedoch nicht beeindruckt zu sein. Er hält sich gleich 40 Kreuzottern in seinem Garten, wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet.

Die Kreuzotter ist die in Deutschland noch am häufigsten vorkommende Giftschlange. Neben dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg ist sie auch im Bayerischen Wald und im norddeutschen Tiefland heimisch. Eine Giftschlange die jedoch nur noch im Schwarzwald zu finden ist, ist sogar noch giftiger als die Kreuzotter. Das Gift der Aspisviper kann Lähmungen hervorrufen.

Kreuzotter: Mann aus Straubing hält Giftschlangen in großen Gehegen

Eine Kreuzotter setzt ihr Gift normalerweise nur in einer Gefahrenlage gegen den Menschen ein. Im Falle der oben genannten 12-Jährigen hatte sich das Kind beispielsweise nach der Schlange gebückt und in einem anderen Fall wurde eine Frau beim Schuhbinden gebissen. Auch im Garten des Dokumentarfilmers Pauli Hien aus Straubing kriechen die Schlangen nicht einfach frei herum, sondern sind in speziell gebauten Gehegen untergebracht. Die Gehege sind jedoch so groß, dass sie unter anderem auch Teiche mit Kaulquappen und Molchen beinhalten und viele Möglichkeiten, wo sich die Schlangen verstecken können, berichtet der BR.

Als Dokumentarfilmer hat Pauli Hien bereits mehrere Tiere gefilmt, die in Baden-Württemberg und auch Bayern sonst wohl nur in Zoos anzutreffen sind. Darunter beispielsweise Nashörner aber auch exotische Schlangenarten wie Kobras und Klapperschlangen. Die auch in Bayern in der freien Natur beheimateten Kreuzottern haben es dem Mann aus Straubing allerdings besonders angetan. „Sie haben einzigartige Verhaltensweisen, jede von ihnen ist individuell gezeichnet und gefärbt“, erzählt er dem BR. „Es sind einfach tolle Tiere.“

Kreuzotter-Experte aus Straubing: „Ich bin noch nie gebissen worden“

Dass Kreuzottern Menschen beißen ist verhältnismäßig selten und ihr Gift führt auch bei sofortiger medizinischer Behandlung nicht zu längerfristigen Schäden. Dennoch steigt auch Kreuzotter-Experte Pauli Hies nur mit dicken Handschuhen, festem Schuhwerk und einem sogenannten Schlangenhaken in die Gehege, wie der BR berichtet. Das sind jedoch nur Vorsichtsmaßnahmen, denn die Schlangen kennen ihren Pfleger. „Ich arbeite mein ganzes Leben schon mit Giftschlangen und die vergangenen zehn Jahre beinahe täglich mit Kreuzottern“, sagt Hies. „Ich bin aber noch nie gebissen worden.“

Gegenüber dem BR räumt der Dokumentarfilmer aus Straubing mit den Vorurteilen zu den Giftschlangen auf. So seien die Tiere beispielsweise nicht größer als 50 oder 60 Zentimeter und würden Menschen nur in den seltensten Fällen angreifen. „Kreuzottern sind scheu und ergreifen eher die Flucht als anzugreifen“, so Pauli Hies. Zudem sollte man das Gift der Kreuzotter zwar nicht unterschätzen, es ist jedoch für den Menschen nicht lebensgefährlich.

Dass Giftschlangen nicht so gefährlich sind, wie oftmals angenommen, wollte auch ein Mann aus Indien beweisen. Deshalb ließ er sich für 72 Stunden mit Giftschlangen einsperren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare