Neues Kabinett vereidigt

Kretschmann beginnt dritte Amtszeit: Das sind die neuen Minister in Baden-Württemberg

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) legt seinen Amtseid als Ministerpräsident ab.
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Winfried Kretschmann wurde erneut vereidigt.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Vor rund zwei Monaten wurde Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten gewählt. Nun tritt er offiziell zusammen mit insgesamt elf Ministern sein Amt an.

Stuttgart - Der baden-württembergische Landtag hat Winfried Kretschmann (Grüne) erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Mehrheitlich stimmten 95 von insgesamt 152 Landtagsabgeordneten für ihn, 55 gegen ihn und zwei für andere. Enthaltungen gab es nicht. „Ich nehme die Wahl an und bedanke mich für das in mich gesetzte Vertrauen“, sagte er im Anschluss. Die Grünen hatten die Landtagswahl im März gewonnen - deutlich mit rund 32,6 Prozent. Bereits damals war klar, dass Kretschmann Ministerpräsident bleiben würde.

Damit geht Winfried Kretschmann in seine dritte Amtszeit. Auf den Tag genau übernahm der Spaichinger vor zehn Jahren die Landesregierung in Stuttgart. Er hatte mit seiner Wahl eine 58 Jahre anhaltende Dominanz der CDU durchbrochen. Am Ende der nun beginnenden Amtszeit würde Kretschmann länger regiert haben als jeder andere Ministerpräsident zuvor.

Winfried Kretschmann zeigt sich „sehr zufrieden“, da es sich um eine „sehr satte Mehrheit“ handle

Am Ende der Wahl wurden am Mittwoch auch alle elf Ministerinnen und Minister vereidigt. Die Grünen stellen insgesamt sechs, die CDU fünf Minister. Neu in der Regierung ist unter anderem Theresa Schopper, die erstmals als Grüne das Kultusministerium übernimmt. Neu ist auch das Ministerium für Wohnen und Landesentwicklung, das Nicole Razavi von der CDU übernimmt. Das sind alle Minister des neuen grün-schwarzen Kabinetts in Baden-Württemberg:

  • Ministerpräsident: Winfried Kretschmann (Grüne)
  • Minister des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen: Thomas Strobl (CDU)
  • Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Peter Hauk (CDU)
  • Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus: Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU)
  • Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen: Nicole Razavi (CDU)
  • Ministerin für Kultus, Jugend und Sport: Theresa Schopper (Grüne)
  • Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Thekla Walker (Grüne)
  • Minister für Finanzen: Danyal Bayaz (Grüne)
  • Minister für Soziales, Gesundheit und Integration: Manfred Lucha (Grüne)
  • Minister für Verkehr: Winfried Hermann (Grüne)
  • Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst: Theresia Bauer (Grüne)
  • Ministerin der Justiz und für Migration: Marion Gentges (CDU)

Winfried Kretschmann zeigte sich zufrieden mit der Wahl: Er sei „sehr zufrieden“, da es sich um seine „sehr satte Mehrheit“ handle, so der Ministerpräsident. Angesichts der Tatsache, dass nicht alle Abgeordneten aus dem eigenen Lager für ihn stimmten, sagte Kretschmann, dass es immer welche gebe, die sich in einer Koalition schwertäten, den Regierungschef zu wählen. „Das muss man ertragen“, so Kretschmann gegenüber dem SWR.

Für Winfried Kretschmann steht ganz oben auf der Liste, die Folgen der Pandemie für Schüler zu mildern

Kritik gab es vonseiten der SPD. Fraktionsvorsitzender Andreas Stoch sagte: „Diesem Anfang wohnt kein Zauber inne.“ Er verwies darauf, dass Winfried Kretschmann fünf Stimmen aus dem grünen Lager fehlten, was auch Hans-Ulrich Rülke (FDP) unterstrich. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten sehe die grün-schwarze Koalition „wenig geschlossen“ und vor „unruhigen Zeiten“.

Als wichtigste Aufgabe der Regierung sieht Winfried Kretschmann in den kommenden Wochen, die Folgen der Pandemie für die Schüler zu mildern. Es werde eine „schwere, aber wichtige Aufgabe“, die Lernlücken zu schließen. Noch im März hatte der Ministerpräsident den Vorschlag gemacht, den Unterricht in die Ferienzeit zu verlegen. Kultusministerin Theresa Schopper aber will die Sommerferien dafür nicht kürzen. Das kündigte Schopper am Mittwoch an. Die Leute seien „am Rande ihrer Kräfte“ und bräuchten Erholung, sagt sie. Darüber hinaus will Winfried Kretschmann den Klimawandel schnellstmöglich angehen. Man müsse „jetzt und nicht irgendwann handeln“, so der Ministerpräsident.

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