Ministerpräsident verspricht Hilfe

Kretschmann: Baden-Württemberg wird afghanische Flüchtlinge aufnehmen

Winfried Kretschmann spricht bei einer Veranstaltung
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Winfried Kretschmann sicherte Menschen aus Afghanistan Unterstützung zu.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich klar zur Situation in Afghanistan positioniert. Das Land stehe selbstverständlich zur Unterstützung bereit und werde Menschen aus Afghanistan aufnehmen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach der Machtübernahme in Afghanistan durch die militant-islamistischen Taliban will auch Baden-Württemberg Ortskräfte und deren Angehörige aufnehmen. «Die Bilder aus Afghanistan sind erschütternd», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Montag. «Das Land Baden-Württemberg steht selbstverständlich zur Unterstützung bereit und wird Menschen aus Afghanistan aufnehmen.»

Die Ortskräfte hätten in den vergangenen Jahren die Bundeswehr und Hilfsorganisationen unterstützt und sich für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt. Sie seien durch die Machtübernahme der Taliban in höchster Gefahr. «Es scheint mir zwingend, dass wir schnell in Bund-Länder-Gespräche einsteigen, um die Hilfe bestmöglich zu koordinieren», sagte Kretschmann.

Nach dem Rückzug ausländischer Streitkräfte haben die Taliban die Macht in Afghanistan rasch wieder an sich gebracht. Afghanen, die als Übersetzer, Fahrer oder andere Hilfskräfte für ausländische Organisationen gearbeitet haben, gelten als gefährdet. Die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der von den Taliban übernommenen afghanischen Hauptstadt Kabul hat begonnen. Die Bundeswehr war erst Ende Juni nach einem 20-jährigen Einsatz aus Afghanistan abgezogen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte laut Teilnehmerkreisen am Montag bei einer Sitzung des CDU-Vorstands, die Bundesregierung habe vor Monaten bereits 2500 Ortskräfte in Afghanistan identifiziert. Bei 600 davon wisse man derzeit nicht, ob sie in Drittstaaten seien. Weitere 2000 Menschen habe die Bundesregierung identifiziert, die ebenfalls ausreisen sollten, wie etwa Menschenrechtler und Anwälte. Insgesamt gehe es bei dieser Gruppe um 10 000 Menschen, da die Familienmitglieder mitgerechnet würden.

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