Mitten im Berufsverkehr

Klimaaktivisten wollen sich auf Straße in Stuttgart festkleben - Polizei muss eingreifen

Ein Demonstrant hat sich während eines Protests der Gruppe "Letzte Generation" auf einer Straße festgeklebt.
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Indem sie sich unter anderem auf einer Straße festkleben, will die Gruppe „Die letzte Generation“ gegen den Ausbau der fossilen Infrastruktur protestieren.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Am Montagmorgen verhinderte die Polizei in Stuttgart eine Straßenblockade durch die Klimaaktivisten-Gruppe „Die letzte Generation“. Diese hatte vor, sich auf die Fahrbahn zu kleben.

Stuttgart - Die Klimaaktivisten der Gruppe „Die letzte Generation“ sorgte in den vergangenen Wochen häufig für Ärger auf den Straßen. In ganz Deutschland blockieren die Aktivisten immer wieder die Fahrbahnen - um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen, schrecken sie vor Verboten nicht zurück und ernteten dafür reichlich Kritik.

Stuttgart: Klimaaktivisten wollten sich vor Wilhelma auf Straße kleben

Im Januar und Februar kam es in Stuttgart bereits zu Einschränkungen durch die Protestaktionen. Knapp eine Stunde lang brachte die Aktivistengruppe den Verkehr auf der B10 zum Erliegen und musste schließlich von der Polizei von der Straße getragen werden. Die Teilnehmer gingen sogar schon so weit und klebten sich mit Sekundenkleber auf die Straßen. Eine ähnlich geplante Aktion von „Die letzte Generation“ konnte nun jedoch verhindert werden.

Die Klimaaktivisten hatten geplant, sich am Montagmorgen (9. Mai 2022) auf der Bundesstraße bei der Wilhelma festzukleben und die Straße zu blockieren. Unter dem Motto „Stoppt den fossilen Wahnsinn!“ wollte die Gruppe in Bad Cannstatt von 8 Uhr an, mitten im Berufsverkehr, den Autoverkehr in einer Fahrtrichtung auf Höhe des Zoos stören.

Die Polizei Stuttgart konnte die Protestaktion im Vorfeld jedoch verhindern. Die Beamten sprachen die Aktivisten an, bevor sie die Straße blockieren konnten und nahmen deren Personalien auf, wie der SWR berichtete. Durch die Straßenblockaden kam es schon häufiger zu größeren Polizeieinsätzen. Parallel zu den Geschehnissen in Stuttgart haben weitere Demonstrierende in Heidelberg kurzzeitig für eine Sperrung auf der B37 gesorgt - auch hier mussten die Beamten eingreifen.

Winfried Kretschmann kritisiert Klimaaktivisten, Ricarda Lang zeigt Verständnis

Nach einer Demonstration in Freiburg auf der A5 äußerte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Kritik. „Ich finde, dass das nicht geht. Das sind schwere Rechtsverletzungen, die man nicht rechtfertigen kann“, sagte Kretschmann. Auch Justizministerin Marion Gentges (CDU) verurteilte das Vorgehen, das aus ihrer Sicht Menschenleben gefährden könne.

Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang zeigte hingegen Verständnis für die Methoden der Gruppe „Die letzte Generation“. „Klar ist, es darf niemand gefährdet werden“, nannte sie als Voraussetzung. „Wir sollten uns jedoch fragen, warum junge Menschen zu solchen Mitteln greifen“, fügte Lang an.

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