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Klagen gegen Abstellbahnhof für Stuttgart 21 könnten Bau weiter verzögern

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Von: Nadja Pohr

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Baustelle am Hauptbahnhof Stuttgart.
Gegner von Stuttgart 21 kündigten bereits an, gegen den Bau des Abstellbahnhofs zu klagen. © Arnulf Hettrich/IMAGO

Der Abstellbahnhof, der im Rahmen von Stuttgart 21 in Untertürkheim entstehen soll, könnte einige Klagen von Projektgegnern mit sich bringen. Eine weitere Verzögerung der Bauarbeiten scheint möglich.

Stuttgart/Untertürkheim - Am vergangenen Wochenende (12. März) machte das Großprojekt Stuttgart 21 mit dem Bau der 20. Kelchstütze, dem sogenannten Sonderkelch, einen weiteren Fortschritt. Dabei stießen Ingenieure und Arbeiter an die „Grenzen des Baubaren“. Ein anderes Projekt im Zuge des Umbaus am Hauptbahnhof Stuttgart könnte nun allerdings für neue Probleme sorgen.

Kritiker des Milliardenprojekts bezweifeln ohnehin stark, dass das Bauprojekt der Deutschen Bahn in Stuttgart im Jahr 2025 beendet sein wird. Immer wieder wurde die Fertigstellung bereits verschoben und mittlerweile haben sich die Kosten mit 8,2 Milliarden Euro seit Baubeginn sogar verdoppelt. Der neue Abstellbahnhof, der im Stuttgarter Stadtteil Untertürkheim entstehen soll, sorgt nun für erneute Proteste gegen Stuttgart 21.

Gegner von Stuttgart 21 werden gegen Abstellbahnhof klagen

Im Dezember 2021 genehmigte das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) die Pläne für den Abstellbahnhof. Er soll am früheren Güterbahnhof in Untertürkheim entstehen. Mit dem Ende des Planfeststellungsbeschlusses begann zeitgleich eine Frist von vier Wochen, um Klage gegen das Vorhaben einzureichen. Gegner von Stuttgart 21 kündigten bereits an, dass gleich mehrere Klagen geplant seien.

Aus der Sicht der Protestler ist vor allem der Lärm, der von dem Abstellbahnhof ausgehe, ein entscheidender Punkt, warum dieser nicht gebaut werden dürfe. Denn für die Anwohner seien nicht nur Fahrgeräusche zu hören, sondern auch 120 Dezibel laute Warntöne - auch zu nächtlichen Zeiten. Deren Auslösen sei eine vorgeschriebene Funktionsprüfung und müsse vor Fahrtantritt erfolgen. Eine Klage könnte den Bau des Abstellbahnhofs erneut verzögern. Laut Angaben des früheren Projektchefs Manfred Leger würde das die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 jedoch nicht verhindern.

Abstellbahnhof für Stuttgart 21: Zeitpunkt des Signaltons für abfahrende Züge laut Eisenbahn-Bundesamt relativ egal

Man habe im Nachgang zu einem Erörterungstermin eine gutachterliche Stellungnahme erstellen lassen, ließ das Eisenbahn-Bundesamt verlauten. Dieses bestätigt, dass die Betätigung des Horns zum Fahrvorgang gehöre. Aus Sicht der Eba dürfe es Anwohnern deshalb relativ egal sein, zu welchem Zeitpunkt der Signalton erklingt, denn der fahrende Verkehr sei privilegiert. Während die Eba die Frage durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts als geklärt sieht, werden die Gegner nicht so einfach aufgeben.

Eine weitere Hiobsbotschaft für Stuttgarter war die Bekanntmachung weiterer Baupläne rund um das Großprojekt Stuttgart 21. Die Stadt hatte wichtige Projekte für das neue Umfeld des Hauptbahnhofes um mehrere Jahre nach hinten geschoben. So sollen die Neugestaltungen der Klett-Passage erst 2028 und der Schillerstraße im Jahr 2031 begonnen werden.

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