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Kein Umblättern mehr: Stuttgarter Kammerorchester spielt mit Tablets

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Stuttgarter Kammerorchester nutzt Tablets für Noten
Bei einer Probe benutzen die Musiker Tablets für ihre Noten und kein Papier mehr. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Als erstes Berufsorchester in Deutschland verzichtet das Stuttgarter Kammerorchester auf dicke Notenstapel und liest seine Stücke vom Tablet ab. Mit Noten auf Tablets wird international bereits seit vielen Jahren experimentiert.

Stuttgart (dpa/lsw) - Kein Umblättern mehr, kein funzelndes Licht und ein riesiges Notenarchiv stets bereit: Als nach eigenen Angaben erstes Berufsorchester in Deutschland verzichtet das Stuttgarter Kammerorchester auf dicke Notenstapel und liest seine Stücke vom Tablet ab. An diesem Sonntag ist auch offizielle Premiere im Rahmen eines abendlichen Konzerts (20.00 Uhr) wie das Orchester mitteilte. Mit Noten auf Tablets wird international bereits seit vielen Jahren experimentiert.

«Der Einsatz von Tablets ermöglicht uns nicht nur jederzeit den Zugriff auf die gesamte Notenbibliothek», sagte Markus Korselt, der Geschäftsführende und Künstlerische Intendant des Stuttgarter Kammerorchesters. «Auch die Handhabung wird einfacher, denn man muss nicht mehr per Hand umblättern, sondern lediglich mit dem Fußpedal.» Probenarbeit werde zudem leichter, weil Tempo- oder auch Lautstärke-Angaben mit dem Eingabestift beliebig oft geändert und in Echtzeit auf Tablets anderer Musiker übertragen werden könnten.

Wechsel zum Tablet: Beitrag für ein klimaneutrales Musizieren

Der Wechsel zum Tablet ist einer der Beiträge der Stuttgarter, um als nach eigenen Angaben erstes deutsches Orchester klimaneutral zu arbeiten und zu musizieren. Künstlerinnen, Musiker und Leitung hätten die Lage geprüft und an vielen Stellschrauben gedreht, sagte Intendant Korselt. «Es wurden sämtliche Aktivitäten des Orchesters ebenso in den Blick genommen wie der ökologische Fußabdruck der eingekauften Güter und Dienstleistungen.» Sogar der CO2-Ausstoß des Publikums sei berücksichtigt worden.

Was sich nicht einsparen lässt, will das Orchester kompensieren: Weil es, wie Korselt sagt, «auf altem Holz spielt», spendet es für ein Projekt zur Aufforstung in Uruguay und pflanzt mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Baden-Württemberg einen jungen Baum pro Tonne CO2 für den Ausstoß bis 2024, insgesamt 1260 Bäume.

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