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Extremsportler Jonas Deichmann plant nach Triathlon um die Welt schon das nächste große Ding

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Von: Franziska Vystrcil

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Jonas Deichmann hält bei seiner Ankunft in München feierlich sein Fahrrad in die Luft
Geschafft: Am 28. November erreichte Jonas Deichmann nach 429 Tagen sein Ziel München. © JD Muenchen/Pheline Hanke

Nach seinem Triathlon um die Welt ist Jonas Deichmann wieder zu Hause angekommen. Doch eine Verschnaufpause gönnt sich der Extremsportler nicht.

Stuttgart/München - Nach 429 Tagen, 5 Stunden und 35 Minuten hatte Jonas Deichmann sein Ziel erreicht. 28.178,46 Kilometer hatte der Extremsportler auf seinem Triathlon um die Welt zu Fuß, schwimmend und auf dem Rad zurückgelegt. Seit 28. November ist er wieder in Deutschland. Zur Ruhe kommt Jonas Deichmann allerdings nicht. Denn der „Deutsche Forrest Gump“ ist aktuell gefragter denn je. „Ich tingel gerade von einer Stadt in die nächste“, sagt Jonas Deichmann im Gespräch mit BW24.

Denn seine Zeit „abroad“ hat der gebürtige Stuttgarter nicht nur genutzt, um einen Rekord aufzustellen. Er hat ganz nebenbei auch noch ein Buch geschrieben.

Vom Fahrrad vor die Kamera: Jonas Deichmann wird zur Mediensensation

„Das Limit bin nur ich“ erfüllt Jonas Deichmann mit Stolz. Nach wenigen Tagen kletterte sein Buch auf Platz zwei der „Spiegel-Bestseller-Liste“. Im Buch erzählt der Sportler von seinem Abenteuer um die Welt, Motivation, Mut und auch den Menschen, die ihm auf seinem Weg begleitet haben. Es sei immer der Plan gewesen, seine Geschichte auf Papier festzuhalten, so der 34-Jährige. „Letztendlich ist es das größte Abenteuer meines Lebens und eine unglaublich schöne Geschichte. Und die will ich auch mit den Menschen teilen, damit sie dadurch vielleicht sogar inspiriert werden, selbst auf Abenteuer zu gehen“, erzählt er.

Triathlet und Abenteurer Jonas Deichmann signiert sein Buch „Das Limit bin nur ich“
Über seine Erfahrungen und seine unglaubliche Reise um die Welt hat Extremsportler Jonas Deichmann ein Buch geschrieben. © Jonas Deichmann

Mit einem Problem hätte Jonas Deichmann allerdings nicht gerechnet: Papiermangel. Da die Ressource aktuell knapp ist, dauert es, weitere Auflagen seines Buches zu drucken. „Das Buch hat alle Erwartungen übertroffen. Doch jetzt wissen wir nicht, wo wir Papier dafür herkriegen.“ Wenn alles klappt, können die dritte und vierte Auflage Anfang des kommenden Jahres gedruckt werden. Viel Zeit, darüber nachzudenken, hat Jonas Deichmann allerdings nicht. „Ich war in so ziemlich allen Talkshows und Radiosendern in Deutschland“, berichtet er. Sogar in Magazinen in den USA und in Großbritannien wird inzwischen über ihn berichtet. Über die nächsten Monate ist der Triathlet auf über 200 Vorträgen und Filmscreenings.

Langeweile kommt da keine auf. Im Februar reist er wieder nach Mexiko, hält dort Vorträge. Auf Geschäftsreisen darf sein Fahrrad nicht fehlen. „Auch da bin ich dann viel unterwegs“, sagt er. So richtig daheim angekommen ist er durch den ganzen Trubel noch nicht. Was anstrengender ist, wollen wir von ihm wissen: Ein Triathlon um die Welt oder Interviews geben? „Der Medienmarathon ist eindeutig anstrengender als mein Triathlon“, meint der Abenteurer lachend.

Weltumrunder Jonas Deichmann zurück in Deutschland: „Als Erstes gab‘s Kässpätzle“

Beschweren will sich der Sportler aus Baden-Württemberg dennoch nicht. „Das will man ja auch mitnehmen“, sagt er. Über Weihnachten und Neujahr gönne er sich aber eine Pause, verbringe die Zeit mit seiner Familie. „Dann nimmt mir mein Vater mein Handy weg und dann habe ich eine Woche Ruhe. Das wird richtig schön.“

Einen Wunsch konnte er sich nach seiner Ankunft in München immerhin schon erfüllen: Endlich wieder Kässpätzle essen. Auf das schwäbische Essen hatte sich Jonas Deichmann besonders gefreut. „Das war eines der ersten Dinge, die ich gemacht habe“, erzählt er lachend. Nach ersten Interviews ging es aber zunächst einmal „zur Scherung“, wie er es selbst bezeichnet. „Bart und Haare kamen ab und dann ging’s zum Kässpätzle essen. Am nächsten Tag gab es dann Maultaschen.“

Abenteurer Jonas Deichmann bekommt nach seiner Ankunft in München Haare und Bart geschnitten
Erst einmal mussten Haare und Bart ab. Während seiner Weltumrundung hatte Jonas Deichmann beides wachsen lassen. © Jonas Deichmann

Den Bart loszuwerden war für Jonas Deichmann auch ein symbolischer Akt. „Ich sage immer: Ein großer Abenteurer braucht einen großen Bart. Deswegen lasse ich ihn da immer wachsen. Aber inzwischen war der Bart sehr lang und auch unbequem“, erzählt er. „Das Abenteuer ist vorbei, es beginnt ein neuer Abschnitt. Also musste auch der Bart weg.“

Triathlet Jonas Deichmann plant bereits das nächste große Abenteuer

Mit der Anonymität ist es durch den Medienrummel nun allerdings vorbei. An Flughäfen oder Bahnhöfen wird Jonas Deichmann mittlerweile erkannt. Ganz so extrem wie in Mexiko ist es allerdings nicht. Dort feierten die Menschen den „Deutschen Forrest Gump“, wie sie ihn nannten, begleiteten ihn in Massen auf seinem Weg. Egal wo er war, ein Kamerateam und Fans waren nicht weit. „In deutschen Restaurants kann ich noch in Ruhe essen“, meint der Sportler.

Das nächste große Abenteuer ist bereits geplant. Acht Monate sei er erst einmal in Deutschland, dann ginge es weiter. Mehr will Jonas Deichmann dazu jedoch nicht verraten. „Das ist alles streng geheim.“

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