„BaWü-Check“

Jeder zweite Baden-Württemberger hält Tempolimit für schlechte Idee

Tempo-100-Schild
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Greenpeace schlägt ein Tempolimit auf allen deutschen Straßen vor - um im Ukraine-Krieg die Abhängigkeit von russischem Öl zu verringern.

Während derzeit Rufe nach einem vorübergehenden Tempolimit laut werden, sehen Bürger im Südwesten die Geschwindigkeitsbegrenzung skeptisch. Laut einer aktuellen Umfrage halten nur 37 Prozent die geforderten 100 Stundenkilometer für sinnvoll.

Stuttgart (dpa/lsw) - Trotz der Debatte um hohe Benzinpreise und steigende Energiekosten sehen die Menschen in Baden-Württemberg ein vorübergehendes Tempolimit auf den Autobahnen laut einer Umfrage eher skeptisch. Eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern halten nur 37 Prozent für sinnvoll, wie aus einer Umfrage im Auftrag aller Tageszeitungen im Südwesten hervorgeht. Fast jeder Zweite (47 Prozent) hat hingegen Vorbehalte.

Besonders wenig Unterstützung erfährt der Vorschlag demnach bei denen, die regelmäßig mit ihrem Auto unterwegs sind: Von den befragten Vielfahrern, die mehr als 20 000 Kilometer im Jahr im Auto zurücklegen, hält nur jeder Fünfte ein befristetes Tempolimit für einen guten Vorschlag, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervorgeht.

Skepsis im Südwesten: Menschen von Einsparpotenzialen einer sparsamen Fahrweise nicht überzeugt

Schon seit längerem fordern mehrere Parteien und Umweltverbände ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Dadurch solle der Spritverbrauch gesenkt werden.

Grund für die Skepsis im Südwesten könnte durchaus sein, dass die Menschen von den Einsparpotenzialen einer sparsameren Fahrweise nicht überzeugt sind. Denn laut Umfrage versuchen 54 Prozent, sich wegen der gestiegenen Energiepreise generell stärker einzuschränken. 45 Prozent der Befragten fahren weniger Auto, immerhin 34 Prozent auch spritsparender, wie es hieß.

Für den sogenannten «BaWü-Check» der Tageszeitungen hat das Institut für Demoskopie Allensbach in der zweiten Märzhälfte des Jahres 1057 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg ab 18 Jahren befragt.

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