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„Hügeliges H*rennest“: Jan Böhmermann ätzt gegen Stuttgart

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Von: Nadja Pohr

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Jan Böhmermann trat am vergangenen Wochenende in der Porsche-Arena in Stuttgart auf. Die Zeit davor nutzte er für eine kleine Tour durch die Stadt. Über seine negativen Erlebnisse spottet er im Netz.

Stuttgart - Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart besticht durch ihre vielen Baustellen für Touristen derzeit nicht gerade mit ihrer Schönheit. Vor allem die Großbaustelle Stuttgart 21 wirkt für Reisende, die in der Metropole ankommen, oft abschreckend. Als „Monty-Python“-Schauspieler John Cleese in Stuttgart zu Gast war, wollte er nach dem Anblick aus seinem Hotelfenster am liebsten gar nicht raus.

Cleese ist nicht der einzige Prominente, der sich nach seinem Aufenthalt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt darüber im Netz ausgelassen hat. Comedian Felix Lobrecht wollte sich auf seiner Tour eine Übernachtung in Stuttgart gar nicht erst antun. Am vergangenen Wochenende war nun Satiriker Jan Böhmermann anlässlich seines Konzerts mit dem Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld in der Porsche-Arena zu Gast. Der Entertainer und „ZDF-Magazin-Royale“-Moderator hatte sich in der Vergangenheit bereits häufiger abfällig über Stuttgart geäußert und auch nach seinem jüngsten Besuch spottet er im Netz.

„Willst du mich verarschen Stuttgart?“: Jan Böhmermann flucht bei Tour durch die Stadt

Auf Instagram berichtet Jan Böhmermann von seinem Aufenthalt in Stuttgart und von seinem ersten Eindruck: „Die Kesselstadt zeigt sich kaputt, zerpflügt und zerfurcht von dem wahnsinnigen DB-Bahnhofsprojekt ‚Stuttgart21‘“, schreibt der Satiriker und gibt zu bedenken, dass die gläsernen Oberlichter in anderen Städten innerhalb von drei Tagen wahrscheinlich „zugeschissen, beschmiert und kaputtgeschlagen“ seien. „In Stuttgart vertraut man offenbar auf die typisch-schwäbische Mixtur aus Volksdisziplin, Denunziationsgefahr und Polizeipräsenz“, lästert Böhmermann.

Die Baustelle von Stuttgart 21, daneben Jan Böhmermann
Der Satiriker Jan Böhmermann war in Stuttgart unterwegs. Über seinen Aufenthalt in der Stadt ätzte er auf Instagram. © Fotomontage BW24/dpa/ Christoph Schmidt/Screenshot Instagram/Jan Böhmermann

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Weiter macht er sich über seine „Schnapsidee des Tages“ lustig: Mit einem E-Scooter zum Dornhaldenfriedhof in Stuttgart-Degerloch zu fahren, wo sich die Gräber der RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe befinden. „Willst du mich vearschen Stuttgart?“, flucht Böhmermann in seiner Instagram-Story über die steile Auffahrt dorthin. „Ich habe meinen Bolt (E-Scooter-Anbieter, Anm. d. Red) an die äußerste Leistungsgrenze getrieben. Stuttgart, was bist du für ein hügeliges Hurennest“, ätzt er.

„Die Stadt ist für die scheiß Autos gemacht und nicht für E-Scooter“, sagt er beim Blick auf den Schornstein eines Autotunnels, der mitten im Wald herausragt. Böhmermanns Fazit: Die Fahrradinfrastruktur Stuttgarts sei von allen bereisten Städten seiner Tour auf dem vorletzten Platz. „Aber was will man anderes erwarten von einer ewigen Autostadt mit sieben Hügeln“, schreibt er.

„Lieber Jan, stell Dich mal nicht so an“: Stuttgarter reagieren auf Böhmermanns Beitrag

Jan Böhmermanns Beitrag über die unschöne Seite der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg findet bei einigen Menschen aus der Region sogar Anklang. „Ich liebe und lebe in dieser Stadt. Und Jan hat mit allem recht, was er sagt“, kommentiert ein Stuttgarter. „Danke für diese ehrlichen Worte“ oder „I feel you – mein Fahrrad steht schön im Keller, keinen Zentimeter fahre ich in Stuttgart damit“, schreiben andere. „Komm doch nächstes Mal einfach in die bessere Hälfte des Landes, nach BADEN. In Karlsruhe kann man übrigens auch super Fahrrad fahren“, schlägt ein User frech vor.

Viele Schwaben wollen die Kritik an ihrer Stadt allerdings nicht auf sich sitzen lassen. „Lieber Jan, stell dich mal nicht so an! Das, was du da hochgefahren bist, war mal meine alte Joggingstrecke“, schreibt ein Nutzer. „Es ist aber auch nicht ganz fair, eine Stadt an einem so kalten, unfreundlichen Wintertag zu bewerten“, argumentiert ein anderer. Die Stuttgarter empfehlen Böhmermann für das nächste Mal die Standseilbahn zu nutzen und verzeihen ihm den Spott angesichts seines guten Konzerts in der Porsche-Arena.

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