Influencerin wirft Schule Mobbing vor

Stuttgarter Influencerin zeigt Schule an: „psychische Körperverletzung“ - vor Gericht hat sie Erfolg

Joya Theresa posiert auf Fotos auf ihrem Instagram-Account.
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Die 19-jährige Joya aus Stuttgart ist als Instagram-Model zur Influencerin geworden.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Die 19-jährige Stuttgarter Influencerin Joya Theresa verklagte ihre Schule im vergangenen Jahr wegen Mobbing - unter anderem wegen schlechter Noten und Maskenpflicht. Nun wurde ein Urteil gesprochen.

Update vom 8. Juli 2021: Die Geschichte der Stuttgarterin Joya Theresa (inzwischen 19) beschäftigte im vergangenen Jahr sämtliche Medien. Die Schülerin des Schickardt-Gymnasiums fühlte sich vom Rektor ihrer Schule gemobbt. Er hetze die Lehrer gegen sie auf. Unter anderem wegen einer miesen Schulnote zog sie schließlich vor Gericht und klagte. Jetzt ist raus: Die Richter geben ihr recht. Wie die Bild berichtet, muss die Schulnote 6 für „Betragen“ aus dem Zeugnis radiert werden. Die Schülerin soll eine bessere Note bekommen, so das Ergebnis.

Update vom 19.12.2020: Im Rechtsstreit um die 18-jährige Instagram-Influencerin Joya Theresa S. gibt es eine Wendung: Die Schülerin hatte zuvor behauptet, an ihrer Schule in Stuttgart gemobbt zu werden. Unter anderem, weil sie aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen könne und deshalb des Unterrichts verwiesen wurde. Auch ihre Noten empfindet Joya, der 168.000 Fans bei Instagram folgen, als ungerecht.

Nun wehrt sich ihre Lehrerin: Angela W. hat nach Informationen der Bild eine einstweilige Verfügung beantragt. Schülerin Joya Theresa soll bestimmte Aussagen nicht mehr in der Öffentlichkeit verbreiten dürfen. Zum Beispiel, dass ihre Kunstlehrerin sie aus dem Unterricht entfernt und in eine Abstellkammer gesetzt habe. Die Instagram-Influencerin soll außerdem nicht mehr behaupten, dass ihre Lehrerin sie beschimpft habe.

„Es war keine Abstellkammer, sondern ein heller Nebenraum“, sagte der Anwalt der Lehrerin gegenüber Bild. Auch die anderen Aussagen von Joya Theresa S. seien unzutreffend und allenfalls geeignet, die Lehrerin herabzuwürdigen. Dass die Lehrerin vor Gericht Erfolg hat, gilt als unwahrscheinlich. Der zuständige Richter kommentiere laut der Boulevardzeitung: „Die Meinungsfreiheit ist weitreichend.“ Es sei Fakt, dass die Schülerin wegen ihrer fehlenden Maske anders behandelt wurde.

Erstmeldung vom 10.11.2020: Stuttgart - Die 18-jährige Joya geht in die zwölfte Klasse des Schickhardt-Gymnasiums in Stuttgart. Auf Instagram hat sie sich mit ihrem Account „joyatheresa“ einen Namen gemacht: 164.000 Fans folgen der Schülerin dort. Nun sorgt die Schönheits-Queen für Schlagzeilen außerhalb der Model-Welt. Die 18-Jährige ist unzufrieden mit ihren Noten und fühlt sich von ihrem Schuldirektor und mehreren Lehrern gemobbt.

Gegenüber der Bild behauptete die Gymnasiastin über den Rektor der Schule: „Er hetzt die anderen Lehrer gegen mich auf.“ Sie habe ihn deshalb wegen „psychischer Körperverletzung“ bei der Polizei angezeigt. Auslöser sei eine Situation im Kunstunterricht gewesen. Aufgrund einer chronischen Bronchitis könne sie keine Maske tragen, erklärte Influencerin Joya gegenüber der Bild. „Andere Lehrkräfte akzeptieren dies auch, außer meiner Kunstlehrerin, die mich darauf angesprochen, diskriminiert und mich des Unterrichts verwiesen hat.“ Daraufhin habe die Lehrerin sie in eine Abstellkammer gesetzt.

Die Schuld für das Fehlverhalten, das sie der Lehrerin vorwirft, liegt laut der 18-Jährigen bei ihrem Schuldirektor, der die anderen Lehrer anstachle, wie sie behauptet. Gegen ihn wird nun ermittelt. „Wir weisen als Schule alle Vorwürfe zurück“, erklärte Rektor Ralph Nigl auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung.

Der Fall liegt inzwischen in zweiter Instanz vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Auch die Staatsanwaltschaft in Stuttgart beschäftigt sich mit den Vorwürfen der Schülerin. Die Kunstlehrerin hat Joya dort ihrerseits wegen Verleumdung und Beleidigung angezeigt. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sei es nicht das erste Mal, dass die Schülerin und ihre Mutter die Schule anzeigen. So hätten sie sich bereits in der Vergangenheit beim Regierungspräsidium und beim Kultusministerium in Stuttgart über die pädagogische Arbeit der Schule beklagt. Das Angebot des Rektors auf klärende Gespräche hätten sie jedoch abgelehnt, sagte die Mutter der Stuttgarter Zeitung.

Mutter und Tochter klagten mehrmals vors Gericht - die Schulgemeinschaft fühlt sich „in den Dreck gezogen“

Schon mehrmals seien Mutter und Tochter vor Gericht gezogen - ob es nun um bessere Schulnoten, Abgabefristen oder fehlende Zeugnisse ging. Bisher waren alle Klagen jedoch erfolglos. Denn auch das Gericht bezweifelte bislang die Vorwürfe und folgte damit der Einschätzung des Regierungspräsidiums.

Weiterhin schreibt die Stuttgarter Zeitung, dass Lehrerschaft, Elternbeirat und Schülervertreter des Schickhardt-Gymnasiums die Schule durch die Vorwürfe „in den Dreck gezogen“ sehen. Die Schulgemeinschaft sei dadurch extrem gestört. In einem Brief der Lehrerschaft ans Regierungspräsidium, der bereits vor drei Jahren der Zeitung zugespielt worden sei, heiße es: „Unangemessene, unhöfliche Forderungen nach Rechtfertigung der Notengebung und scharfe Kritik an Unterrichtsmethoden gipfeln nach kurzer Zeit in haltlosen Beschuldigungen, persönlichen Beleidigungen und Diskreditierungen.“ Elternabende seien eskaliert und sogar beim Schulfest sei das Thema zur Sprache gebracht worden. Trotz der vielen Unstimmigkeiten betonte Joya gegenüber der Bild, sie wolle ihr Abitur am Schickhardt-Gymnasium machen.

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