„Ein Unding“

Industrie und Handel wollen auch Bonus für Meisterausbildung

An einer Drechselbank wird gearbeitet.
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Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) fordert von der grün-schwarzen Landesregierung eine Gleichbehandlung bei der Meisterprämie

Der Industrie- und Handelskammertag fühlt sich von Grün-Schwarz diskriminiert. Er fordert gleiches Geld für alle bei der Meisterausbildung.

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) fordert von der grün-schwarzen Landesregierung eine Gleichbehandlung bei der Meisterprämie. «Es ist ein Unding, dass IHK-Meister keinen Bonus bekommen», sagte BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die Prämie müsse zu einem Aufstiegsbonus für alle gleichwertigen Abschlüsse ohne Ausnahme ausgebaut werden. Die seit Anfang 2020 gezahlten 1500 Euro Zuschuss für die Meisterausbildung bekamen nach Angaben des Wirtschaftsministerium 2021 2645 Menschen. 2020 waren es 2178.

Grenke sagte weiter: «Eine Meisterausbildung kostet einiges an Geld. Der Zuschuss vom Land ist gut investiertes Geld. Er wirkt sicherlich motivierend auf die Menschen, die sich dafür entscheiden, die anspruchsvolle Fortbildung zu machen.» Es lasse sich nicht erklären, warum ein Küchenmeister oder auch der Industriemeister das Geld nicht bekomme.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, mit der Entscheidung, besonders das Handwerk in den Blick zu nehmen, solle dem bestehenden Fachkräftemangel im Handwerk entgegengewirkt werden. «Meisterkurse in den vorwiegend gewerblich-technischen Berufen des Handwerks sind in der Regel teurer als bei anderen Aufstiegsfortbildungen und die Absolventenzahlen sind leider rückläufig.» Außerdem gründeten oder übernähmen junge Handwerksmeisterinnen und -meister häufig Betriebe und bildeten danach auch häufig aus.

Generell kann sich das Wirtschaftsministerium eine Erweiterung des Programms feststellen. Die Sprecherin verwies aber auf die benötigten finanziellen Mittel. Nach Angaben des BWIHK könnten rund 7000 Teilnehmende von IHK-Weiterbildungen pro Jahr nach bestandener IHK-Prüfung in den Genuss eines Aufstiegsbonus kommen. Davon entfallen 5000 Abschlüsse auf den kaufmännischen Bereich und 2000 auf den gewerblich/technischen. Sowohl mit dem Meisterbrief des Handwerks wie auch mit den IHK-Abschlüssen der höheren Berufsbildung werde das Bachelorniveau erreicht. Die Bildungsabschlüsse Meister, Fachwirt und Bachelor seien gleichwertig. 2022 sind im Haushalt 4,5 Millionen Euro für die Meisterprämie eingestellt.

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