Impfzentren und Arztpraxen

Impfgipfel in Baden-Württemberg: Für wen es jetzt Termine gibt

In der Praxis von Hausärztin Antonia Stahl erhält ein Patient eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazenca.
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Für eine Corona-Impfung in Baden-Württemberg können Berechtigte auch Termine beim Hausarzt machen (Symbolbild).
  • Julian Baumann
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Bei den Impfungen in Baden-Württemberg sollen im Südwesten auch Hausärzte helfen. Bei einem „Impf-Gipfel“ wurde eine Kampagne festgelegt - so geht es mit den Impfterminen weiter.

Stuttgart - Die bereits im Dezember vergangenen Jahres gestarteten Impfungen in Baden-Württemberg schreiten bislang noch sehr langsam voran. Vor einigen Wochen folgte der Südwesten einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums und setzte die Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca vorsätzlich aus. Nur wenige Tage später kam der umstrittene Impfstoff jedoch wieder zum Einsatz und auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann wurde mit Astrazeneca geimpft. Bei der Corona-Impfung in Stuttgart und Baden-Württemberg sind Termine nur über eine speziell eingerichtete Hotline oder ein Online-System buchbar.

Die Anfrage nach Terminen für Impfungen in Baden-Württemberg ist hoch und die Impfzentren im Südwesten stoßen immer mehr an ihre Grenzen. Zur Unterstützung dürfen seit Anfang April auch Hausärzte in ihren Praxen Impfberechtigte gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg impfen. Dabei gibt es zu den Terminen, dem Ablauf und der Anmeldung gewisse Punkte zu beachten. Bei einem „Impfgipfel“ einigten sich Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) und über 70 Konferenzgäste auf eine gemeinsame Impfkampagne, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

Impfungen in Baden-Württemberg: 300.000 Impfdosen pro Woche im April

Für die Impfungen in Baden-Württemberg sollen im April 300.000 Impfdosen pro Woche zur Verfügung stehen, sagte Manfred Lucha im Vorfeld des Impfgipfels am Freitag. „Die verimpfen wir ruckzuck. Die Ärzte bekommen ja auch ab der nächsten Woche ein bisschen mehr. Wir vermeiden aber allzu laute Ankündigungen“, sagte der Gesundheitsminister laut der dpa. Anders als das Nachbarland Bayern will der Südwesten an der Priorisierung der Impfberechtigten festhalten. Bei den über 80-Jährigen sei die Warteliste so gut wie abgearbeitet, er habe die über 70-Jährigen nochmals dazu aufgefordert, Impftermine zu vereinbaren, so Lucha.

Bei den Impfungen in Baden-Württemberg sollen ab Montag auch über 60-Jährige Termine vereinbaren können. In einer früheren Beurteilung des Impfstoffs von Astrazeneca hieß es zunächst, dass nur Personen unter 65 Jahren mit diesem Vakzin geimpft werden sollten. Inzwischen ist diese Beurteilung jedoch wieder verworfen werden und ab Montag sollen über 60-Jährige auch mit diesem Impfstoff geimpft werden. Neben den Kreisimpfzentren in den Landkreisen können Impfberechtigte auch in Arztpraxen in Baden-Württemberg Termine vereinbaren. Aufgrund der großen Impfstofflieferung beriet sich Gesundheitsminister Lucha am heutigen Freitag, dem 16. April, mit mehr als 70 Kommunalpolitikern, Verbänden und Vertretern des Gesundheitssystems in einer Videoschalte über das weitere Vorgehen.

Impfungen in Baden-Württemberg: Strategie für die nächste Impfstofflieferung

Bei dem Impfgipfel am heutigen Freitag ging es vor allem um eine Strategie für die Impfungen in Baden-Württemberg, wenn die ersehnten Mengen an Impfstoff auch tatsächlich in den Regalen liegen werden. „Wir haben die Grundlage gelegt für einen Schub in der Impfkampagne“, sagte der baden-württembergische Gemeindetags-Präsident Steffen Jäger im Anschluss an die zweistündigen Gespräche, wie die dpa berichtet. „Wir müssen vorbereitet sein für die Zeit, wenn der Impfstoff vorliegt.“ Der Südwesten befinde sich aktuell an einem entscheidenden Punkt der Kampagne. „Deshalb war es wichtig, dass man klare Zusagen abgibt für ein gemeinsames Vorgehen, ein Miteinander und kein Gegeneinander“, so Jäger.

Die Impfstofflieferungen für Baden-Württemberg sind bislang noch sehr stockend, berichtet die dpa. Mit den Lieferungen von 300.000 Impfdosen pro Woche wird sich das jedoch ändern. Um diese Menge auch direkt zum Einsatz kommen zu lassen, wurde bei dem Impfgipfel beschlossen, gemeinsam mit den Ärzten vorzugehen. Vom Gipfel gehe ein deutliches Signal der Geschlossenheit und Entschlossenheit aus. Die Teilnehmer und das Land hätten sich unter anderem auf eine stufenweise Verlängerung der Impfzentren geeinigt, sagte Joachim Walter, Präsident des Landkreistages. Zudem sollen die Impfdosen in den einzelnen Regionen im Südwesten fairer und basierend auf der Einwohnerstärke angemessen verteilt werden.

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