„Dürfen wir nicht dulden“

IMK-Chef Strobl will Straftaten gegen Frauen genauer erfassen

CDU-Minister Strobl
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CDU-Minister Thomas Strobl fordert, konsequenter gegen frauenfeindliche Straftaten wie häusliche Gewalt oder Stalking vorzugehen.

Jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Thomas Strobl, Chef der Innenministerkonferenz, will dieser Statistik entgegenwirken und fordert härtere Maßnahmen.

Stuttgart (dpa) - Gewalt gegen Frauen muss aus Sicht des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl (CDU), besser dokumentiert und bekämpft werden. Frauenfeindliche Straftaten wie etwa häusliche Gewalt oder Stalking müssten dafür in den Polizeistatistiken genauer erfasst werden, sagte der baden-württembergische Innenminister der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Innenministerkonferenz, die von Mittwoch bis Freitag in einem hybriden Format in Stuttgart stattfindet. «Jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Das gibt mir Anlass zur Sorge. Das dürfen wir nicht dulden», sagte Strobl. «Basis für eine Optimierung der jeweiligen Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen bilden aussagekräftige Daten.»

Unter Federführung des baden-württembergischen Innenministeriums habe dazu eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern ihre Arbeit aufgenommen. Es sei zunächst entscheidend, eine bundeseinheitliche Definition von geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichteten Straftaten als Grundlage weiterer Maßnahmen zu erarbeiten, heißt es aus dem Stuttgarter Ministerium. So unterliege etwa der Begriff häusliche Gewalt keiner einheitlichen Definition. Das erschwere einen Vergleich der Fallzahlen zwischen den Bundesländern.

Die Fälle häuslicher Gewalt haben im Südwesten in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Wurden im Jahr 2017 noch 11 989 Fälle von Partnergewalt in der Kriminalstatistik verzeichnet, waren es 2020 bereits 13 819. Rund 81 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt waren im Jahr 2020 weiblich.

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