Beschluss der Landesregierung

„Hundeführerschein“ wird Pflicht: Halter müssen künftig Test absolvieren

Die Mops-Hündin "Edda", jetzt umbenannt in "Wilma" liegt in einem Hundekorb.
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Hundhalter in Baden-Württemberg müssen künftig einen Test machen.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Wie in anderen Bundesländern sollen künftig auch Baden-Württemberger unter Beweis stellen, dass sie Hunde halten können: Der Hundeführerschein wird zur Pflicht.

Stuttgart - Sie sind der beste Freund des Menschen: Hunde. Aber nicht jeder Zweibeiner weiß, wie er mit seinem pelzigen Freund richtig umzugehen hat. Um das in Zukunft zu ändern, soll nun in Baden-Württemberg eine Pflicht zum sogenannten Hundeführerschein eingeführt werden - so sieht es der Koalitionsvertrag der neuen schwarz-grünen Regierung vor.

Am Samstag verkündete Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), dass es erneut eine Koalition aus CDU und Grüne geben wird. Einige Punkte des Koalitionsvertrags, der am Mittwoch vorgestellt wird, wurden bereits bekannt gegeben: So soll es eine Coronahilfe oder eine Solaranlagen-Pflicht in Baden-Württemberg geben. Nun wurde von mehreren Medien berichtet, dass es ebenfalls eine Pflicht des Sachkundenachweises für Hundehalter geben soll - den sogenannten Hundeführerschein, wie es in beispielsweise schon in Niedersachsen gibt.

Hundeführerschein in Baden-Württemberg: Was bedeutet das für Hundehalter?

Doch was bedeutet es für Hundebesitzer in Baden-Württemberg, dass sie künftig einen Hundeführerschein machen müssen? Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, müssen Hundehalter in einem schriftlichen Test und einer praktischen Prüfung vor Experten ihr Wissen über das Sozialverhalten der Vierbeiner demonstrieren. Bisher ist eins solcher Sachkundenachweis nur für Halter sogenannter Listenhunde verpflichtend. Wie echo24* in einer Übersicht für Hundehalter berichtet, soll es zukünftig neben dem Sachkundenachweis auch eine Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Versicherungspflicht für Hundehalter in Baden-Württemberg geben.

Die Landesbeauftragte für Tierschutz, Julia Stubenbord, sagte gegenüber der Stuttgarter Nachrichten jedoch, dass eine Vielzahl aller Beißvorfälle mit beliebten Familien-Hunderassen im eigenen Haushalt oder in der Nachbarschaft passiere. Um solche Attacken zu vermeiden sowie eine geeignete Umgebung für Hunde zu schaffen, sei ein verpflichtender Hundeführerschein sinnvoll. „Ich befürworte die Einführung eines Sachkundenachweises zum Halten jedes Hundes, unabhängig von der Größe oder dem Gewicht“, zitiert der Südwestrundfunk (SWR) Stubenbrod.

Ebenfalls begrüßen Tierschützer und Hundeschulen den Hundeführerschein in Baden-Württemberg. Das Problem sei, dass sich jeder erstmal einen Welpen zulegen könne, auch wenn er nicht die nötige Sachkunde habe, sagte Daniela Lisenfeld vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg. Gerade seit das Coronavirus in Baden-Württemberg ausgebrochen ist, möchten sich immer mehr Menschen ein Haustier zulegen. Die Tierheime werden mit Anfragen überhäuft. Jedoch machen sich nur wenige Menschen wirklich Gedanken darüber, was ein Hund braucht und welche Arbeit eine derartige Anschaffung mit sich bringt.

Hundeführerschein in Baden-Württemberg: Was kostet der Sachkundenachweis?

Wenn Hunde nicht richtig erzogen werden und somit auch nicht beigebracht bekommen, wie sie sich im Rudel und gegenüber Menschen zu verhalten haben, hätten die Ordnungsämter viel zu tun, sagt Daniela Lisenfeld. Andere würden völlig falsch nur in der Wohnung gehalten. Nach zwei, drei Jahren landeten die Hunde dann wieder im Tierheim, so die Expertin. Die Sorge sei groß, dass viele Tiere nach der Coronapandemie wieder in den Tierheimen abgegeben werden.

Um die Menschen auf das Leben mit ihrem vierbeinigen Begleiter besser vorzubereiten und so allen Beteiligten das Zusammenleben zu erleichtern, soll daher der Hundeführerschein in Baden-Württemberg Pflicht werden. Der Sachkundenachweis umfasst fünf Praxisstunden à 90 Minuten plus drei Theorie-Blöcke von jeweils zweieinhalb Stunden. Darin geht es unter anderem um Haltung und Pflege sowie das Verhalten beim Gassigehen mit und ohne. Wie der SWR berichtet, kostet die Teilnahme und Prüfung 200 Euro plus Gebühren. Die Prüfung nehme ein extra zugelassener Tierarzt ab. *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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