Radfahren in Stuttgart

„Horrorstrecke“: Fahrrad-Club sammelt Verbesserungen für Stuttgarts Radwege

Ein Radfahrer fährt auf einem Fahrradweg neben einer Hauptstraße
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Radfahren in Stuttgart kann eine ziemliche Herausforderung sein, wie die Tour des ADFC aufzeigte (Symbolbild).
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Radfahrer haben es im Verkehr häufig nicht leicht. Der ADFC hat sich die Radstrecken in Stuttgart genauer angesehen und sammelt Ideen für Verbesserungen.

Stuttgart - Das Verkehrsgeschehen in der Landeshauptstadt Stuttgart soll sich in der Zukunft stetig verbessern. Die Stadt hat hierfür bereits einige Maßnahmen und Projekte beschlossen oder bereits umgesetzt. So soll für Autofahrer unter anderem der kürzlich eröffnete Rosensteintunnel Entlastung bringen und Tempo-20-Zonen rund um die Innenstadt sollen Fußgängern und Radfahrern zugutekommen.

Radstrecken in Stuttgart unter der Lupe: Fahrrad-Club macht Vorschläge für Verbesserungen

Vor allem Radfahrer haben im Verkehr in Stuttgart mit Problemen zu kämpfen. Nach wie vor passieren viele Fahrrad-Unfälle auf den Straßen. Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) ist die größte Angst der Radler ein zu geringer Abstand von überholenden Fahrzeugen. Aber auch Fahrradwege, die nicht selten im Nirgendwo enden oder dessen Fortführung unklar ist, tragen zur Verunsicherung bei und werden häufig kritisiert. Der ADFC hat sich in Stuttgart nun selbst von der Situation ein Bild gemacht.

Eine Radgruppe nahm die Strecken in Stuttgart-Mitte und Süd in Angriff und sammelte Ideen für ein „Wunschradnetz“. Besonders negativ sei die Süd-West-Verbindung aufgefallen, die ein Mitglied des Fahrrad-Clubs sogar als „Horrorstrecke“ betitelte. Die Auffahrt in der Schickhardstraße löste bei den Teilnehmern der Radgruppe Adrenalinschübe durch schneidig überholende Autofahrer aus, wie die Stuttgarter Zeitung berichtete. Auch die enge Fahrbahn an der oberen Haltestelle vor dem Schwabtunnel wurde als gefährlich eingestuft.

Für diesen Abschnitt schlug der ADFC eine gemeinsame Rad- und Busspur aufwärts vor. Für Radfahrer, die auf der Hauptradroute 1 stadteinwärts aus der Möhringer Straße die Karl-Kloß-Straße queren wollen, wäre auch eine kürzere Ampel-Wartezeit von Vorteil. Noch besser sei dem Fahrrad-Club zufolge der Bau eines „Mini-Kreisverkehrs“ an dieser Stelle. Davon würden auch die Radler profitieren, die von unten kommend hier nach links abbiegen wollen. In der Karl-Kloß-Straße müsse sich laut ADFC zudem Grundlegendes verändern. „Wenn man etwas für Radfahrer machen will, dann müssen hier Parkplätze wegfallen“, fordert Frank Zühlke, ein Mitglied des Clubs.

Weitere Pläne für fahrradfreundliches Stuttgart laut ADFC-Mitglied „Zukunftsmusik“

Der ADFC machte während seiner Radtour durch Stuttgart auch weitere Vorschläge für eine fahrradfreundliche Stadt, wie etwa eine Alternative für die Degerloch-Verbindung. Dabei handele es sich jedoch auch um „Zukunftsmusik“, wie Zühlke vom ADFC einräumt. Dennoch sei es eine Tatsache, dass es keine alltagstaugliche Verbindung nach Degerloch gebe. Der Fahrrad-Club sammelt auch weitere Anregungen von Stuttgartern. Bis zum 15. Mai können diese auf umap.openstreetmap.de oder per Mail an frank.zuehlke@adfc-bw.de gemeldet werden.

„Radfahren in Stuttgart ist eine Nahtoderfahrung“, schreibt ein Facebook-User unter anderem zu dem Thema. Eine 15-jährige Schülerin aus Stuttgart fordert beispielsweise „sichere Schulwege auch für Radfahrer“. Auf ihrem Weg zur Schule verbringe sie fast ein Drittel der Zeit mit Warten. „Es ist total stressig. Manchmal wird man zudem von idiotischen Autofahrern angehupt, obwohl man korrekt unterwegs ist“, berichtet die Schülerin zudem von ihren Erfahrungen. Nicht zuletzt sorgen auch geparkte Autos auf Rad- und Gehwegen immer wieder für Ärger.

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