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App warnt Hundebesitzer vor gefährlichen Giftködern

Ein Hund ist mit seiner Halterin unterwegs
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Eine App warnt Hundebesitzer vor Giftködern.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Um Hunde vor Giftfködern zu schützen, hat ein deutsches Start-up eine App entwickelt, die vor Gefahrenstellen warnen soll. Sie funktioniert auch in Baden-Württemberg.

München/Stuttgart - Für Hundebesitzer ist es die absolute Albtraum-Vorstellung: Der geliebte Vierbeiner tappt in eine Giftfalle und erleidet schlimme Schmerzen oder sogar den Tod. Leider passiert es trotzdem immer wieder, dass Hunde qualvoll an Giftködern sterben, wie kürzlich in der Nähe von Karlsruhe. Oft stecken hinter den Ködern Hundehasser, die absichtlich Leckerlis wie Wurststückchen mit Gift oder scharfkantigen Gegenständen versehen, um den Tieren zu schaden. Wie könnte man Hundebesitzer bereits im Voraus vor diesen Gefahren warnen? Das haben sich die Gründer der kostenlosen Plattform „Petleo“ aus München überlegt - und bieten mit einer interaktiven Karte Nutzern die Möglichkeit, Gefahrenstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu markieren und einzusehen.

„Wer Petleo nutzt, erhält Push-Nachrichten auf sein Smartphone, sobald ein neuer Giftköder in einem bestimmten Radius gemeldet wurde“, erklärt Florian Klauke, Marketing-Verantwortlicher bei Petleo, gegenüber BW24. Markiert werden die entsprechenden Stellen auf der Karte von den Nutzern selbst. „Wir verifizieren die Meldungen dann zügig“, so Klauke. Hilfreich seien dabei Fotos und Beschreibungen der Nutzer vom Fundort. Die Community meldet fleißig Gefahrenstellen: In Baden-Württemberg sind in den vergangenen zwei Monaten 20 bestätigte Meldungen eingegangen.

Giftköder für Hunde: „In den meisten Fällen handelt es sich um Schneckenkorn“

„Auch für ältere Leute, die vor ihrer täglichen Gassi-Runde noch einmal schauen möchten, ob im Umkreis eine Gefahr lauert, ist die Plattform einfach zu bedienen“, so Klauke. Sobald die Meldung in der App erfolgt ist, können auch weitere Nutzer einen Köder bestätigen. „In den meisten Fällen handelt es sich um giftiges Schneckenkorn. Manchmal werden aber auch Wurststücke ausgelegt, in denen Rasierklingen stecken“, sagt Klauke. Wer einen Köder findet, solle ihn auf jeden Fall den örtlichen Behörden melden - die App sei lediglich eine Warnung.

Hundertprozentig schützen kann man seinen Hund vor den bösartigen Giftfallen nicht. Wer nicht nur auf Hilfsmittel wie die Warn-App vertrauen möchte, findet auf dem Markt auch Giftköder-Schutznetze, mit denen man die Vierbeiner absichern kann. Gerät der Hund dennoch in einen Köder, sollte man ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen. „Der Hund sollte auf keinen Fall zum Erbrechen gebracht werden“, warnt Klauke. „Denn hat er beispielsweise einen Köder mit Rasierklingen geschluckt, werden die Verletzungen durchs Erbrechen noch schlimmer.“ Stattdessen empfiehlt er im Falle von verschluckten Fremdkörpern, dem Hund Sauerkraut zu geben, das sich um die Fremdkörper schließe und Verletzungen abmildere.

Giftköder und Co.: So gehen Hundehasser gegen wehrlose Tiere vor

Menschen, die Hunde verabscheuen, treiben leider immer wieder ihr Unwesen. So fassten Hundehasser im vergangenen Jahr einen perfiden Plan, als Rettungshunde einen Vermissten suchten. Sie lockten die Polizei durch Hinweise absichtlich in ein bekanntes Giftködergebiet, um den Rettungshunden zu schaden. Laut Florian Klauke von Petleo sind für Giftköder jedoch nicht ausschließlich böswillige Menschen verantwortlich. „Manchmal setzen auch Kommunen in bestimmten Gebieten Gift ein, ohne dass sie damit mutwillig Hunden schaden wollen.“

Petleo betont, dass die Warn-App vor Giftködern nur eine von vielen Funktionen der Plattform ist. Erklärtes Ziel der Gründer ist es, den Nutzern die Möglichkeit zu geben, eine digitale Gesundheitsakte für ihr Tier anzulegen. Auch Videosprechstunden mit Tierärzten sowie Gassirunden sind Teil des Angebots.

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