E-Auto-Produktion

Gefährlicher Vorfall bei Porsche: Akku brennt auf Werksgelände lichterloh - das hat Folgen

Ein Auto wird in einem Werk von Porsche gefertigt.
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In einem Porsche-Werk geriet ein Akku in einer Halle in Brand. (Symbolbild)
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Ein brennender Akku im Porsche-Werk in Bietigheim-Bissingen sorgte vor wenigen Tagen für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Die zieht aus dem Vorfall jetzt ihre Konsequenzen.

Stuttgart/Bietigheim-Bissingen - Die Porsche AG setzt für die Zukunft ihres Unternehmens auf neuste Technologie. Das Unternehmen mit Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart forscht und investiert unter anderem in die Entwicklung von Elektroantrieben. Erst vor wenigen Wochen wurde ein Erlkönig eines E-Porsche 911 auf dem Nürburgring gesichtet.

Doch die elektrisch betriebenen Fahrzeuge haben einen gefährlichen Schwachpunkt: Im Falle eines Brandes sind sie kaum zu löschen. Grund sind die verbauten Akkus. Entzünden sich diese, entstehen lang anhaltende chemische Reaktionen, die nur schwer zu bekämpfen sind. Sie sind weder mit Wasser noch mit Löschschaum zu löschen. Die Elektroakkus müssen stattdessen in einem speziellen Container vollständig mit Wasser geflutet werden. Dass das Löschen einer E-Auto-Batterie tückisch sein kann, zeigte auch ein Vorfall in Staufen im Breisgau. Dort kam es zu einem gefährlichen Vorfall in Postzentrum: Zwei E-Autos brannten völlig aus.

Mit diesem Problem musste sich auch die Bietigheimer Feuerwehr am Montag auseinandersetzen. Wie die Bietigheimer Zeitung berichtete, geriet ein Batterie-Prototyp bei Porsche Engineering in Bietigheim-Bissingen in Brand. Das Feuer war vermutlich aufgrund eines technischen Defekts gegen 15.30 Uhr ausgebrochen. Als das ers­te Lösch­fahr­zeug eintraf, stand der Li­thi­um-Io­nen-Akku in der Hal­le bereits voll in Flammen. Die Feuerwehr hatte Glück im Unglück: Da der Akku auf einem beweglichen Montagewagen stand, konnten ihn die Einsatzkräfte mit einem Haken ins Freie ziehen. Ein Übergriff des Brandes auf die Halle konnte so verhindert werden.

Gefährlicher Vorfall bei Porsche: Brennender Akku nur schwer zu löschen

Doch damit war die Arbeit der Feuerwehr noch lange nicht getan: Mit Wasser konnte der Brand nur für kurze Zeit gelöscht werden, ehe sich die Batterie erneut entzündete. Um den Brand unter Kontrolle zu bekommen, wurde ein Ab­roll­be­häl­ter aus Kornwestheim an­ge­for­dert, um die Batterie zu fluten. Dieser Behälter ist speziell für solche schwierigen Brände gedacht. Laut Einsatzbericht der Feuerwehr in Bietigheim-Bissingen musste zusätzlich noch ein Te­le­sko­p­la­der aus Lud­wigs­burg geordert werden, um den Akku si­cher in den Con­tai­ner zu bringen.

Der Akku-Brand hat die Feuerwehr in Bietigheim zum Nachdenken angeregt. Der Vorfall hat Folgen, denn er hat gezeigt: Ein Abholbehälter, wie der aus Kornwestheim, ist auch in Bietigheim dringend nötig. Schließlich könne man nicht immer eine halbe bis dreiviertel Stunde warten, bis der Behälter von Kornwestheim zum Einsatzort gebracht werde, sagte Bietigheimer Kommandant Frank Wallesch gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Es brauche daher auch an seinem Standort einen sogenannten „Abrollbehälter Hochvolt“, sagte er weiter.

Gefährlicher Vorfall bei Porsche: Abrollbehälter soll für künftige Akku-Brände angeschafft werden

Das Wechsellader-Konzept des Landkreises sehe „Abrollbehälter Hochvolt“ an mehreren Standorten vor, berichtet die Zeitung. Die Kornwestheimer Feuerwehr hat ihren seit gut einem Jahr im Einsatz. Bisher ist er viermal zum Einsatz gekommen, sagt Matthias Häußler, Kommandant der Feuerwehr Kornwestheim. Ein solcher Container kam auch letzten Monat im Kreis Biberach zum Einsatz, als ein E-Mercedes an einer Ladestation in Flammen aufging.

Porsche hatte den Container finanziert. Ein zweiter sei bestellt, so Matthias Häußler. Für den Standort Bietigheim wollte Porsche einen weiteren Lösch-Container finanzieren. Dass dieser dringend benötigt wird, zeigte der Akkubrand am Montag. Laut Landratsamt Ludwigsburg wird aktuell bereits ein Abrollbehälter für den Standort Bietigheim-Bissingen besorgt.

Der Akku aus dem Porsche-Werk in Bietigheim befindet sich noch immer im Container. Denn bis die chemischen Reaktionen zum Stillstand gekommen sind, kann es bis zu 14 Tage dauern.

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