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Stuttgarter Frühlingsfest kommt ohne Bierzelte besser an - „Ich wünschte, es würde immer so bleiben“

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Von: Nadja Pohr

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Besucher auf dem Frühlingsfest in Stuttgart auf dem Wasen in Bad Cannstatt.
Die Schausteller auf dem Stuttgarter Frühlingsfest sprechen von einem harmonischen Festgeschehen durch den Wegfall der Bierzelte. © Christoph Schmidt/dpa

Auf dem Stuttgarter Frühlingsfest ziehen die Schausteller eine erste positive Bilanz: Ohne die Bierzelte läuft es harmonischer ab. Die Besucher sehen das ähnlich.

Stuttgart - Seit dem 16. April läuft auf dem Cannstatter Wasen das Stuttgarter Frühlingsfest „light“. Nach zweijähriger Zwangspause durch das Coronavirus in Baden-Württemberg freuen sich besonders die Schausteller über die Rückkehr des Festes in der Landeshauptstadt - wenngleich die Besucher einige Abstriche beim Feiern hinnehmen müssen.

Die Veranstalter setzten weiterhin auf Vorsicht und entschieden sich zum 82. Frühlingsfest dazu, auf die beliebten Bierzelte zu verzichten. Auch andere Partys finden auf dem Festgelände nicht statt - unter anderem auch aus Rücksicht angesichts des Kriegs in der Ukraine. Trotz und gerade wegen der fehlenden Bierzelte könnte das Geschäft für die Schausteller auf dem Stuttgarter Frühlingsfest allerdings nicht besser laufen.

Wegfall der Bierzelte auf Stuttgarter Frühlingsfest zahlt sich für Schausteller aus

Die Schausteller auf dem Stuttgarter Frühlingsfest sprechen von einem harmonischen Festgeschehen auf dem Cannstatter Wasen. Aus ihrer Sicht sei das dem Wegfall der Bierzelte zu verdanken. „Es ist fantastisch, ein Frühlingsfest, wie man es sich wünscht. Ich wünschte, es würde immer so bleiben“, zeigte sich ein Betreiber zufrieden. „Hier sind die Menschen in keiner Weise aggressiv, wahrscheinlich weil sie nicht druckbetankt werden“, sagte er im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung.

Die Schausteller berichten von weniger Streit und Aggressivität auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Dafür würden umso mehr Familien unter den Besuchern sein. Mehr als 200.000 Gäste besuchten das Fest am Eröffnungswochenende. „Das geht jetzt weniger in Richtung Party, dafür mehr in Richtung Volksfest“, so Wiebke Bruch, die das Riesenrad betreibt. Für das Cannstatter Volksfest planen die Veranstalter zwar wieder mit „normalen Bedingungen“, dennoch vermissen die Betreiber der Fahrgeschäfte die Bierzelte nicht. Die aktuellen Gegebenheiten seien für sie viel besser.

Auch auf Facebook sprechen sich viele Besucher dafür aus, dass die Bierzelte auf den künftigen Festen wegbleiben könnten. Der Besuch sei viel angenehmer und entspannter gewesen, schreiben sie. „Die Schausteller waren sehr freundlich und zuvorkommend und es gab keine Betrunkene, die mich oder meine Familie anpöbeln. So stelle ich mir für die Zukunft die Feste vor“, berichtet ein Nutzer von seinem Besuch. „Solche Veranstaltungen sollten da sein, um Spaß zu haben und nicht um zu ‚saufen‘. Leider kennen nicht alle ihre Grenzen“, so die Meinung einer anderen Userin.

Stuttgarter Frühlingsfest: Schausteller und Veranstalter wollen sich über künftige Konzepte austauschen

Wenn das Frühlingsfest in Stuttgart nach dem 8. Mai zu Ende ist, wollen sich der Verband der Schausteller in Baden-Württemberg mit Schaustellern, Festwirten und dem Veranstalter in einer Gesprächsrunde austauschen. Man habe ein großes Interesse daran, dass dieses angenehme Gefühl bei den Besuchern bleibe - beispielsweise auch beim Cannstatter Volksfest.

Ein Achterbahn-Betreiber könne sich jedoch eher vorstellen, dass das Frühlingsfest ohne und ein Cannstatter Volksfest mit Zelten stattfinde. Gerade weil auf dem Cannstatter Volksfest auch viele ausländischen Besucher kommen würden, müsse man die Bierzelte beibehalten. Dieser Vorschlag kommt auch bei einigen Facebook-Usern gut an. „Ich würde mich wieder freuen, wenn die Zelte im Herbst auch da sind. Dann sieht man auch den Unterschied“, schreibt ein Nutzer. Zudem sind viele der Meinung, dass die Bierzelte genauso wie die Schausteller eine Daseinsberechtigung auf den Festen hätten.

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