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Frau fast 24 Stunden verschleppt und vergewaltigt - Prozess beginnt

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Justitia
Wegen Geiselnahme und Vergewaltigung einer Frau muss sich ein 36 Jahre alter Mann ab Freitag (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Stuttgart verantworten.  © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Ihr Martyrium dauerte laut Anklage fast 24 Stunden: Die Frau sei überfallen, in eine Hütte verschleppt und mehrfach vergewaltigt worden. Nun kommt ein Verdächtiger deswegen vor Gericht.

Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen Geiselnahme und Vergewaltigung einer Frau muss sich ein 36 Jahre alter Mann ab Freitag (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die zur Tatzeit 23-Jährige im April dieses Jahres abends an einem Feldweg bei Reichenbach an der Fils (Landkreis Esslingen) abgepasst, mit einem Messer bedroht und in eine Hütte gebracht zu haben. Dort soll der Angeschuldigte sein Opfer nahezu 24 Stunden lang gefangen gehalten und mehrfach vergewaltigt haben. Für den Prozess sind vier Fortsetzungstermine bis Ende Oktober geplant.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft seinerzeit mitgeteilt hatten, war die 23-Jährige nicht wie gewohnt von der Arbeit nach Hause gekommen. Suchaktionen samt Polizeihubschrauber und Rettungshundestaffeln blieben erfolglos, bis Passanten auf eine Gartenhütte hinwiesen, bei der sich immer wieder ein unbekannter Mann aufhalte. Als die Frau die Einsatzkräfte wahrnahm, habe sie aus dem Fenster klettern und in Sicherheit gebracht werden können. Sie kam in ein Krankenhaus.

Der unter anderem wegen Betäubungsmitteldelikten polizeilich bekannte und wegen Raubes vorbestrafte 36-Jährige habe keinen festen Wohnsitz, teilten die Ermittler mit. Er habe sich seit mehreren Monaten mit Zustimmung des Eigentümers in der Gartenhütte aufgehalten. Bei dem Zugriff flüchtete er den Angaben nach, Polizisten nahmen ihn kurz darauf fest. Zuvor hatte sich der Mann mit einem Messer verletzt und wurde im Krankenhaus behandelt. Danach kam er in Untersuchungshaft.

Ein Sachverständiger sollte laut Staatsanwaltschaft überprüfen, ob der Angeschuldigte in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt sein könnte. Ob das Gutachten schon Teil der Verhandlung am Freitag ist, war zunächst unklar. Einem Gerichtssprecher zufolge sind für den Nachmittag zwei Polizeibeamte als Zeugen geladen.

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