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Frank Nopper: Alles zu Familie und Karriere des Stuttgarter Oberbürgermeisters

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Von: Julia Hawener

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Frank Nopper, der Oberbürgermeister von Stuttgart, hatte bei seinem offiziellen Amtsantritt keinen leichten Start. Privat kann er auf starken Rückhalt von seiner Familie zählen.

Stuttgart – Wenn Frank Nopper (CDU) seit seinem Wahlsieg 2021 als Oberbürgermeister durch Stuttgart spaziert, ist er nicht nur an seinem neuen Arbeitsplatz unterwegs, sondern auch in seiner Geburtsstadt. Nopper kam nämlich am 25. Mai 1961 in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg auf die Welt und stammt aus einer alteingesessenen Stuttgarter Familie. Sein Abitur machte er 1980 am Wilhelms-Gymnasium in Degerloch.

NameFrank Nopper
Geboren25. Mai 1961 in Stuttgart
SternzeichenZwilling
AusbildungStudium der Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
FamilieVerheiratet mit Gudrun Weichselgarten-Nopper, zwei Söhne (Carl Alexander und Franz Ferdinand)
KonfessionEvangelisch

Wohl genauso sehr wie der Schwabe steckt auch die Kommunalpolitik in den Genen der Familie Nopper. Denn schon Frank Noppers Vater, Manfred Nopper, war bis 1974 Gemeinderat in Stuttgart und kandidierte auch selbst im Jahr 1966 als FDP-Stadtrat gegen den Nachkriegs-OB Arnulf Klett. Mit 39,5 Prozent der Stimmen konnte er sich damals den Chefsessel allerdings nicht sichern. Dass sich der Stuttgarter Rathauschef auch in anderen Aspekten an seinem Vater orientierte, zeigt die Wahl seine Studiengangs. So studierte er, ähnlich wie Manfred Nopper, nach seinem Grundwehrdienst und seiner Lehre als Bankkaufmann Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer.

Nach seinem Studium war er viele Jahre in Stuttgart berufstätig – als Rechtsreferendar beim Landgericht Stuttgart, als Abteilungsleiter bei der Stuttgarter Messe- und Kongressgesellschaft und als Landesgeschäftsführer beim Landesinnungsverband des Schreinerhandwerks Baden-Württemberg.

Frank Nopper: Gemeinderat Backnang ernennt Kommunalpolitiker zum Ehrenbürger

Seinen Start in die Kommunalpolitik hatte Frank Nopper 1994 für die CDU als Mitglied der Regionalversammlung, die für Entscheidungen zuständig ist, die Stuttgart und das Umland betreffen. Dort habe er neben dem früheren Stuttgarter CDU-Oberbürgermeister Manfred Rommel gesessen. „Er wurde zu meinem großen Vorbild, inspirierte mich und war später auch mein Wahlkampfberater“, schreibt Nopper auf der Webseite des CDU-Kreisverbandes Stuttgart. Darauf folgte dann seine bisher längste berufliche Station in Backnang.

19 Jahre saß der gebürtige Stuttgarter im Chefsessel des Backnanger Rathauses. Mit 45 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang setzte er sich 2002 gegen den vorherigen Amtsinhaber Jürgen-Heinrich Schmidt (SPD) durch. Damit begann seine langjährige Zeit als Oberbürgermeister in der Großen Kreisstadt. Bei den OB-Wahlen 2010 und 2018 fielen die Ergebnisse deutlich aus: Erst mit 86,8 Prozent und dann mit 87 Prozent der Stimmen wurde er für eine zweite und dritte Amtszeit wiedergewählt.

Doch dann entschloss Nopper noch vor dem Ende seiner dritten Amtszeit, bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart zu kandidieren – und das mit Erfolg. Nach so langer Zeit ließ ihn der Backnanger Gemeinderat jedoch nicht einfach so ziehen und zeichnete ihn nach seinem Ausscheiden mit der Ehrenbürgerwürde aus.

Nach Sieg Noppers: OB-Wahl in Stuttgart wird vom Gericht geprüft

Mit dem Sieg von Frank Nopper bei der Oberbürgermeisterwahl im November 2020 ging die zuvor grüne Hochburg Stuttgart zurück an die CDU. Er erreichte im zweiten Wahlgang 42,3 Prozent der Stimmen und da in Baden-Württembergs Kommunen in diesem Fall die einfache Mehrheit reicht, sicherte sich der promovierte Jurist den Chefsessel der Landeshauptstadt. Eigentlich hätte Nopper im Januar des Folgejahres offiziell sein Amt antreten sollen. Doch einige Mitbewerber der OB-Wahl legten ihm Steine in den Weg, als sie beim Regierungspräsidium eine Beschwerde gegen die Wahl einreichten. Das Präsidium wies die Einsprüche zurück. Daraufhin gingen drei Mitbewerber gerichtlich gegen diese Entscheidung vor.

Das Gericht musste sich daraufhin mit den drei Klagen gegen die Wahl auseinandersetzen, im Fokus stand unter anderem die Wahlkampffinanzierung der CDU. Frank Nopper wurde während dieser gerichtlichen Prüfungsphase vom Gemeinderat einstimmig zum Amtsverweser mit der Bezeichnung Oberbürgermeister bestellt. Ein Amtsverweser hat alle Rechte eines Oberbürgermeisters, jedoch kein Stimmrecht im Gemeinderat. Im November 2021 fiel die Entscheidung der Richter: Sie fanden keine Verstöße und im Januar 2020 wurde Nopper offiziell vereidigt. Der CDU-Politiker ist der fünfte Rathauschef in Stuttgart seit Kriegsende. Und der erste, der zunächst als Amtsverweser arbeiten musste.

Politischer Werdegang von Frank Nopper

Bereits während seines Wahlkampfes und schließlich dann auch als offizieller Amtsinhaber betonte Frank Nopper häufig, dass er das Image der Landeshauptstadt verbessern wolle. „Wir müssen eine Imagekampagne fahren, damit Stuttgart auch in der Außenwirkung wieder mehr leuchtet, in der Region, in Deutschland und in Europa“, sagte er in einem Interview mit dem Spiegel. Stuttgart werde außerhalb der Stadtgrenzen vor allem mit Negativem in Verbindung gebracht und sei als Problemstadt, Stillstandstadt, Proteststadt, Verbotsstadt und Krawallstadt bekannt. Das wolle er ändern.

Stuttgarter Rathauschef kehrt mit Ehefrau und Söhnen zurück zu seinen Wurzeln

Auf eines kann sich der studierte Jurist bei all diesen Vorhaben verlassen: die Unterstützung seiner Familie. So waren sowohl seine Frau Gudrun, die er 1995 in Stuttgart kennenlernte, als auch die gemeinsamen Kinder Franz Ferdinand und Carl Alexander feste Mitglieder in seinem Wahlkampfteam. Die beiden Söhne sind Mitglieder der Jungen Union und eifern mit Banklehre und Jurastudium – zumindest beruflich – jetzt schon ihrem Vater nach.

Frank Nopper (CDU), Oberbürgermeister von Stuttgart, mit seiner Frau Gudrun Weichselgarten Nopper und den Söhnen Carl Alexander und Franz Ferdinand.
Frank Nopper (CDU), Oberbürgermeister von Stuttgart, mit seiner Frau Gudrun Weichselgarten Nopper und den Söhnen Carl Alexander (rechts) und Franz Ferdinand. (Archivbild) © dpa/Sebastian Gollnow

Der Wechsel von Backnang in die Landeshauptstadt ist für die Familie kein schwieriger Schritt gewesen. Nopper selbst wuchs mit seiner Schwester und seinen beiden Brüdern in Sonnenberg auf und ging im Stuttgarter Stadtteil Degerloch zur Schule. Er ist Fan der Stuttgarter Kickers und Anhänger des VfB Stuttgart

„Mein Bruder ist Mitglied des Gemeinderats in Stuttgart, mein verstorbener Vater war hier Stadtrat, meine beiden Söhne sind hier zur Schule gegangen“, sagte er nach seinem Wahlsieg im Interview mit Ludwigsburg24. Zudem sei sein Urgroßvater Stadtschultheiß im damals noch selbständigen Cannstatt gewesen und sein anderer Urgroßvater habe 1816 die spätere Eisenwarenhandlung Zahn & Nopper gegründet. „Meine Stuttgarter Wurzeln sind kilometertief.“ Zu diesen Wurzeln kehrte er im Juni 2021 zurück, als er mit seiner Familie in das Haus seiner Großeltern im Stuttgarter Osten zog.

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