„Überwältigende Hilfsbereitschaft“

„Fassungslos, aber nicht tatenlos“: Stuttgart sucht Wohnungen für Ukraine-Flüchtlinge

Frauen und Kinder kommen nach ihrer Flucht aus der Ukraine am Grenzübergang an.
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Frauen und Kinder kommen nach ihrer Flucht aus der Ukraine am Grenzübergang an. Stuttgart möchte derweil die Hilfsangebote besser koordinieren.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Stuttgart hat einen Koordinationsstab eingerichtet, um Hilfsangebote für Flüchtlinge aus der Ukraine besser zu bündeln. Es werden auch Wohnungen für sie gesucht.

Stuttgart - Wann die ersten geflüchteten Menschen in der Ukraine eintreffen ist noch unklar, doch die Landeshauptstadt Stuttgart trifft bereits Vorkehrungen, die es den Flüchtlingen deutlich einfacher machen sollen. Dazu wurde bereits ein Koordinierungsstab eingerichtet, der sich ab sofort regelmäßig unter der Leitung von Oberbürgermeister Frank Nopper trifft.

Unter anderem will die Stadt Stuttgart durch ihre Taskforce Hilfsangebote für Menschen in der Ukraine und auf der Flucht besser miteinander verknüpfen. Neben einer besseren Koordination der Hilfen ist die Stadt zudem auf der Suche nach Wohnungen für die geflüchteten Ukrainer.

Flüchtlinge aus der Ukraine: Stuttgart ruft Bürger zur Mithilfe bei Wohnungssuche auf

Um die Menschen zu unterstützen, die aus der Ukraine flüchten, suche die Liegenschaftsverwaltung der Stadt intensiv nach passenden Immobilien in Stuttgart und prüfe vorliegende Angebote zur Unterbringung, wie OB Frank Nopper verkündete. „Ich rufe darüber hinaus Privatpersonen auf, leerstehende Wohnungen an unsere Taskforce zu melden, damit wir so viele Wohnungen wie benötigt bereitstellen können.“

In den sozialen Medien bieten viele Bürger in Baden-Württemberg bereits ihre Mithilfe an oder sammeln Hilfsmittel für die Ukraine. Unter anderem verkauft eine Bäckerei aus dem Kreis Böblingen „Ukrainer“ für den guten Zweck und begeistert damit auch das Internet. Dies lobt auch Stuttgarts Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Alexandra Sußmann: „Wir spüren die überwältigende Hilfsbereitschaft der Stuttgarterinnen und Stuttgarter.“

Wegen Flüchtlingen des Ukraine-Kriegs: Auf Facebook gibt es neben Lob auch kritische Stimmen - „Keine Wohnungsnot mehr im Südwesten?“

Andere Facebook-Nutzer können das plötzliche Engagement der Stadt jedoch nicht verstehen: „Keine Wohnungsnot mehr im Südwesten?“, fragt sich ein Nutzer. „Kümmert euch doch mal um das eigene Volk. Es gibt hier genug Mitbürger, die kein Dach über dem Kopf haben. Aber das interessiert euch einen scheiß“, schimpft ein User. Eine andere Nutzerin finde die Idee an sich gut, Wohnraum in bestehenden Gebäuden zu schaffen, fragt sich aber, wie das Gesetz dazu steht. „Wenn es so einfach wäre, Eigentum zu entziehen, dann hätten das viele Gemeinden sicherlich schon lange getan.“

Stadt Stuttgart wegen Ukraine-Flüchtlingen zuversichtlich: „Als weltoffene, liberale Stadt werden wir unserer Verantwortung gerecht“

„Der Krieg in Europa macht uns fassungslos, aber nicht tatenlos“, sagt Alexandra Sußmann und zeigt sich zuversichtlich. „Wir analysieren mit aller Besonnenheit die Lage, sondieren die Möglichkeiten und bereiten uns so bestmöglich auf unterschiedliche Szenarien vor.“ Deshalb sei der Koordinierungsstab so wichtig und schafft darüber hinaus Übersichtlichkeit.

Sußmann erklärt außerdem, dass Hilfsangebote von Stuttgarter Initiativen, Organisationen, Unternehmen und Stiftungen gebündelt und zeitnah auf der städtischen Homepage veröffentlicht werden. Dort werde auch baldmöglichst eine Hotline-Nummer für Privatpersonen oder Ukrainer, die auf städtischer Hilfe angewiesen sind, eingerichtet. Darüber sollen Betroffene dann offene Fragen stellen können.

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