„Hat sich gelohnt“

Nach Satire-Auftritt: Florian Schröder erzählt von der überraschenden Reaktion der Demonstranten

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Florian Schröder trat bei einer Anti-Corona-Demo der Initiative „Querdenken" auf. Schon während seines Auftritts wurde er ausgebuht. Die Verabschiedung überraschte den Satiriker allerdings selbst.

  • Satiriker Florian Schröder wurde nach seinem Auftritt bei der „Querdenken"-Demo ungewöhnlich verabschiedet.
  • Er hatte während seiner Rede in Stuttgart bereits viel früher damit gerechnet, ausgebuht zu werden.
  • Für seinen Auftritt bekam er nicht nur negative Resonanz, sondern auch Beifall und Lob.

Stuttgart - Noch immer demonstrieren viele Menschen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg. Zuletzt sorgte eine große Demonstration in Berlin für Aufsehen. In Stuttgart wurden die Kundgebungen hingegen seltener. Bereits Anfang Juni zeigten die neusten Corona-Demos in Stuttgart, dass sich der Wind dreht. Es waren dort deutlich weniger Teilnehmer zu sehen, als noch zu Beginn der Corona-Demos.

Zuletzt fand in Stuttgart eine Anti-Corona-Demonstration der Initiative „Querdenken 711" statt. Die Veranstalter fielen dabei auf den Satiriker Florian Schröder rein. Bei seinem Auftritt nahm er Argumente der Corona-Leugner auseinander. Schon während seiner Rede schwenkte die Stimmung deshalb von Jubel zu Buh-Rufen um. Den Satiriker selbst hat allerdings seine Verabschiedung eher überrascht.

Florian Schröders Auftritt bei „Querdenken“-Demo: Schlüsselwörter bringen Stimmung zum Kippen

In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung (StZ) gab Florian Schröder sogar zu, schon viel früher mit Buh-Rufen gerechnet zu haben. Gleichzeitig stellte er fest, dass vor allem bestimmte Schlüsselwörter die Menge gegen ihn aufbrachten - so zum Beispiel als Florian Schröder zugibt, das Coronavirus als gefährlich einzuschätzen.

Der Kabarettist Florian Schroeder hat am Wochenende in Stuttgart mit einem provokanten Auftritt bei einer Corona-Demo Schlagzeilen gemacht.

Angst habe Florian Schröder hingegen zu keiner Zeit gehabt, erzählt er gegenüber der StZ. Demnach schätzte er die Zuschauer der „Querdenken“-Demonstration überhaupt nicht als gewaltbereit ein. Er hätte eher damit gerechnet, dass die Veranstalter ihm den Ton abstellen.

Satire-Auftritt von Florian Schröder: Rede bei „Querdenken“-Demo war keine vergebliche Mühe

Sein Auftitt bei der „Querdenken“-Demo hat sich nach Ansicht von Florian Schröder auf jeden Fall gelohnt. Da viele Menschen das Video des Auftritts gesehen haben, hofft er, dass seine Rede einen Dialog auslöst „im kleinen Familienkreis, bei der Arbeit, wo auch immer“, so Florian Schröder zur StZ.

Dass ausgerechnet in Stuttgart ein Hotspot für Gegner der Corona-Maßnahmen ist, erklärt Florian Schröder zudem mit einem interessanten Beispiel. „Stuttgart hat eine lange antiautoritäre Tradition. Man denke nur an die Anthroposophie
und den Pietismus von Württemberg. Das mag eine Erklärung sein. Außerdem sind die
Stuttgarter spätestens seit den Stuttgart 21-Protesten protest-muskulär gut vorgewärmt“, so Florian Schröder gegenüber der StZ.

Florian Schröder: Die Reaktionen auf seinen Satire-Auftritt bei der „Querdenken“-Demo sind überraschend

Obwohl Florian Schröder mit seinem Auftritt bei der „Querdenken“-Demo zufrieden war, hat ihn das Medienecho doch überrascht. Laut StZ habe er sich während seiner Karriere abgewöhnt, Dinge vorhersehen zu wollen. „Insofern haben mich die vielen Reaktionen überrascht“, erklärt Florian Schröder im Gespräch mit der StZ.

Besonderes erstaunt zeigt sich Florian Schröder aber über die Verabschiedung nach seinem Auftritt bei der „Querdenken“-Demo. Anstatt mit weiteren Buh-Rufen oder gar Beschimpfungen wurde er „mit enttäuschten Blicken, ein wenig wie ein Junge, der die Erwartungen der eigenen Eltern enttäuscht hat“ angeschaut. „Ich verstehe gar nicht, warum. So schlecht war meine Rede doch auch wieder nicht“, scherzt Florian Schröder gegenüber der StZ.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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