Auswirkungen der Corona-Pandemie

Wann Fitnessstudios in Baden-Württemberg wieder öffnen dürfen

Eine Frau mit Maske trainiert in einem Fitnessstudio an einer Beinpresse.
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Fitnessstudios in Deutschland haben bisher nur im Rahmen von Modellprojekten öffnen dürfen.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Der Betrieb der Fitnessstudios in Baden-Württemberg ist seit Monaten lahmgelegt. Öffnen dürfen sie nach wie vor nicht - dabei gehen den Studios immer mehr Mitglieder verloren.

Stuttgart - In fast allen Stadt- und Landkreisen ist das Coronavirus in Baden-Württemberg auf dem Rückmarsch: In 36 der 44 Kreise liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile unter 100. Der erste Schritt des Stufenplans gilt bereits. Museen, Galerien, Gedenkstätten, Archive und gastronomische Betriebe haben wieder geöffnet. Auch der Freizeit- und Amateursport auf Sportanlagen und Sportstätten im Freien ist mit Gruppen bis zu 20 Personen wieder möglich. Ausgenommen von der Regelung sind aber nach wie vor die Fitnessstudios in Baden-Württemberg, die bereits seit vergangenem Oktober geschlossen sind.

Die Schließung der Fitnessstudios sorgte in der Branche für Schock und Entsetzen. Viele Studios kämpfen nach Monaten ohne Besucher ums Überleben. Laut dem Arbeitgeberverband Deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) haben deutschlandweit Fitnessstudios seit Beginn des vergangenen Jahres rund 25 Prozent ihrer Mitglieder verloren. Viele Millionen Verträge sind im Corona-Lockdown ausgelaufen oder wurden gekündigt. Und es ist keine Besserung in Sicht: „Die Monate Januar, Februar, März, April, Mai – in diesen fünf Monaten werben wir normalerweise 50 Prozent unserer neuen Kunden, um normale Mitgliederverluste auszugleichen. Das ist in diesem Jahr zusätzlich zum sowieso gesunkenen Bestand komplett weggefallen. Und das ist ein ganz großes Problem für die Branche geworden“, sagt Birgit Schwarze, Präsidentin des DSSV, gegenüber dem MDR.

Fitnessstudios in Baden-Württemberg: Öffnungen erst bei Inzidenz von unter 100 über zwei Wochen möglich

Bei Betreibern von Fitnessstudios sorgt es für Frust, dass sie von den ersten Öffnungsschritten nicht profitieren können. „Ich kann diese Sonderbehandlung nicht mehr nachvollziehen. Wir Fitnessstudios werden ohne jegliches Entgegenkommen links liegen gelassen“, sagt Alexandros Stampoulidis, Studiobetreiber aus Schorndorf, gegenüber dem SWR. Weil die Studios in der neuen Fassung der Corona-Verordnung vom 14. Mai von der Sportanlage zur Freizeitanlage umgestuft wurden, können Fitnessstudios in Baden-Württemberg erst ab dem zweiten Öffnungsschritt laut Corona-Verordnung öffnen, der noch nicht in Kraft getreten ist.

Für den zweiten Öffnungsschritt gilt, dass die Inzidenzzahlen 14 Tage lang unter 100 sein müssen - und zwar mit sinkender Tendenz. An eine konkrete Inzidenzzahl ist die Öffnung damit nicht gebunden. Jedoch muss die Inzidenz an 14 aufeinanderfolgenden Tagen im Schnitt unter der Inzidenz liegen, die am ersten Tag der jeweiligen Öffnungsstufe vorlag. „Die Tendenz gilt auch als sinkend, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Stadt- oder Landkreis den Schwellenwert von 50 nicht überschreitet“, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gegenüber BW24.

Fitnessstudios in Baden-Württemberg: Betreiber rechnet mit Öffnung frühesten im Juli - mit neuen Regeln

Die Lockerung ist aber nicht unbedingt gleichbedeutend mit Erleichterung. Die Öffnungen in Baden-Württemberg für Gastronomie, Handel und Kultur werden von strengen Corona-Regeln begleitet. Die Freude hält sich deshalb vielerorts in Grenzen. Für Frust sorgte etwa die Testpflicht bei Gastronomen. „Viele Plätze in den Lokalen sind freigeblieben“, teilte der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Schwarzwald-Bodensee, Alexander Hangleiter, kurz nach Wiederöffnung mit. „Schwierig war es vor allem bei Spontanbesuchen in Restaurants in Innenstädten. Da waren Gäste oft nicht über die Negativ-Testpflicht im Bilde.“

Auch bei den Fitnessstudios in Baden-Württemberg wird das nicht anders sein. So darf dann bei einer Öffnung etwa nur eine begrenzte Zahl an Besuchern in den Trainingsraum - ein Besucher pro 20 Quadratmeter, beim dritten Schritt ein Besucher pro zehn Quadratmeter. Dazu wird immer ein negativer Antigen-Testnachweis benötigt, sofern kein Impf- oder Genesenen-Nachweis vorliegt. Wann genau die Fitnessstudios indes öffnen dürfen, ist derzeit noch unklar und hängt von der Entwicklung des Infektionsgeschehens ab. Betreiber wie Alexandros Stampoulidis halten eine Öffnung vor Juli jedoch nicht für realistisch.

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