Fossil aus Baden-Württemberg

Groß wie ein Mensch: Forscherin aus Stuttgart entdeckt Überreste einer bisher unbekannten Art

Forscherinnen verglichen Fossilien aus England und Baden-Württemberg. Dabei entdeckten sie, dass ein Fossil-Fund zu einer bisher unbekannten Fischsaurier-Art gehört.
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Neue Fischsaurier-Art: Paläontologin aus Stuttgart entdeckt einzigartiges Fossil.
  • Julian Baumann
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Zwei Forscherinnen verglichen bereits bekannte Fossilien aus England und Baden-Württemberg. Dabei entdeckten sie, dass ein Fossil-Fund von der Schwäbischen Alb zu einer bisher unbekannten Art gehört.

  • Zwei Forscherinnen verglichen bereits bekannte Fossilien. Die Funde stammen aus England und Baden-Württemberg.
  • Ein Fund von der Schwäbischen Alb zeigt deutliche Unterschiede zu den bereits bekannten Arten.
  • Laut einer Paläontologin aus Stuttgart ist das Fossil der neuen Fischsaurier-Art bereits 182 Millionen Jahre alt.

Stuttgart - Zwei Forscherinnen gaben am Dienstag in Stuttgart die Entdeckung einer neuen Saurier-Art bekannt. Die zwei Frauen verglichen bereits bekannte Fossilien der Art „Hauffiopteryx typicus“ miteinander. Diese Art entdeckte man bereits vor 90 Jahren am Fuß der Schwäbischen Alb. Sie kommt auch in gleichaltrigen Gesteinsschichten aus England vor.

Bei dem Abgleich stießen die Paläontologinnen auf eine neue Fischsaurier-Art, die sich von den bereits bekannten unterscheidet. Laut Paläontologin Erin Maxwell vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart stammt das Fossil der entdeckten Art „Hauffiopteryx altera“ aus den 182 Millionen Jahre alten und fossilienreichen Posidonienschiefern in Südwestdeutschland. Nach den Angaben der Experten war der Fischsaurier in etwa so groß wie ein ausgewachsener Mensch.

Neue Saurier-Art in Stuttgart erforscht: Deutliche Unterschiede zu den bekannten Arten

Die Paläontologinnen untersuchten den Schädelknochen aus der Sammlung des Werkforums und Fossilienmuseums in Dotternhausen auf der Schwäbischen Alb. Dabei entdeckten sie, dass sich die neue Fischsaurier-Art deutlich von den bisherigen Funden aus Deutschland und England unterschied. „Die Unterschiede am dreidimensionalen Schädel des Fischsauriers aus Südwestdeutschland im Vergleich zu allen anderen Exemplaren zeigten, dass es sich um eine neue Art handelte“, sagte Maxwell am Dienstag der Deutschen-Presse-Agentur (dpa). „Die Entdeckung der neuen Art ist ein weiteres Puzzleteil, das zur genauen Rekonstruktion der Vielfalt des urzeitlichen Jurameeres, dessen Ökosystems sowie der Evolution der Meeresreptilien beiträgt“.

Ihren Fund und die gewonnenen Erkenntnisse über die neue Fischsaurier-Art veröffentlichte die Paläontologin aus Stuttgart zusammen mit Dirley Cortés vom Redpath Museum der McGill University in Kanada, in der Fachzeitschrift Palaeontologia Electronica. Die Fischsaurier (oder „Ichthyosaurier“) lebten ausschließlich im Meer und waren perfekt an das Leben angepasst.

Experten unterscheiden rund 80 verschiedene Arten. Die Fischsaurier starben in der Oberen Kreidezeit aus, noch 30 Millionen Jahre vor dem Aussterben der Dinosaurier. Die Ichthyosaurier sind demnach älter als die auch später entdeckten Dinosaurier. Der erste nachgewiesene Fund eines Fossils reicht bis in das Jahr 1811 zurück. Manche Forscher vermuteten zunächst, es handele sich um eine Fischart, während andere die ausgestorbenen Tiere für Meeressäugetiere hielten.

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