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Sanierung der Stuttgarter Oper verschlingt eine halbe Milliarde Euro mehr

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Von: Nadja Pohr

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Außenansicht der Stuttgarter Oper.
Bis 2037 soll das Opernhaus in Stuttgart saniert werden. Darüber hinaus ist eine Interimsspielstätte bei den Wagenhallen geplant. © Bernd Weissbrod/dpa

Angesichts der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg steigen die Rohstoff- und Baupreise an. Die Sanierung der Staatsoper Stuttgart wird nun doch teurer als geplant.

Stuttgart - Der Krieg in der Ukraine verursacht in vielen Branchen Material- und Lieferengpässe. Dies hat zur Folge, dass die Rohstoff- und Baupreise auch in Deutschland massiv gestiegen sind. Die hohen Kosten bringen besonders die Autozulieferer in Bedrängnis, aber auch das Finanzministerium in Baden-Württemberg gerät nun unter Druck.

In der Landeshauptstadt Stuttgart hat man Großes vor: Bis 2037 soll die Staatsoper saniert werden und in der Zwischenzeit eine Interimsspielstätte bei den Wagenhallen entstehen. Die Sanierungskosten für das große Kulturprojekt belaufen sich auf über eine Milliarde Euro. Das Finanzministerium hatte 2019 die Kosten für den Umbau kalkuliert. Die Rechnung geht drei Jahre später allerdings nicht mehr auf.

Stuttgarter Oper: Sanierung kostet eine halbe Milliarde Euro mehr

Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg haben die Berechnungen des Finanzministeriums für die Sanierung der Stuttgarter Oper zunichtegemacht. Vor wenigen Wochen zeigte man sich noch optimistisch, dass die Kalkulation mit den scheinbaren Preissteigerungsraten trotz gestiegener Rohstoff- und Baupreise sowie fortlaufender Inflation ausreichen werde. Auch das Budget für Unvorhergesehenes solle genügen.

Nun musste das Finanzministerium allerdings einräumen, dass man sich verkalkuliert hat und „bei der aktuellen Baupreisentwicklung der bisherige Kostenrahmen nicht ausreicht“, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Die Einrichung für Kultur und Unterhaltung in Stuttgart solle laut Experten bis zu einer halben Milliarde Euro mehr kosten als angenommen, wenn die Inflation und die Lieferschwierigkeiten beim Baumaterial länger anhalten.

Für Ärger sorgte darüber hinaus auch, dass Hochbauamtsleiter Peter Holzer die Stadträte in einem Ausschuss darüber informierte, dass sich die für 2027 geplante Eröffnung der Interimsoper bei den Wagenhallen auf Ende 2028 verschieben würde. Die Projektpartner, das Land und das Württembergische Staatstheater, zeigten sich daraufhin überrascht - sie gehen demnach weiterhin von einer Eröffnung in 2027 aus.

Stuttgarter ärgern sich über Fehlkalkulation des Finanzministeriums

Im Netz machen viele Stuttgarter ihrem Ärger über den Kostenanstieg bei der Stuttgarter Oper und über die fehlerhafte Kalkulation des Finanzministeriums Luft. „Diese Summen sind nicht vermittelbar“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Man sollte darüber nachdenken, die Oper komplett abzureißen und neuzubauen, ergänzt er. „Und das für ein Gebäude, wo sich hinterher die Promis die Klinke in die Hand geben und ein Normaler eh nicht mal einen Schuh reinbekommt“, beschwert sich ein anderer User.

Einige wundern sich über den Preisanstieg bei Bauprojekten in der Region jedoch nicht mehr. „Wie alles in Stuttgart“ oder „die Stadt ist ein Kessel ohne Boden“, kommentieren die User und spielen wahrscheinlich darauf an, dass auch beim Großprojekt Stuttgart 21 Jahr für Jahr weitere Kosten hinzukommen. „Das ist doch normal: Was diese Regierung anpackt, wird doch immer doppelt so teuer“, schreibt jemand.

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