Möglicher Einschlag 2068

Gefährlicher Asteroid: Umlaufbahn von Apophis anders, als bisher berechnet

Der Asteroid Apophis („Gott des Chaos“) schrammt im April 2029 ganz knapp an der Erde vorbei. (Symbolbild)
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Der Asteroid Apophis („Gott des Chaos“) schrammt im April 2029 ganz knapp an der Erde vorbei. (Symbolbild)
  • Valentin Betz
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Der Einschlag des Asteroiden Apophis auf der Erde wäre fatal. Forscher haben die Umlaufbahn des Flugobjekts neu berechnet - weil ein wichtiger Effekt dabei vergessen wurde.

Stuttgart - Die gigantischen Ausmaße des Weltraums können durchaus bedrückende Gedanken auslösen. Dabei ist das All alles andere als leer. Neben Planeten, Monden und Sternen bahnen sich auch bewegliche Objekte ihren Weg durch den Raum. Erst kürzlich entdeckten Forscher einen gigantischen Kometen, der auf unser Sonnensystem zusteuert.

Das ist gleichzeitig auch ein wichtiges Merkmal von Kometen: Sie bilden sich außerhalb unseres eigenen Sonnensystems, bestehen aus flüchtigen Stoffen und haben deshalb auch einen Schweif. Anders ist das bei Asteroiden. Gerade erst haben Forscher den schnellsten Asteroiden unseres Sonnensystems identifiziert. Ein weiterer Vertreter dieser Gattung könnte in naher Zukunft der Erde gefährlich werden.

Asteroid bedroht die Erde: Einschlag könnte massive Schäden anrichten

Wie die Nasa berichtet, wurde der Asteroid bereits 2004 entdeckt und entsprechend 2004 MN4 getauft. Asteroiden bestehen im Gegensatz zu Kometen aus Feststoffen wie Gestein oder Metall und bilden daher keinen Schweif. Sie entstehen in unserem Sonnensystem, die meisten im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Das 2004 entdeckte Objekt hat einen Durchmesser von 340 Metern. Das klingt nicht groß, ist für einen Asteroiden aber gewaltig. Entsprechend wurde 2004 MN4 als einer der für die Erde gefährlichsten Asteroiden gelistet - und bald darauf entsprechend umbenannt. Inzwischen wird er als Apophis bezeichnet, abgeleitet vom altägyptischen Gott der Auflösung, Finsternis und des Chaos.

Ein möglicher Einschlag von Apophis könnte gewaltige Schäden anrichten. Man geht davon aus, dass eine Explosion mit der Sprengkraft von 900 Megatonnen entstehen würde. Zum Vergleich: Die stärkste je gezündete Wasserstoffbombe hatte eine Sprengkraft von etwa 50 Megatonnen. Damit wäre Apophis 18 Mal so stark. Besonders fatal wäre ein Einschlag im Ozean, der bis zu 100 Meter hohe Tsunamis zur Folge hätte.

Umlaufbahn von Apophis: Asteroid kommt der Erde regelmäßig nahe

Die Gefahr von Apophis geht von seiner Umlaufbahn um die Sonne aus, die den Asteroiden auch regelmäßig in die Nähe der Erde bringt. Forscher hatten berechnet, dass die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags in den Jahren 2029 und 2068 besonders hoch ist. Im Jahr 2029 kommt Apophis mit 32.000 Kilometern der Erde sogar näher als geostationäre Satelliten.

Unlängst hatten Forscher die Umlaufbahn von Apophis neu berechnet und dabei festgestellt, dass sie ein wichtiges Phänomen bisher nicht beachtet hatten: Den Jarkoswki-Effekt. Der geht davon aus, dass sich Asteroiden an verschiedenen Seiten unterschiedlich stark erwärmen, was einen zusätzlichen Effekt auf die Flugbahn haben könnte.

Erde von Asteroid bedroht: Gefahr durch Apophis wohl vorerst gebannt

Doch auch die Berücksichtigung dieses Effekts macht einen Einschlag von Apophis auf der Erde offenbar nicht wahrscheinlicher. „Ein Einschlag im Jahr 2068 ist nicht mehr wahrscheinlich und unsere Berechnungen zeigen kein Risiko für mindestens die nächsten hundert Jahre“, so Davide Farnocchia vom Nasa Center for Neart-Earth Object Studies.

Entsprechend wurde Apophis inzwischen sogar von der Risikoliste der gefährlichsten Asteroiden für die Erde gestrichen. Die Nase erhofft sich nun weitere Erkenntnisse im Jahr 2029, wenn der Asteroid sogar ohne Teleskope von der Erde aus zu sehen sein wird. Vielleicht ändert die Nähe zu unserem Planeten dann die Umlaufbahn von Apophis erneut und die Karten für einen möglichen Einschlag werden neu gemischt.

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