Seitenhieb in Tweet

„Bosch bereitet Probleme“: Tesla-Chef Elon Musk ist stinksauer auf Stuttgarter Zulieferer

Elon Musk, Vorstandsvorsitzender von Tesla.
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Tesla-Chef Elon Musk teilt gegen Bosch aus.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Die Chipkrise trifft Autobauer weltweit. Auch Tesla-Chef Elon Musk sprach auf Twitter von einem extremen Halbleitermangel, der sein Unternehmen beeinträchtigt. Die Schuld gibt er unter anderem Bosch.

Stuttgart - Mikrochips sind so knapp wie nie. Autobauer wie Daimler müssen wegen des Halbleitermangels regelmäßig Mitarbeiter aus der Produktion in Kurzarbeit schicken. Kein Fahrzeug kommt heute noch ohne die Chips aus. Auch E-Auto-Pionier-Tesla leidet unter den Lieferproblemen. Nun wird CEO Elon Musk konkret - und macht unter anderem den Konzern Bosch aus Stuttgart für die Engpässe verantwortlich.

„Wir sind bei bestimmten Automobilchips mit extremen Einschränkungen in der Lieferkette konfrontiert“, erklärt Elon Musk auf Twitter. „Die meisten Probleme bereiten uns derzeit Reneseas und Bosch.“ Laut Handelsblatt ist es nicht das erste Mal, dass sich Musk per Twitter an seine Lieferanten wendet. So habe er sich bei seinem letzten Besuch der Gigafactory in Berlin bereits über den langsamen Ausbau dieser beschwert.

Tesla-Chef Elon Musk stellt Bosch an den Pranger - Konzern reagiert

Auslöser für Musks provokatives Statement waren die Inlandsverkäufe von Tesla in China im Juli 2021. Diese waren offenbar so niedrig wie seit vergangenem April nicht mehr.

Bosch lässt die Vorwürfe des Tech-Giganten nicht unkommentiert: „Wir sprechen generell mit unseren Kunden, nicht über sie“, sagte ein Bosch-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt. Auch verwies er auf eine allgemeine Knappheit von „bestimmten Halbleiterbauteilen“, unter der Bosch leide. „Wir unternehmen in dieser angespannten Situation alles in unserer Macht Stehende, um unsere Kunden zu unterstützen, und arbeiten mit Hochdruck daran, die Belieferung möglichst aufrechtzuerhalten.“

Bosch baut moderne Chip-Fabrik in Dresden - Produktion ab September

Aktuell steckt Bosch mitten in der Erweiterung seiner Fertigungskapazitäten. So baut der Technologiekonzern in Dresden für eine Milliarde Euro eine Hightech-Fabrik speziell für Halbleiter. Bereits im September soll die Produktion dort beginnen. Bosch selbst nennt es einen „Meilenstein für die Chipfabrik der Zukunft.“ In der komplett digitalisierten und hoch-vernetzten Fabrik liegt der Schwerpunkt dann ganz klar auf Mikrochips für die Automobilindustrie.

Neben Tesla bekommen auch andere Hersteller die Lieferengpässe bei den Halbleitern zu spüren. Beispielsweise musste Daimler die Produktion seiner meistverkauften Modellreihe stoppen. Ausgelöst durch die Corona-Krise, mangelt es nun seit vielen Monaten an den für Fahrzeugen so wichtigen Chip-Komponenten. Seit Januar 2021 standen die Bänder bei Daimler deswegen immer wieder still. Laut CEO Ola Källenius werden die Lieferengpässe sogar noch bis ins Jahr 2022 hinein andauern.

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