Risiken im Vergleich

E-Autos: Brandgefahr größer als beim Verbrenner? Das müssen Fahrer wissen

  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Immer wieder machen brennende E-Autos Schlagzeilen. Sind sie gefährlicher als Verbrenner? Das sagen Experten.

Stuttgart - Akkus von Elektroautos können Probleme bereiten - und zwar, wenn sie anfangen, zu brennen. Mehrere Vorfälle in den vergangenen Monaten zeigen, wie gefährlich das werden kann: Im März zum Beispiel brannte ein E-Mercedes an einer Ladestation in Biberach aus. Auch in einer Tiefgarage von Kaufland in Sindelfingen ging im Juli ein E-Auto in Flammen auf - und das sind keine Einzelfälle. Sind E-Autos also gefährlicher als Verbrenner?

Im Schnitt gehen in Deutschland 40 Autos pro Tag in Flammen auf, so autobild. Fast alle davon seien Benziner oder Diesel. Grundsätzlich sind elektrifizierte Fahrzeuge bei sogenannten Unfallfolgebränden laut Experten nicht mehr oder weniger gefährlich als Autos mit Verbrennungsmotor, weil sie den gleichen Sicherheitsstandards genügen. Jedoch stehen Rettungskräfte bei einem Brand von E-Autos vor neuen Herausforderungen, weil sie damit bisher nur wenige Erfahrungen haben.

Brennende E-Autos: Das sagen Versicherer zur Schadenstatistik

Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) laut autobild mitteilt, besteht in Hinblick auf die Schadenstatistiken kein Grund zur Angst vor E-Autos. Sowohl bei Verbrennern als auch bei E-Autos seien viel Kunststoff an Bord verbaut, weshalb die Brandgefahr ungefähr gleichauf liege. Auch Unfallforscher der Dekra sowie Experten der Allianz bestätigen, dass E-Autos nicht häufiger oder schneller brennen als Verbrenner.

Grund für die schwer zu löschenden Brände an E-Autos sind oftmals Kurzschlüsse an den Batterien. „In der Batterie kann es zu einer Kettenreaktion von Kurzschlüssen kommen“, schreibt das Auto-Portal mobile.de. Selbst wenn das Feuer gelöscht ist, kann es an anderer Stelle wieder aufflammen. Einmal in Brand gesetzt, erzeugt eine Akkuzelle einen Brand nach dem anderen, so das Portal.

Brennende E-Autos: Intensität des Feuers hängt von Materialien ab

Trotz der neuen Herausforderungen, die es beim Löschen von E-Autos zu beachten gilt, hält die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) in ihren Empfehlungen zur „Risikoeinschätzung Lithium-Ionen Speichermedien“ fest: Elektroautos unterscheiden sich hinsichtlich der Gefährdungsbeurteilung nicht von Verbrennerfahrzeugen. Experimente der Feuerwehren haben gezeigt, dass die Brandintensität nicht von der Antriebsart abhängt, sondern mit den verbauten Materialien - vor allem Kunststoffe.

Das Fazit aus den Erkenntnissen der Experten: Autofahrer können sich im E-Auto grundsätzlich ebenso sicher fühlen wie in einem Auto mit konventionellem Antrieb. Ladeeinrichtungen können, sofern sie zertifiziert und fachmännisch installiert wurden, bedenkenlos auch in Tiefgaragen betrieben werden, so der ADAC.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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