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Porsche und Co. arbeiten an E-Auto-Alternative, von der Forscher aktuell abraten

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Von: Valentin Betz

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Ein Porsche Taycan GTS.
Der Porsche Taycan ist das erste reine E-Auto des Sportwagenherstellers. Der Konzern plant aber auch, Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb zu bauen. © Porsche

Autokonzerne wie Porsche setzen neben der E-Mobilität noch auf Alternativen. Forscher wollen diese aber zunächst nicht bei Autos eingesetzt sehen.

Stuttgart - Die Autoindustrie hat sich in Bezug auf die Zukunft der Mobilität beinahe lückenlos auf E-Autos festgelegt. Die Technologie hat aber noch Probleme, die es zu lösen gilt. Beispielsweise hängt die Klimaverträglichkeit von E-Autos davon ab, ob der Strom für die Batterien aus erneuerbaren Quellen stammt.

Nicht nur deshalb hat sich beispielsweise die Porsche AG dazu entschieden, einerseits auf die E-Mobilität zu setzen, gleichzeitig aber technologieoffen zu bleiben. Seit geraumer Zeit verhilft Porsche einer Alternative zum E-Auto zum Comeback: dem Wasserstoffantrieb. Aber auch Wasserstoff muss erst mittels Elektrolyse hergestellt werden. Um klimaneutral zu sein, muss auch dafür die Energie erneuerbar sein. Das Ergebnis ist dann sogenannter grüner Wasserstoff. Der ist allerdings ein knappes Gut. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wollen Wissenschaftler aus sechs Instituten deshalb vorerst nicht, dass grüner Wasserstoff für Autos verbraucht wird.

E-Auto-Alternative: Forscher sprechen sich gegen Einsatz in Autos aus

Dabei haben die Wissenschaftler in ihrem Papier grundsätzlich nichts dagegen, Wasserstoff auch für Autos zu nutzen. Allerdings müsste die Produktion, besonders die des grünen Wasserstoffs, um rund 70 Prozent pro Jahr steigen, damit bis 2030 nur ein Prozent der Energienachfrage in der EU gedeckt werden kann, erklärt Falko Ueckerdt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung der dpa.

Folglich sehen Wissenschaftler den grünen Wasserstoff, der vom Land Baden-Württemberg mit 358 Millionen Euro gefördert werden soll, in anderen Bereichen besser eingesetzt, wie etwa in der Industrie, bei Fernflügen und im Schiffsverkehr. Dort ist die direkte Elektrifizierung mit Strom aus erneuerbaren Quellen aktuell noch utopisch, bei E-Autos nicht. Gerade die Industrie tut sich schwer, Kohle, Öl und Erdgas als Energieträger zu ersetzen. Grüner Wasserstoff könnte als Basis dienen, um den Umstieg möglich zu machen.

Alternative zum E-Auto: Grüner Energieträger selbst für andere Bereiche noch zu knapp

Aktuell geht die Bundesregierung laut der dpa aber davon aus, dass selbst ohne die Nutzung in Pkws der grüne Wasserstoff auf absehbare Zeit nicht ausreicht. Auch die Wissenschaftler raten deshalb dazu, Wasserstoff aus Nachbarländern zu importieren, bis erneuerbare Energien aus Wind und Sonne ausreichend zur Verfügung stehen, um selbst grünen Wasserstoff zu produzieren.

„Wasserstoff ist ein neuer Energieträger. Wir versuchen etwas, was nie da gewesen ist, nämlich gleichzeitig eine Nachfrage, eine Infrastruktur und ein Angebot hochzufahren. Und das braucht insbesondere bei der Infrastruktur Koordination, die dann auch zur internationalen Koordination wird“, erklärt Falko Ueckerdt der dpa. Als Übergangslösung könne außerdem blauer Wasserstoff dienen. Der wird aus Erdgas gewonnen und ist damit immerhin weniger klimaschädlich.

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