E-Flitzer im Vergleich

Tesla, BMW und Co.: So schlecht schneiden E-Autos beim TÜV ab

Ein Tesla Model S, fahrend. (Symbolbild)
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Der Tesla Model S schnitt im TÜV-Vergleich in Sachen Hauptuntersuchung am schlechtesten ab.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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E-Autos erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Immer mehr sind auf den Straßen unterwegs. Doch ausgerechnet beim TÜV können sie Probleme machen.

Stuttgart - Wer sich für ein E-Auto entscheidet, hat mittlerweile die Qual der Wahl. Während früher nur eine Hand voll der elektrischen Fahrzeuge zur Auswahl stand, bietet mittlerweile so gut wie jeder Autohersteller ein elektrifiziertes Modell an. In Deutschland sind vor allem die großen Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW und VW gleich mit mehreren Modellreihen in der E-Sparte vertreten. Der E-Autoboom scheint unumkehrbar. Ein Auto-Boss glaubt sogar an ein bevorstehendes Verbot von Verbrennern.

Verständlich, dass da der Konkurrenzkampf unter den Herstellern groß ist. Der Mercedes EQS schnitt gegen den Konkurrenten Tesla überraschenderweise schlecht ab. In einer aktuellen TÜV-Sonderauswertung der vier beliebtesten E-Autos in Deutschland macht aber ausgerechnet das Tesla Model S keine gute Figur.

E-Autos im TÜV-Vergleich: Smart Fortwo überzeugt, BMW i3 mit Problemen bei den Bremsscheiben

Wie der ADAC berichtet, schneiden E-Autos bei ihrer ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren nur durchwachsen ab. Getestet wurden die vier beliebtesten Modelle in Deutschland: das Tesla Model S, der Smart Fortwo, der Renault Zoé und der BMW i3. Erstmals seien in der Bundesrepublik genügend E-Autos beim TÜV untersucht worden, um bewerten zu können, wie die unterschiedlichen Modelle im Vergleich bei der Hauptuntersuchung abschnitten, so der Automobilclub. Grundlage des Vergleichs sind die Angaben von insgesamt 1.142 Hauptuntersuchungen des BMW i3, 1.939 des Renault Zoé, 1.645 des Smart Fortwo Electric Drive und 812 des Tesla Model S.

Am besten schnitt der elektrische Smart Fortwo ab. Er hatte eine Mängelquote von 3,5 Prozent. Zum Verständnis: Bei zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen mit Verbrennermotoren liegt der Anteil der Fahrzeuge mit „erheblichen Mängeln“ im Durchschnitt bei 4,7 Prozent. Fahrzeuge mit solchen Mängeln fallen durch die Hauptuntersuchung und müssen nach entsprechender Reparatur erneut bei der TÜV-Stelle vorgezeigt werden.

Auf Platz zwei folgt der BMW i3 mit einem Mängelschnitt von 4,7 Prozent. Am häufigsten hat das elektrische Modell von BMW Probleme mit den Bremsscheiben sowie mit defekten Abblendlichtern. Der Renault Zoé landet mit einem Mängelschnitt von 5,7 Prozent auf Platz drei des Vergleichs. Oft sind bei dem Franzosen Scheinwerfer defekt oder aber falsch eingestellt. Zudem weist das E-Auto-Modell überdurchschnittlich häufig Mängel an den Achsaufhängungen auf.

Tesla Model S überraschender Verlierer - Jeder zehnte Wagen fällt durch die Hauptuntersuchung

Das Schlusslicht des TÜV-Vergleichs bildet das Tesla Model S. Bei einer Mängelquote von 10,4 Prozent ist die Zahl der nicht bestandenen Hauptuntersuchungen erheblich: Etwa jedes zehnte Tesla Model S schafft die erste Hauptuntersuchung nicht. Die meisten Probleme bereiten dem E-Auto Nebellicht, Abblendlicht sowie die Querlenker.

Hier nochmal alle E-Autos des TÜV-Vergleichs in der Übersicht:

ModellMängelquoteHäufigste Probleme
Smart Fortwo Electric Drive3,5 Prozentkeine Angaben
BMW i34,7 ProzentBremsschreiben, Abblendlichter
Renault Zoé5,7 ProzentScheinwerfer, Achsaufhängung
Tesla Model S10,4 ProzentNebellicht, Abblendlicht, Querlenker

(Quelle: ADAC)

Das Ergebnis dürfte Tesla so gar nicht schmecken. Schließlich ist die Konkurrenz auf dem E-Auto-Markt groß. Mit dem elektrischen Flaggschiff EQS will etwa die Daimler AG dem großen Konkurrenten den Kampf ansagen. Ein weiterer Autobauer aus der Landeshauptstadt Stuttgart lässt sich unterdessen etwas anderes einfallen. Porsche entwickelt einen völlig neuen Antrieb, der weder Wasserstoff noch E-Auto ist.

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