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Forscher entwickeln Straße, die das Reichweitenproblem von E-Autos für immer lösen könnte

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Von: David Frey

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Ein Elektroauto lädt an einer Ladestelle in Hannover.
Das Aufladen von E-Autos an Ladestationen könnte in der Zukunft möglicherweise durch induktives Laden während der Fahrt abgelöst werden (Symbolbild). © Julian Stratenschulte/dpa

Die Automobilbranche investiert viel, um die Reichweite von E-Autos zu erhöhen. Ein Forschungsprojekt will das Aufladen der Batterie während der Fahrt ermöglichen - über die Straße.

Braunschweig - Wenngleich klar ist, dass E-Autos die Zukunft der weltweiten Automobillandschaft prägen werden, begleitet sie immer wieder die Problematik einer vergleichsweise zu geringen Reichweite bis zum nächsten Aufladestopp. Entsprechend groß liegt der Fokus in der Autoentwicklung darauf, dass künftig mehr Kilometer pro Akkuladung abgespult werden können. So baut Bosch etwa revolutionäre Chips für E-Autos, um die Reichweite massiv zu steigern.

Doch Elektrofahrzeuge kämpfen auch mit äußerlichen Einflüssen: Eisige Temperaturen bringen für E-Autos im Winter etwa böse Überraschungen mit sich, da die Kälte die Batterieleistung beeinträchtigt. Um unter anderem von solchen Faktoren unabhängiger zu werden, beschäftigt sich jetzt ein deutsches Forschungsprojekt der Technischen Universität in Braunschweig damit, eine schon bekannte Technik im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße zu bringen und so das Reichweitenproblem möglicherweise für immer zu lösen.

Endlose Reichweite: Forscher entwickeln Straße, die E-Autos per induktivem Laden mit Strom versorgt

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler testen im Rahmen des Projektes „eCharge“ das Aufladen des Akkus mittels induktivem Laden direkt über die Straße, berichtet die Kreiszeitung*. Die technische Umsetzung dafür, die „ElectRoad“, kommt von dem israelischen Unternehmen ElectReon. In die Straße sollen in regelmäßigen Abständen sogenannte „Coils“ eingebaut werden, um Elektro-Korridore zu schaffen, in denen sich das Fahrzeug alleine und kontaktlos mit Strom versorgen soll. Funktioniert diese Technik effizient, wäre unter Umständen der Einbau großer Batterien in E-Autos nicht notwendig, über deren Herstellung eine Studie unbequeme Erkenntnisse offenbarte.

Laut Kreizeitung sollen solche Elektro-Korridore alle 25 Kilometer ins Straßennetz integriert werden. Die Idealvorstellung: Ein E-Auto müsste zum Aufladen erst viel später oder gar nicht mehr an einer Ladesäule anhalten. Marktreif ist das Ganze aber noch nicht; ElectReon testet das induktive Laden per Straße derzeit auf einer eigens gebauten elf Kilometer langen Strecke in Tel Aviv.

Auch in Deutschland soll das System getestet werden. In Karlsruhe prüft ElectReon zusammen mit der EnBW das induktive Laden von elektrisch betriebenen Bussen. Wolfram Münch, Forschungs- und Entwicklungschef bei der EnBW, erklärt: „Das Besondere am induktiven Laden ist, dass die Technik auf der Straße unsichtbar und gleichzeitig sehr sicher ist. Der Aufbau der Ladestrecke für Elektrobusse soll uns zeigen, welche Rolle induktives Laden künftig bei Angeboten für unsere Kunden spielen kann“.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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