Kostenfalle?

Käufern droht böse Überraschung: E-Autos haben teuren Nachteil gegenüber Verbrennern

Ein KFZ-Mechaniker wartet in einer KFZ-Werkstatt einen elektrisch angetriebenen Jaguar I-Pace Vorführwagen.
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E-Autos haben laut einer Studie einen teuren Nachteil gegenüber Verbrenner-Modellen.
  • Julian Baumann
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Elektrisch betriebene Autos gelten als Zukunft der Mobilität. Die E-Autos haben in einem Aspekt jedoch einen teuren Nachteil gegenüber Verbrennern.

Stuttgart/München - In der deutschen und weltweiten Autoindustrie gilt die E-Mobilität als Antrieb der Zukunft. Die Daimler AG will ab 2030 nur noch batteriebetriebene Autos bauen und auch andere Autobauer wollen sich früher oder später nahezu ausschließlich vom Verbrenner verabschieden. Noch haben sich die elektrisch betriebenen Modelle jedoch nicht gegen die altgedienten Verbrenner durchsetzen können. Eine Studie ergab sogar, dass fast jeder zweite Deutsche nicht an den Durchbruch des E-Autos in naher Zukunft glaubt.

Dennoch kann auf den Straßen der deutschen Großstädte eine steigende Zahl an E-Autos beobachtet werden. Das liegt wohl unter anderem auch an den staatlichen Subventionen und Prämien, die die Autofahrer vom Umstieg auf das E-Auto überzeugen sollen. Ohne diese Zugaben beim Autokauf wären die elektrischen Modelle bei den Anschaffungskosten teurer als die Verbrenner-Modelle. Eine Allianz-Studie offenbarte nun jedoch einen teuren Nachteil der batteriebetriebenen Fahrzeuge. Reparaturen sind zwar deutlich seltener, gehen dafür unter Umständen jedoch richtig ins Geld, berichtet das Handelsblatt.

E-Auto-Reparatur laut Studie teurer als beim Verbrenner - vor allem Akkus schlagen zu Buche

Fünf Monate nach der Weltpremiere der ersten vollelektrischen Luxuslimousine EQS stellte die Daimler AG kürzlich auf der Automesse IAA in München die elektrische Business-Limousine EQE vor. Insgesamt stand die Messe ganz im Zeichen von nachhaltiger Mobilität. Obwohl von einem endgültigen E-Auto-Durchbruch noch nicht gesprochen werden kann, steigen die Zahlen der in Deutschland zugelassenen E-Autos rapide an. Laut den Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes wurden allein im ersten Halbjahr rund 312.000 E-Autos und Plug-in-Hybride zugelassen, schreibt das Handelsblatt. Diesen Hintergrund nahm das Allianz-Zentrum für Technik zum Anlass für die Untersuchung.

Die Studie der Allianz bezieht sich auf die Reparaturkosten nach einem Unfall. Demnach ist der Schadensaufwand bei der Vollkasko-Versicherung bei reinen E-Autos zehn Prozent, bei Plug-in-Hybriden sogar 50 Prozent höher als bei Verbrennern. Vor allem der Wechsel der teuren und schweren Akkus schlage besonders zu Buche. „Wir liegen etwa 30 Prozent höher beim Elektrofahrzeug in der Reparatur von Kollisionsschäden“, sagte Carsten Reinkemeyer, Leiter der Sicherheitsforschung im Allianz Zentrum für Technik laut dem Handelsblatt.

E-Auto-Studie: Auch Sicherheitsvorschriften und Herstellerangaben spielen Rolle

Neben den hohen Reparaturkosten bei einem Akku-Wechsel spielen laut der Allianz-Studie auch Sicherheitsvorschriften und Herstellerangaben eine Rolle. „Es gibt Sachen, die beim konventionellen Fahrzeug so nicht stattfinden“, sagte Carsten Reinkemeyer. Beispielsweise könnten Arbeiten an E-Autos mit einer hohen elektrischen Spannung nicht in jeder, sondern nur in speziellen Werkstätten vorgenommen werden. Manche Hersteller geben zudem an, dass im Falle einer Airbag-Auslösung ein Akku-Tausch vorgenommen werden muss. Auch Marderbisse können bei E-Autos im Reparaturfall sehr teuer werden. Ein Kabelsatz könne laut Reinkemeyer rund 7.000 Euro kosten.

Laut der Allianz-Studie tritt ein anderer oftmals kritisierter Nachteil von E-Autos nicht so oft ein, wie viele glauben. Demnach kommt es bei batteriebetriebenen Fahrzeugen nicht öfter zu Bränden als bei Fahrzeugen mit anderem Antrieb. Wenn ein E-Auto jedoch Feuer fängt, stehen die Feuerwehren oftmals vor einer großen Herausforderung. Das zeigte etwa ein „hochgefährlicher Vorfall“ mit einem E-Mercedes an einer Ladesäule im Kreis Biberach. Häufiger in Flammen gehen die E-Autos jedoch nicht auf. „Wir erkennen im Moment keine höhere Brandwahrscheinlichkeit als bei Benzinern“, sagte Reinkemeyer. Zudem konnten Wissenschaftler auch dieses gefährliche Problem der E-Autos lösen.

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