Wallboxen zu Hause

E-Autos: Auf Fahrer kommen Kosten zu, mit denen sie nicht gerechnet haben

Der Mercedes-Benz EQC wird mit einer Wallbox an einem Haus geladen.
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Der Staat fördert Wallboxen, die das bequeme Laden von E-Autos zu Hause ermöglichen. Aktuell sind die Mittel allerdings erschöpft.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Für die E-Mobilität reichen vollelektrische Fahrzeuge allein nicht. Der Durchbruch braucht eine umfassende Infrastruktur, die der Staat fördert. Aktuell gerät die Förderung ins Stocken.

Stuttgart - Fahrzeughersteller wie die Daimler AG haben ihre Strategie seit geraumer Zeit auf das E-Auto ausgerichtet. Zum Durchbruch der Technologie sind allerdings nicht nur vollelektrische Fahrzeuge notwendig. Die Attraktivität für den Verbraucher misst sich auch an der verfügbaren Infrastruktur, die am E-Auto hängt. Deshalb bemüht sich auch der Staat, Anreize zum Umstieg auf E-Mobilität zu setzen.

Der Südwesten konnte damit bereits im vergangenen Jahr Erfolge verzeichnen. Zeitweise herrschte ein regelrechter E-Auto-Boom in Baden-Württemberg, die Zulassungen stiegen rasant. Mit der steigenden Anzahl an E-Autos auf den Straßen in Baden-Württemberg zeichnen sich aber weitere Komplikationen ab. Stuttgart musste zuletzt gegen „wildes Laden“ von E-Autos vorgehen. Dem könnte die Politik vorbeugen, indem mehr Verbraucher ihr E-Auto zu Hause laden würden. Damit das schnell und bequem funktioniert, gibt es sogenannte Wallboxen. Die förderte der Staat - bis jetzt.

Wallboxen für E-Autos: Förderung ist ein voller Erfolg - stößt aber an Grenzen

Wie 24auto* berichtet, ist der Wallbox-Topf für E-Autos schon leer. Das ist einerseits ein sehr gutes Zeichen, wird für weitere Sympathisanten von E-Autos aber zum Problem. Insgesamt stellte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) 800 Millionen Euro für die Ladestationen zu Hause zur Verfügung. Jeder Haushalt konnte 900 Euro für den Kauf und die Installation einer Wallbox beantragen. „Aufgrund der großen Nachfrage haben wir unseren Fördertopf nicht nur zwei Mal auf insgesamt 800 Millionen Euro aufgestockt, sondern hat auch zu Beginn das Zuschussportal der KfW zwischenzeitlich überlastet“, wird Verkehrsminister Andreas Scheuer auf der Seite des BMVI zitiert.

Im Moment können allerdings keine neuen Anträge mehr gestellt werden. „Bitte keine Anträge mehr stellen – die Förder­mittel sind erschöpft“, heißt es auf der Seite der Förderbank KfW. Wer sich also ein E-Auto anschaffen und zusätzlich eine Wallbox installieren möchte, muss die Kosten dafür selbst tragen. Laut 24auto belaufen diese sich auf ca. 1000 Euro. Ob die Förderung weiterläuft, ist derzeit unklar.

Förderung von Wallboxen: Fortsetzung ist aktuell unsicher

Die Bilanz von Verkehrsminister Andreas Scheuer zur Förderung der Wallboxen ist jedenfalls durchweg positiv. „Rund eine Million Ladepunkte entstehen bei den Menschen Zuhause und das in nicht mal einem Jahr. Dieser Trend muss durch die nächste Bundesregierung fortgesetzt werden“, heißt es auf der Seite des BMVI. Doch genau hier ist aktuell der Haken. Denn die aktuelle Bundesregierung ist nur noch geschäftsführend im Amt, Entscheidungen sind laut 24auto daher nicht mehr zu erwarten.

Doch selbst wenn die Förderung fortgesetzt wird und Wallboxen zu Hause die Attraktivität von E-Autos steigern, steht die Mobilität vor einem weiteren Problem. Die aktuell steigenden Strompreise erhöhen auch die Kosten von E-Autos. Um der Technologie letztlich zum Durchbruch zu verhelfen, müssen also weitere Stellschrauben gedreht werden. *24auto ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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