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E-Autos: Käufer bekommen für bestimmte Modelle ab 2023 keine Prämie mehr

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Von: Julian Baumann

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Fahraufnahme eines Mercedes EQE
Ab 2023 gibt es nicht mehr für alle E-Auto-Modelle eine Förderprämie vom Staat. (Im Bild: Mercedes EQE). © Mercedes-Benz

Der E-Auto-Boom ist wohl auch damit zu erklären, dass es für die Fahrzeuge Fördergeld vom Staat gibt. Das ist ab 2023 für viele Modelle aber vorbei.

Stuttgart/Berlin - Auf den deutschen Straßen können immer mehr E-Autos von Herstellern wie Mercedes-Benz, BMW oder auch Tesla gesichtet werden. Inzwischen setzen beinahe alle großen Autobauer auf batteriebetriebene Fahrzeuge, auch aufgrund des steigenden Drucks aus der Politik. Die EU fordert beispielsweise einen baldigen Abschied von der Verbrenner-Produktion und auch die Grünen in Deutschland haben sich für eine CO2-neutrale Produktion ausgesprochen.

Bislang unterstützt die Regierung die Transformation zur E-Mobilität, indem Autokäufer beim Erwerb der E-Autos eine Förderprämie erhalten. Bei vollelektrischen Modellen weist diese eine Höhe von bis zu 9.000 Euro, bei Plug-in-Hybriden eine Höhe von bis zu 6.750 Euro auf. Diese eigentlich bis zum Jahresende befristete Förderung wird bis Ende 2022 verlängert, wie der neue Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) mitteilte. Ab dem Jahr 2023 soll das nach einem Beschluss der Ampel-Koalition allerdings vorbei sein, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Dann soll nur noch der Kauf von bestimmten E-Auto-Modellen mit einer Prämie gefördert werden.

E-Auto-Prämie: Ab 2023 gilt das Fördergeld nur noch beim Kauf bestimmter Modelle

Autobauer wie Mercedes-Benz haben inzwischen mehrere vollelektrische Modelle auf dem Markt. Diese unterscheiden sich wie auch andere Autoklassen in Bezug auf die Motorleistung, die Ausstattung und die Höchstgeschwindigkeit. Bei E-Autos gibt es jedoch Kriterien, die besonders wichtig sind. Dazu zählt zum einen die Umweltfreundlichkeit, und zum anderen die elektrische Reichweite pro Akkuladung. E-Autos, die mit einer Batterieladung besonders weit kommen, haben einen deutlichen Vorteil. Denn die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist aktuell noch ein Trauerspiel.

Umweltfreundlichkeit und elektrische Reichweite beziehungsweise der Stromverbrauch sind auch die Kriterien, nach denen die neue Ampel-Koalition in der Bundesregierung ab 2023 die E-Autos bewerten will. Laut der dpa soll es dann eine Reform der staatlichen Förderung für E-Autos geben. Eine Prämie für den Kauf eines E-Autos oder Plug-in-Hybriden gilt dann nicht mehr für jedes Modell. Stattdessen sollen nur noch Fahrzeuge gefördert werden, die nachweislich zum Klimaschutz beitragen. Das soll wiederum am elektrischen Fahranteil und an der Reichweite festgemacht werden.

E-Auto-Prämie: Rund eine Million Anträge seit Beginn der Förderung gestellt

Seit Beginn der Förderung durch den Staat im Jahr 2016 wurden rund eine Million Anträge auf eine Förderung beim E-Auto-Kauf gestellt. Allein in diesem Jahr stieg die Zahl der Anträge um mehr als das Doppelte auf einen Rekord von mehr als 585.000, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle der dpa mitteilte. Für die Transformation zur E-Mobilität wurde im Jahr 2021 eine Summe von mehr als drei Milliarden Euro an Fördergeldern ausgezahlt.

Diese Angaben werden mit der Reform der Förderung ab 2023 also deutlich geringer ausfallen. Dass nicht mehr bei jedem Kauf eines E-Autos eine Prämie gezahlt wird, könnte zudem auch den aktuellen E-Auto-Boom vermindern. Auf der Gegenseite ist aktuell aber auch das Benzin so teuer wie seit dem Jahr 2013 nicht mehr. Deshalb werden wohl auch weiterhin viele Autofahrer vom Verbrenner zum E-Auto wechseln.

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